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Brüssel, den 21. April 2009

Das kulturelle Erbe im Netz ausbauen: Europäische Kommission setzt Reflexionsgruppe zur Digitalisierung ein

Der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, hat angekündigt, dass die Europäische Kommission drei Persönlichkeiten – Maurice Lévy (CEO von Publicis), Elisabeth Niggemann (Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek) und Jacques De Decker (Schriftsteller) – damit beauftragen wird, Empfehlungen vorzulegen, wie sich Digitalisierung, virtuelle Verfügbarkeit und Erhaltung kultureller Werke in ganz Europa möglichst noch schneller bewerkstelligen lassen. Die Reflexionsgruppe wird die bereits laufenden Initiativen überprüfen, an denen sich sowohl öffentliche als auch private Partner (insbesondere das Google-Bücher-Projekt) beteiligen, und sich auch mit urheberrechtlichen Fragen befassen, um Wege aufzuzeigen, wie sich die Digitalisierung kompletter Sammlungen von Bibliotheken, Museen und Archiven in Europa noch beschleunigen ließe. Die Empfehlungen werden letztendlich dazu beitragen, dass Europeana, die digitale Bibliothek Europas, eine neue Dimension erreicht: Bereits heute bietet das Europeana-Portal (www.europeana.eu) Zugang zu über 7 Millionen digitalisierten Büchern, Landkarten, Fotografien, Filmausschnitten, Gemälden und Musikstücken, was jedoch nur einen kleinen Teil der Werke ausmacht, die sich in Besitz kultureller Einrichtungen in Europa befinden. Die Einsetzung der Reflexionsgruppe ist Teil der umfassenden Strategie der Kommission, den kulturellen Sektor beim Übergang zum digitalen Zeitalter zu unterstützen. Die Gruppe, die der für die Digitale Agenda zuständigen Vizepräsidentin der Kommission, Neelie Kroes, und der Kommissarin für Bildung, Kultur, Multilingualismus und Jugend, Androulla Vassiliou, Bericht erstatten wird, wurde gebeten, ihre Schlussfolgerungen vor Ende des Jahres vorzulegen.

Die Vizepräsidentin der Kommission, Neelie Kroes, hierzu: „Wir erwarten, dass diese Reflexionsgruppe innovative Lösungen vorlegen wird, damit das reiche kulturelle Erbe Europas über allen das Internet zur Verfügung gestellt werden kann. Geldmangel oder strenge Gesetze sind keine Entschuldigung: In unserer heutigen Zeit sind wir hierzu verpflichtet – für unsere Generation und künftige Generationen.“

Kommissarin Androulla Vassiliou ergänzte: „Der kulturelle Sektor ist in einer tiefgreifenden Umwälzung begriffen. Wir müssen sicherstellen, dass er die technologischen Fortschritte für sich nutzt. Es gilt also, neue Geschäftsmodelle für die kulturschaffende Industrie zu finden und die traditionelle Rolle der kulturellen Einrichtungen auf die digitale Welt auszuweiten, um kulturelle Inhalte zugänglich zu machen und sie für künftige Generationen zu erhalten."

Die Reflexionsgruppe („Komitee der Weisen“) setzt sich zusammen aus Maurice Lévy (Chairman und CEO des französischen Werbe- und Kommunikationsunternehmens Publicis), Elisabeth Niggemann (Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek und Vorsitzende der Stiftung für die Europäische Digitale Bibliothek) sowie Jacques De Decker (belgischer Schriftsteller und Journalist).

Die Gruppe soll Empfehlungen zur Digitalisierung, zur virtuellen Zugänglichkeit und zur Erhaltung des kulturellem Erbes Europas vorlegen. Sie wird sich mit finanziellen Aspekten der Digitalisierung sowie mit den Möglichkeiten und Bedingungen für öffentlich-private Partnerschaften befassen. Ferner wird sie urheberrechtliche Fragen und Lizenzpraktiken analysieren, um die Digitalisierung von urheberrechtlich geschütztem Material - insbesondere von vergriffenen oder so genannten verwaisten Werken - zu erleichtern, die einen Großteil der europäischen Sammlungen ausmachen.

Natürlich stellen sich bei der derzeitigen Digitalisierung Herausforderungen, die weit über die Notwendigkeit hinausgehen, unser kulturelles Erbe virtuell zur Verfügung zu stellen. In einem zweiten Schritt müssen wir uns mit der weiter gefassten Frage der digitalen (virtuellen) Verbreitung und Zugänglichkeit sämtlicher kultureller Inhalte in Europa befassen. Die Einsetzung der Reflexionsgruppe ist Teil einer breiteren Strategie, die auch die Suche nach neuen und effizienten Geschäftsmodellen, nach einem günstigen Umfeld für die kulturschaffende Industrie und nach einer angemessenen Entlohnung der Künstler umfasst.

Hintergrund

Der Startschuss für Europeana fiel im November 2008 (IP/08/1747). Das Webportal ermöglicht es Internetnutzern, digitalisierte Bücher, Landkarten, Gemälde, Zeitungen, Filmausschnitte und Fotografien aus europäischen Kultureinrichtungen zu suchen und abzurufen. Derzeit sind etwa 7 Mio. digitale Objekte verfügbar, eine Zahl die im Laufe des Jahres 2010 auf 10 Mio. steigen dürfte.

Die Gruppe wurde auf Anregung des französischen Ministers für Kultur und Kommunikation auf dem Rat ‚Bildung, Jugend und Kultur’ am 27. November 2009 (MEMO/09/526).eingesetzt. Die Untersuchungen der Gruppe bauen auf den Arbeiten der High Level Group on Digital Libraries auf, die zwischen 2006 und 2009 bestand.


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