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Laut Umfragen wissen nahezu 40 % der Europäer über das Problem des übermäßigen Antibiotikaverbrauchs Bescheid

Commission Européenne - IP/10/412   09/04/2010

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IP/10/412

Brüssel, 9. April 2010

Laut Umfragen wissen nahezu 40 % der Europäer über das Problem des übermäßigen Antibiotikaverbrauchs Bescheid

Die Kommission veröffentlicht heute zwei Berichte, die auf die Notwendigkeit weiterer Fortschritte bei der Bekämpfung der Antibiotikaresistenz hinweisen. Bei dem einen Bericht handelt es sich um eine gesamteuropäische Erhebung, die einige besorgniserregende Trends in der Einstellung der Bevölkerung gegenüber Antibiotika deutlich macht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bürger mehr Informationen über die korrekte Anwendung von Antibiotika benötigen, auch wenn 37 % der Befragten angaben, dass sie in den vergangenen 12 Monaten auf die Gefahren des übermäßigen Antibiotikaverbrauchs aufmerksam gemacht wurden. Die zweite Veröffentlichung ist ein heute angenommener Fortschrittsbericht über die Empfehlung des Rates zur umsichtigen Verwendung antimikrobieller Mittel aus dem Jahr 2002. Aus dem Bericht geht hervor, dass in mehreren Bereichen gute Fortschritte erzielt wurden.-

Antibiotika haben die Medizin revolutioniert: mit ihnen können wir bakterielle Infektionen behandeln und Leben retten. Gleichwohl hat der übermäßige Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier antibiotikaresistente Organismen hervorgebracht“, sagte John Dalli, der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik. Er fügte hinzu: „Dies bedeutet, dass der Missbrauch von Antibiotika langfristig ihre Wirksamkeit untergräbt. Deshalb müssen wir auch weiterhin unsere Bürger für die mit falschem Antibiotikaeinsatz einhergehenden Risiken sensibilisieren.“

Dieser zweite Eurobarometer-Bericht über Antibiotikaresistenz folgte Ende 2009 auf eine ähnliche Erhebung, die 2002 in den damals 15 EU-Mitgliedstaaten durchgeführt wurde. Der Bericht behandelt drei Themen: unseren Antibiotikaverbrauch, unsere Einstellung dem Antibiotikaverbrauch gegenüber und eine Analyse der bewusstseinsbildenden Maßnahmen.

Antibiotika: Verbrauch und Einstellungen

  • 40 % der Befragten erklärten, im vergangenen Jahr Antibiotika eingenommen zu haben; mehr als ein Drittel nahm sie gegen eine Virusinfektion wie eine Erkältung oder einen grippalen Infekt.

  • 95 % dieser Befragten erhielten die Antibiotika von einem Arzt verschrieben und/oder verabreicht.

  • 53 % der Befragten glauben, Antibiotika könnten Viren abtöten. Dieser Irrglaube ist vor allem in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen verbreitet.

  • Gleichwohl haben 62 % derjenigen, die diese Informationen erhielten, ihre Einstellung zu Antibiotika nicht geändert.

Maßnahmen der EU und der Mitgliedstaaten

Im Jahr 2001 gab der Rat eine Empfehlung zur umsichtigen Verwendung antimikrobieller Mittel ab. Ein erster Fortschrittsbericht wurde 2005 vorgelegt. Der heute angenommene zweite Umsetzungsbericht zeigt, dass auf mehreren Gebieten Fortschritte erzielt wurden. Alle Bericht erstattenden Länder haben ein Überwachungssystem für die Resistenz gegen antimikrobielle Mittel eingeführt und fast alle verfügen über einzelstaatliche Systeme für die Überwachung des Einsatzes und des Verbrauchs antimikrobieller Mittel.

  • Achtzehn Länder berichten, dass der rezeptfreie Verkauf von Antibiotika keine wesentliche Ursache für den Antibiotikamissbrauch gewesen sei.

  • Mehrere Länder haben das Thema der Antibiotikaresistenz in die schulischen Lehrpläne aufgenommen; einige haben Bewusstseinsbildungskampagnen eingeleitet.

  • Die sektorübergreifende Zusammenarbeit bei der Durchführung nationaler Strategien zur umsichtigen Verwendung antimikrobieller Mittel wird verstärkt (Beteiligung der Gesundheitsministerien, medizinischer Einrichtungen, des ambulanten und stationären Bereichs, Apotheken usw.).

In dem Bericht wird auch betont, wie notwendig eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Human- und Veterinärmedizin ist. Demzufolge müssen die Beschäftigten des Gesundheitswesens und die breite Öffentlichkeit besser über richtigen Antibiotikaeinsatz aufgeklärt werden. Schließlich weist der Bericht darauf hin, dass die einzelstaatlichen Strategien weiter überwacht und bewertet werden müssen.

Was sind die nächsten Schritte?

Die Kommission verstärkt ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz durch verstärkte Zusammenarbeit zwischen ihren Dienststellen, so dass alle Aspekte dieser Gefahr berücksichtigt werden. Darüber hinaus wird die Kommission auch weiterhin das Bewusstsein für den richtigen Antibiotikaeinsatz schärfen, indem sie die Mitgliedstaaten und das Europäische Zentrum für die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) dabei unterstützt, dem Europäischen Tag zur Sensibilisierung für Antibiotikaresistenz zum Erfolg zu verhelfen.

Hintergrund

Antimikrobielle Mittel werden eingesetzt, um Mikroorganismen abzutöten oder deren Wachstum zu hemmen. Ihre Einführung hat das Gesundheitswesen revolutioniert, indem die Gefahr durch bis dahin unheilbare und oft tödlich verlaufende Infektionskrankheiten (z. B. Tuberkulose) verringert wurde. Diese Erfolge werden jetzt durch das Auftauchen resistenter Mikroben gefährdet, das hauptsächlich auf unangemessenen Einsatz antimikrobieller Mittel zurückzuführen ist.

Im Jahr 2001 gab der Rat eine Empfehlung zur umsichtigen Verwendung antimikrobieller Mittel in der Humanmedizin ab. Darin rief er die Kommission und die Mitgliedstaaten dazu auf, Strategien zur Bekämpfung der Ausbreitung der Antibiotikaresistenz zu erarbeiten und umzusetzen. Dazu sollten die Entwicklung von Überwachungssystemen, Kontrollmaßnahmen, Aufklärung und Bewusstseins-bildungskampagnen gehören.

Im November 2009 nahm die Kommission ein Arbeitsdokument ihrer Dienststellen an, in dem die Maßnahmen der EU zur Überwachung der Resistenz gegen antimikrobielle Mittel, zur Risikobewertung und zum Risikomanagement umrissen wurden.

Weitere Informationen finden Sie hier:

http://ec.europa.eu/health/eurobarometers/index_en.htm

http://ec.europa.eu/health/antimicrobial_resistance/key_documents/index_en.htm

http://www.ecdc.europa.eu/EN/EAAD/Pages/Home.aspx


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