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IP/10/432

Brüssel, den 15. April 2010

Kommission stellt weitere 21 Mio. € zur Bekämpfung von Brust- und Nierenkrebs bereit

Die Europäische Kommission hat Finanzmittel in Höhe von 21 Mio. € für zwei neue Projekte im Bereich der Krebsforschung gebunden, die Teil eines seit 2007 vom International Cancer Genome Consortium (ICGC) koordinierten internationalen Forschungsvorhabens sind, in dessen Verlauf die bei zahlreichen Krebsformen erfolgenden Veränderungen des menschlichen Genoms – die Gesamtheit der Erbinformationen und Gene unseres Organismus – umfassend aufgeklärt werden sollen. Ein fundiertes Verständnis dieser Mutationen ist von größter Bedeutung für Fortschritte bei der Verhütung, Früherkennung, Beobachtung und Behandlung einer Krankheit, die 2007 weltweit 7,5 Millionen Opfer forderte1.

Dazu Máire Geoghegan-Quinn, die für Forschung, Innovation und Wissenschaft zuständige EU-Kommissarin: „Dies ist die jüngste Maßnahme der EU zur Krebsbekämpfung im Zuge des siebten Forschungsrahmenprogrammes. Sie ist ein hervorragendes Beispiel für das Potenzial der EU-Forschungspolitik, Menschenleben zu retten und die Lebensqualität zu verbessern. Ohne Fortschritte bei der Krebsforschung und ‑bekämpfung werden bis 2050 weltweit 17,5 Millionen Todesfälle und 27 Millionen Neuerkrankungen jährlich zu verzeichnen seien. Diese Zahlen zu reduzieren muss für die EU und ihre Partner bei der internationalen Zusammenarbeit eine absolute Priorität sein.“

Ein ehrgeiziges Forschungsvorhaben, ein neues Konzept für die Krebsbekämpfung

Mit diesen beiden Forschungsprojekten leistet die EU einen Beitrag zu den weltweit unternommenen Anstrengungen zur Aufstellung eines Katalogs von Genommutationen in Tumoren bei 50 verschiedenen Krebsarten oder ‑unterarten. Dieses Konzept wird einer individueller ausgerichteten Medizin den Weg ebnen, bei der die Wahl der Krebstherapie auf dem genetischen Fingerabdruck des betreffenden Tumors und des jeweiligen Patienten beruht. Um den Nutzen der von den ICGC-Mitgliedern betriebenen Forschung für die Allgemeinheit zu optimieren, werden die bei der Untersuchung von mehr als 10 000 Karzinomen gewonnenen Daten so rasch wie möglich der gesamten Forschungsgemeinschaft zugänglich gemacht.

EU-geförderte Verbundforschung konzentriert sich auf Brust- und Nierenkrebs

Die beiden neuen Projekte BASIS und CAGEKID werden voraussichtlich mit jeweils 10,5 Mio. € durch die EU gefördert; an ihnen sind 27 Forschungsinstitute aus 10 Staaten in Europa und den USA beteiligt. Der Schwerpunkt der Projekte liegt auf der Entschlüsselung des genetischen Codes von Brustkrebs (mit mehr als einer Million diagnostizierten Fällen jährlich die weltweit bei Frauen am weitesten verbreitete Krebserkrankung) sowie von Nierenkrebs (einer in Europa, wo die Inzidenzraten im globalen Vergleich am höchsten sind, besonders bedeutenden Krebsart).

Hintergrund

Weltweit starben 2007 7,5 Millionen Menschen an Krebs, und mehr als 12 Millionen neue Krebserkrankungen wurden diagnostiziert2.

In der EU war Krebs 2006 die zweithäufigste Todesursache, auf die bei Frauen 20 % und bei Männern 30 % der Todesfälle entfielen3. Aufgrund der Bevölkerungsalterung wird dieser Anteil voraussichtlich weiter ansteigen.

Das International Cancer Genome Consortium (ICGC) wurde 2007 als Plattform für eine Zusammenarbeit der weltweit führenden Krebs- und Genomforscher und zur besseren Koordinierung groß angelegter Projekte zur Erforschung der bei Krebs auftretenden Genomveränderungen gegründet. Einzelheiten hierzu enthält folgende Internetseite: www.icgc.org.

Die EU hat seit 2002 mehr als 660 Mio. € für die Krebsforschung aufgewandt, und in den kommenden Monaten werden voraussichtlich weitere 100 Mio. € für einschlägige Forschungsprojekte bereitgestellt. Weitere Informationen zur Krebsforschung im Zuge des siebten Rahmenprogramms können unter folgender Adresse abgerufen werden: http://ec.europa.eu/research/health/medical-research/cancer/index_en.html.

Für die Gesundheitsforschung hat die EU seit 2007 Mittel in Höhe von nahezu 2 Mrd. € gebunden.

Einzelheiten zu den heute angekündigten neuen Krebsforschungsprojekten

BASIS – Studie zur somatischen Genetik von Brustkrebs

Schätzungen zufolge betrug die Zahl der Todesfälle aufgrund von Brustkrebs 2007 weltweit 465 0004. Brustkrebs ist bei Frauen die Krebsart mit der höchsten Todesrate und für Frauen unter 40 Jahren die häufigste Todesursache.

Daten des Internationalen Krebsforschungszentrums (IARC) zufolge waren 2006 in der EU 331 000 Neuerkrankungen und 90 000 Todesfälle durch Brustkrebs zu verzeichnen.

Brustkrebs ist eine vielfältige Krankheit, die in einer Reihe von Unterarten auftritt. Im Rahmen des Projekts BASIS werden die somatischen Mutationen bei 500 verschiedenen Brustkrebserkrankungen vollständig katalogisiert. Anhand dieser Mutationskataloge können Wissenschaftler mit statistischen Methoden Krebsgene ermitteln, die bei diesem Brustkrebstyp eine Mutationsfrequenz über 3 % aufweisen. Die Ergebnisse dieser eingehenden und umfassenden Studienreihe werden von großer Bedeutung für unser Verständnis der Ursachen und der Biologie von Brustkrebs sein.

Dauer: 48 Monate.

Voraussichtlicher EU-Beitrag: 10,5 Mio. €.

Koordinator: Prof. Mike Stratton, Wellcome Trust Sanger Institute, UK.

Ansprechpartner: Don Powell, don@sanger.ac.uk.

13 Partner aus 8 Ländern: Vereinigtes Königreich, Niederlande, USA, Frankreich, Norwegen, Schweden, Deutschland, Belgien.

CAGEKID - Nierenkrebsgenomik

Nierenzellkrebs tritt in Europa mit der weltweit höchsten Inzidenzrate auf und ist daher für die EU von besonderer Bedeutung. In den letzten beiden Jahrzehnten hat die Häufigkeit des Auftretens der Krankheit weiter zugenommen, so dass sie nun unter den am weitesten verbreiteten Krebsarten in der EU an achter Stelle steht. Im Rahmen des Projekts CAGEKID wird erstmals eine systematische Analyse dieses Tumorumfelds vorgenommen, die neue, für Diagnose und Behandlung wichtige Einblicke in die Krankheitsursachen erlaubt. Ein Ziel des Projekts ist die dringend notwendige Ermittlung neuer biologischer Marker für Nierenzellkrebs, eine der wenigen Krebsarten, für die derzeit noch keine Biomarker für die klinische Routineanwendung zur Verfügung stehen. Die Nierenkrebsforschung wird derzeit noch von keinem ICGC-Mitglied gefördert.

Dauer: 48 Monate.

Voraussichtlicher EU-Beitrag: 10,5 Mio. €.

Koordinator: Prof. Mark Lathrop, Fondation Jean Dausset-CEPH, Frankreich.

Ansprechpartner: Prof. Mark Lathrop, mark.lathrop3@gmail.com.

14 Partner aus 7 Ländern: Frankreich, Tschechische Republik, Russland, Vereinigtes Königreich, Schweden, Lettland, Deutschland.

Mehr Information unter:

http://ec.europa.eu/health-eu/health_problems/cancer/index_en.htm

ANNEX

Detailed lists of participants

BASIS - Breast Cancer Somatic Genetics Study

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED
CAGEKID - Cancer Genomics of the Kidney

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

1 :

Quelle: Global Facts and Figures 2007, The American Cancer Society.

2 :

Quelle: Global Facts and Figures 2007, The American Cancer Society.

3 :

Eurostat, 2006.

4 :

Quelle: Global Facts and Figures 2007, The American Cancer Society.


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