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EU-Kommissar Hahn besucht Ministerkonferenz „Regionen in äußerster Randlage“ auf Gran Canaria

European Commission - IP/10/547   06/05/2010

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IP/10/547

Brüssel, 6. Mai 2010

EU-Kommissar Hahn besucht Ministerkonferenz „Regionen in äußerster Randlage“ auf Gran Canaria

Der EU-Kommissar für Regionalpolitik, Johannes Hahn, besucht am 7. Mai die Ministerkonferenz zum Thema „Regionen in äußerster Randlage“ in Las Palmas de Gran Canaria (Spanien), die von der spanischen Präsidentschaft der Europäischen Union organisiert wird. Nach dieser Konferenz werden die neun Regionen in äußerster Randlage und die betreffenden Mitgliedstaaten (Frankreich, Portugal und Spanien) ein Papier unterzeichnen, das ihre gemeinsamen Positionen zur künftigen Strategie der Europäischen Union für die Regionen in äußerster Randlage bis zum Jahr 2020 umreißt.

Kommissar Hahn, in der EU-Kommission zuständig für die Koordinierung der Fragen im Zusammenhang mit den Regionen in äußerster Randlage, erklärte: „Ich freue mich, dass nun als Ergebnis monatelanger Anstrengungen diese gemeinsamen Vorschläge der Regionen in äußerster Randlage und ihrer Regierungen vorliegen. Sie werden in den Überlegungen der Kommission zur künftigen Strategie der Union in diesem Bereich eine zentrale Rolle spielen. Es ist noch zu früh, um über diese Ideen zu befinden, doch eines steht fest: Diese Regionen müssen in die neue Wirtschaftsstrategie der Europäischen Union bis 2020 einbezogen werden, und zwar zu ihrem eigenen Nutzen. Ihre große geografische und kulturelle Vielfalt stellt darüber hinaus eine Bereicherung für ganz Europa dar.“

2010 ist für die Regionen in äußerster Randlage ein wichtiges Jahr, denn die Diskussionen über den künftigen EU-Haushalt und über die Ausgestaltung der neuen Kohäsionspolitik nach 2013 sind in vollem Gang. Außerdem muss sichergestellt werden, dass diese Regionen in der neuen Wirtschaftsstrategie für Europa (Europa 2020) eine Rolle spielen, etwa bei den Prioritäten, die sich die Europäische Union auf dem Gebiet der erneuerbaren Energiequellen gesetzt hat.

Im Zeitraum 2007-2013 kommen den Regionen in äußerster Randlage Investitionen der Europäischen Union in Höhe von 7,8 Mrd. EUR zugute, getätigt im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), des Europäischen Sozialfonds (ESF), des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), des Europäischen Fischereifonds (EFF) und des Programms zur Lösung der spezifisch auf Abgelegenheit und Insellage zurückzuführenden Probleme (POSEI).

Die überwiegende Zahl der etwa vier Millionen Einwohner dieser Regionen arbeitet in den Sektoren Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus, doch bereits jetzt zeugen zahlreiche von der EU unterstützte Projekte von ihrer Fähigkeit, sich in zukunftsorientierten Branchen zu spezialisieren und wertvolle Pilotprojekte zum Wohl der gesamten Europäischen Union durchzuführen. Am Rande der Ministerkonferenz wird Kommissar Hahn das Institut für Astrophysik der Kanarischen Inseln besichtigen. Im Jahr 2009 wurde auf dem Gipfel des Roque de los Muchachos auf der Kanareninsel La Palma das weltweit größte optische Infrarot-Teleskop (Gran Telescopio Canarias, GTC) eingeweiht (Finanzbeitrag der EU: 38 Mio. EUR, d. h. 70 % der Gesamtkosten).

Unterstützt durch die Kohäsionspolitik betätigen sich die Regionen in äußerster Randlage zudem erfolgreich im Bereich erneuerbare Energiequellen („multifunktionales Elektrizitätswerk“, das zur Stromerzeugung auf Madeira beiträgt), in der Agrar- und Ernährungswirtschaft (Einrichtung für Agrarumweltforschung auf Martinique), im Bereich Ozeanografie (Zentrum „Ozeanografie und Fischereikunde“ der Universität der Azoren), im Bereich Biodiversität (Projekt „Guyafor“ zur besseren Quantifizierung der Kohlenstoffspeicherkapazität des Amazonas-Regenwalds in Französisch-Guayana) oder auch im Bereich Risikoverhütung (vulkanologisches und seismologisches Observatorium auf Guadeloupe). Beim „Cyclotron Réunion Océan Indien“ (CYROI) handelt es sich um eine Technologieplattform im Bereich der Biowissenschaften. Diese treibt Forschung insbesondere über Infektionskrankheiten und Fettleibigkeit (der Beitrag der EU beläuft sich auf 60 % der Projektkosten, d. h. fast 14 Mio. EUR).

Die Diskussion über die Strategie der EU für die Regionen in äußerster Randlage nach 2013 wird in drei Wochen auf dem ersten Forum zum Thema "Ultraperipherie in Europa" fortgesetzt, das am 27./28. Mai in Brüssel stattfindet. Die Veranstaltung bietet Gelegenheit zum Informations- und Erfahrungsaustausch und ermöglicht es den neun Regionen in äußerster Randlage, ein stärkeres Bewusstsein für ihre besondere Situation bei den europäischen Institutionen und der Gesamtheit der Mitgliedstaaten zu schaffen.

Hintergrund

Seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon gibt es in der Europäischen Union offiziell neun Regionen in äußerster Randlage: die vier französischen überseeischen Departements (Guadeloupe, Guayana, Réunion und Martinique), zwei französische überseeische Gebietskörperschaften (Saint-Barthélemy und Saint-Martin), die portugiesischen autonomen Regionen Azoren und Madeira sowie die spanische autonome Gemeinschaft Kanarische Inseln.

Die Europäische Union erkennt die Besonderheiten der Regionen in äußerster Randlage im Vergleich zu den übrigen europäischen Regionen seit 1999 an, nämlich Insellage, Abgelegenheit, geringe Fläche und wirtschaftliche Abhängigkeit.

Im Jahr 2008 hat die Kommission eine Mitteilung angenommen, in der eine erneuerte europäische Strategie gegenüber den Regionen in äußerster Randlage vorgeschlagen wird (IP/08/1569).

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/regional_policy/themes/outermost/index_de.htm


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