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Europäische Kommission begrüßt die erste „gemeinsame Programminitiative“ der EU zur Erforschung von Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen

European Commission - IP/10/431   15/04/2010

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IP/10/431

Brüssel, den 15. April 2010

Europäische Kommission begrüßt die erste „gemeinsame Programminitiative“ der EU zur Erforschung von Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen

Heute kommen in Stockholm führende Forscher zusammen, um eine europaweite Forschungsstrategie für neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson zu entwickeln. Hierbei handelt es sich um die erste einer Reihe neuer gemeinsamer Programminitiativen der Europäischen Union, die sich mit den „großen Herausforderungen“ befassen sollen, die ein einzelner Mitgliedstatt allein weder effizient noch wirksam angehen kann. Ziel der gemeinsamen Programminitiativen ist es, sich diesen gemeinsamen Herausforderungen mit Hilfe öffentlich geförderter Forschung zu stellen und dabei Forscher, bereits vorhandene Forschungsergebnisse und nationale Forschungseinrichtungen zusammenbringen und Instrumente, Techniken und andere Ressourcen zwischen den Mitgliedstaaten effizienter aufzuteilen. Solche Anstrengungen können einen erheblichen Beitrag zu den Zielen der europäischen 2020-Strategie leisten, die auf Forschung und Innovation setzt, um die Lebensqualität zu verbessern und neue Wachstumsquellen zu erschließen.

Dazu Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft: "Dies ist ein erstes Beispiel für den neuen gemeinsamen Programmansatz der EU, mit dem die „großen Herausforderungen“ für Gesundheit, Gesellschaft, Technologie und Umwelt angegangen werden sollen, die alle unsere Bürger betreffen. Dank dieses gemeinsamen Programms werden die besten europäischen Medizinforscher zusammenarbeiten und ihre Ressourcen zusammenführen, um Millionen von Menschen zu helfen, die unter Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen leiden. Durch effizientere Forschung und die Vermeidung von Doppelarbeit wird das gemeinsame Programm die Aussichten auf echte Fortschritte bei der Verhütung und Behandlung dieser Krankheiten erhöhen. Die daraus gewonnenen Erfahrungen werden dann in die Forschungsarbeiten in anderen Bereichen einfließen."

Neurodegenerative Erkrankungen sind stark altersbedingt und Europas Bevölkerung altert schnell. Derzeit sind 16 % der europäischen Bevölkerung über 65 Jahre alt und dieser Anteil dürfte bis 2030 auf 25 % anwachsen. 2006 kostete die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen die europäischen Gesundheitseinrichtungen Schätzungen zufolge etwa 72 Mrd. EUR. Es gibt nur wenige Behandlungen für neurodegenerative Erkrankungen, die meist nur auf die Symptome abzielen, aber nicht auf die Ursachen. Die Behandlung von Alzheimer ist aufgrund des zu Beginn schleichenden Verlaufs der Krankheit und der ständig zunehmenden Einschränkungen sowie des Zeitraums, über den sich die Krankheit hinzieht, besonders kostenaufwändig. Im Durchschnitt dauert diese Krankheit zwischen 2 und 10 Jahre. In dieser Zeit benötigen die Patienten besondere Betreuung, was für die Pflegekräfte und für die Gesellschaft insgesamt eine große Belastung darstellt.

Mit der gemeinsamen Programminitiative zur Bekämpfung neurodegenerativer Krankheiten, insbesondere von Alzheimer (JPND), sollen vor allem größere Fortschritte bei der Erforschung der Ursachen dieser Erkrankungen erzielt werden, um frühe Diagnosen stellen zu können, neue Behandlungen und präventive Maßnahmen zu entwickeln und wirksamere medizinische und soziale Betreuung anzubieten, um so die Lebensqualität der Patienten und Pflegekräfte zu verbessern.

Hierzu haben 24 europäische Länder, getragen von einer gemeinsamen Vision, beschlossen, in einer beispiellosen Forschungsinitiative zusammenzuarbeiten, um ihre wissenschaftlichen Kompetenzen, medizinischen Stärken und sozialen Konzepte zur Bewältigung dieser Herausforderungen zusammenzuführen.

Die Europäische Kommission wird die Arbeiten der JPND koordinierend und mit einem EU-Beitrag von fast 2 Mio. EUR unterstützen.

Die JPND soll auf der bestehenden, von der Europäischen Kommission unterstützten Verbundforschung in Europa aufbauen. So wurden auf der Grundlage des 6. Forschungsrahmenprogramms (RP6) 28 Vorhaben zu neurodegenerativen Erkrankungen mit einem EU-Beitrag von 136 Mio. EUR gefördert. Im RP7 wurden bislang 34 Projekte mit einem EU-Beitrag von 159 Mio. EUR unterstützt. Die Kommission wird auch in Zukunft Maßnahmen in die Wege leiten, die die Arbeit der JPND ergänzen.

Zum Auftakt wird die JPND:

  • eine strategische Forschungsagenda für neurodegenerative Erkrankungen entwickeln, die sich auf die Grundlagenforschung sowie auf klinische und gesellschaftliche Forschung erstreckt, wobei letztere auch Modelle für die Gesundheitsfürsorge umfasst;

  • diese Agenda umsetzen, indem innovative Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Fachwissen und Ressourcen zusammengeführt werden können, um die Fragmentierung und Doppelung laufender Forschungsanstrengungen zu vermeiden.

Ein wissenschaftliches Beratungsgremium aus den weltweit 15 besten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der neurodegenerativen Erkrankungen wurde gebildet, um die Ausarbeitung der strategischen Forschungsagenda und deren Umsetzung beratend zu begleiten. Diese Gruppe nimmt ihre Arbeit heute auf. Professor Philippe Amouyel führt den Vorsitz des JPND-Verwaltungsrates der Initiative.

Mehr dazu:

http://www.neurodegenerationresearch.eu/news/

http://ec.europa.eu/health/major_chronic_diseases/diseases/alzheimer/index_en.htm

MEMO/09/346


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