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IP/10/44

Brüssel, den 22. Januar 2010

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt geplante Übernahme des Waggonvermieters Ermewa durch TLP (SNCF-Gruppe) unter Auflagen

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme der Schweizer Gesellschaft Financière Ermewa (Ermewa) durch Transport et Logistique Partenaires SA (TLP), eine Tochter der französischen SNCF-Gruppe, nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die Freigabe erfolgte allerdings unter der Auflage, dass das europäische Waggonvermietungsgeschäft von Ermewa (Getreidewaggons mit Axial-Entladung) und der Geschäftsbereich für die Organisation von Getreidetransporten per Schiene veräußert werden. Unter Berücksichtigung der vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen kam die Kommission zu dem Schluss, dass die geplante Übernahme den wirksamen Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben nicht erheblich behindern wird.

Mit Vollzug des geplanten Vorhabens würde TLP die alleinige Kontrolle über die Ermewa-Gruppe übernehmen, die derzeit noch von TLP und dem Finanzinvestor Citerne Invest gemeinsam kontrolliert wird.

TLP ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der französischen Gesellschaft SNCF Participations, die ihrerseits wiederum zur SNCF-Gruppe gehört. Die TLP hält die Beteiligungen der Gruppe in den Bereichen Waggonvermietung, Transportorganisation (vor allem Getreidetransport) und kombinierter Verkehr. Die SNCF-Gruppe betreibt den nationalen Schienenpersonenverkehr und erbringt diverse andere Schienenverkehrsdienstleistungen.

Ermewa ist in mehreren EU-Mitgliedstaaten als Vermieter von Güterwaggons, in der Transportorganisation (insbesondere Getreidetransport) und der Containervermietung tätig.

Das Vorhaben würde nicht nur zu Überschneidungen in den Geschäftsbereichen Waggonvermietung, Speditionsdienste sowie Reparatur und Wartung von Güterwagen führen, sondern auch bestimmte vertikale Verbindungen, vor allem zwischen Schienentransport und Eisenbahnspeditionsdiensten sowie zwischen Eisenbahnspeditionsdiensten und der Vermietung von Tankcontainern herbeiführen bzw. verstärken.

Die erste Marktuntersuchung der Kommission ließ erkennen, dass die geplante Übernahme für den Getreidetransport per Schiene (insbesondere für die Vermietung von Getreidewaggons mit Axial-Entladung) sowie für Eisenbahnspeditionsdienste für den Getreidetransport in Frankreich, Benelux, Italien und einem Teil Deutschlands, wo diese Waggons eingesetzt werden, wettbewerbsrechtlich problematisch sein könnte. Durch die geplante Übernahme würden sich die zwei größten Anbieter auf diesem Markt zu einer Unternehmenseinheit zusammenschließen, zu der es für die Getreideverlader in dem betreffenden Gebiet keine Alternativen mehr gäbe.

Um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission auszuräumen, hat TLP angeboten, sämtliche Speditionsdienste für den Bahngetreidetransport sowie den Getreidewaggonspark (Güterwagen mit Axial-Entladung) zu veräußern. Nachdem die Kommission die anderen Marktteilnehmer zur Wirksamkeit der angebotenen Abhilfemaßnahmen befragt hatte, kam sie zu dem Ergebnis, dass die Maßnahmen geeignet sind, die bei ihrer Marktuntersuchung zunächst festgestellten Wettbewerbsbedenken auszuräumen. Die Kommission zog daher den Schluss, dass der geplante Zusammenschluss in der jetzigen Form, d. h. unter Berücksichtigung der unterbreiteten Verpflichtungen, keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

Weitere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/competition/mergers/cases/index/m111.html#m_5579


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