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Brüssel, den 21. April 2010

Eurobarometer: eine überwältigende Mehrheit der Europäer befürwortet öffentliche Maßnahmen zur Verringerung alkoholbedingter Schäden

Nach einer Eurobarometer-Erhebung wird in der EU noch immer genauso viel Alkohol konsumiert wie vor vier Jahren. Drei von vier Befragten gaben an, dass sie bis zu dreimal in der Woche Alkohol trinken. Junge Menschen im Alter von 15-24 trinken eher als ältere fünf oder mehr alkoholische Getränke hintereinander; außerdem sind häufige Alkoholexzesse in der EU weit verbreitet. Das Bewusstsein für die damit verbundenen Gesundheitsrisiken ist unterschiedlich. Dass hoher Alkoholkonsum die Leber schädigt, ist weithin bekannt; die wenigsten wissen aber, dass er auch Krebs verursachen kann. Seit 2006 arbeitet die Europäische Kommission mit den einzelstaatlichen Behörden, Nichtregierungsorganisationen und der Industrie zusammen, um alkoholbedingte Schädigungen zu verringern.

Die Eurobarometer-Erhebung zum Thema Alkohol fand im Oktober 2009 statt; 27 000 Personen wurden befragt.

Anhand von Fragen über Trinkgewohnheiten und Einstellungen zur Alkoholpolitik wurden die Entwicklungstrends seit einer ähnlichen Erhebung im Jahre 2006 ermittelt. Erstmalig wurde das Bewusstsein für alkoholbedingte Risiken mit einer solchen EU-weiten Erhebung gemessen.

Hauptergebnisse:

Breite Unterstützung für Maßnahmen zur Verringerung alkoholbedingter Schäden:

Öffentliche Maßnahmen zur Verringerung alkoholbedingter Schädigung finden in Europa weithin große Akzeptanz. Eine klare Mehrheit (89 %) ist dafür, an Jugendliche unter 18 Jahren keinen Alkohol abzugeben. Auch gibt es starke Unterstützung für Maßnahmen zur Bekämpfung des Alkohols am Steuer, etwa durch Stichprobenkontrollen der Polizei (83 % dafür) und eine niedrigere Blutalkoholgrenze für junge Autofahrer (73 % dafür).

Alkoholexzesse in der EU weit verbreitet:

Alkoholexzesse kommen in allen Altersgruppen vor, doch am häufigsten geben junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren an, dass sie sich jede Woche solchen Exzessen hingeben („Alkoholexzesse“ sind dabei definiert als fünf alkoholische Getränke hintereinander). Damit sind junge Menschen stärker durch negative Folgen der Trunkenheit, wie Unfälle, Schlägereien und Gewalt, gefährdet.

Alkoholexzesse sind nicht auf eine bestimmte Region beschränkt. Höhere Anteile als im EU-Durchschnitt (29 %) verzeichnen Irland, Rumänien, Deutschland und Österreich, gefolgt vom Vereinigten Königreich, Spanien, Griechenland und Italien.

Täglicher Alkoholkonsum bei den über 55-Jährigen könnte das Risiko chronischer Erkrankungen in einer alternden Bevölkerung erhöhen:

Bei Menschen über 55 ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie täglich Alkohol trinken, viel höher als bei jungen Menschen. Regelmäßiger Alkoholkonsum in den höheren Altersgruppen könnte zu einem erhöhten Risiko chronischer Erkrankungen bei einer immer älter werdenden Bevölkerung führen.

Autofahrer unterschätzen die Alkoholrisiken:

Die meisten Europäer halten Autofahren unter Alkoholeinfluss für riskant, aber 14 % würden sich auch nach mehr als zwei Getränken innerhalb von zwei Stunden ans Steuer setzen. Eine solche Menge Alkohol hätte einen Blutalkoholspiegel zur Folge, der in den meisten EU-Mitgliedstaaten über der gesetzlichen Promillegrenze läge. Mehr als die Hälfte der Befragten (62 %) ist der Meinung, dass man nicht Auto fahren sollte, wenn man innerhalb von zwei Stunden zwei alkoholische Getränke zu sich genommen hat. Ein beträchtlicher Anteil (15 %) hält es für das Sicherste, überhaupt keinen Alkohol zu trinken, wenn man fährt.

Hintergrund:

Die Europäische Kommission hat die erste EU-Alkoholstrategie 2006 eingeleitet. Darin werden folgende Prioritäten für Maßnahmen auf einzelstaatlicher und EU‑Ebene genannt: der Schutz von jungen Menschen und Kindern, die Senkung der Zahl von Verletzungen und Todesfällen durch alkoholbedingte Straßenverkehrsunfälle, die Verhinderung alkoholbedingter Schäden bei Erwachsenen und die Verringerung negativer Folgen am Arbeitsplatz.

Weitere Informationen:

Eurobarometer Spezial 331 „Die Einstellung der EU-Bürger zum Alkohol“

http://ec.europa.eu/health/eurobarometers/index_en.htm

Erster Fortschrittsbericht über die Umsetzung der EU-Alkoholstrategie, 2009

http://ec.europa.eu/health/archive/ph_determinants/life_style/alcohol/documents/alcohol_progress.pdf

Weitere Informationen über die Alkoholpolitik und -maßnahmen der EU

http://ec.europa.eu/health/alcohol/policy/index_en.htm


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