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Brüssel, den 9. April 2010

Eurobarometer: EU-Bürger schlecht über Biodiversität informiert - EU-Kommission startet Sensibilisierungskampagne

Die EU-Kommission hat eine Eurobarometer-Umfrage veröffentlicht, die zeigt, dass viele Europäer nicht wissen, was Biodiversität bedeutet, und nicht genügend über den Verlust an Biodiversität Bescheid wissen. Parallel dazu hat die Kommission eine Kampagne gestartet, um die Öffentlichkeit über den Verlust an Biodiversität in der EU zu informieren.

Hierzu erklärte EU-Umweltkommissar Janez Potočnik: „Die Biodiversität ist der natürliche Motor unserer Zukunft, und wir müssen lernen, behutsam mit ihr umzugehen. Ich hoffe, dass diese Kampagne dazu beiträgt und für die Notwendigkeit sensibilisiert, die natürliche Umwelt, von der wir abhängig sind, besser zu behandeln."

Neue Untersuchungen zur Sensibilisierung für die Biodiversität

Die jüngste Eurobarometer-Umfrage zeigt, dass sich die meisten EU-Bürger auf dem Gebiet der Biodiversität nicht sehr gut auskennen. Die neue Umfrage über die Einstellung zur Biodiversität macht deutlich, dass nur 38  % der EU-Bürger überhaupt wissen, was dieses Wort bedeutet, wobei weitere 28 % den Begriff zwar gehört haben, aber nicht wissen, was damit gemeint ist. Die Mehrzahl der Befragten hält den Verlust an Biodiversität zwar für ein ernstes Problem, glaubt aber nicht, persönlich davon betroffen zu werden, wogegen nur 17 % der Auffassung sind, dass sie die Folgen bereits zu spüren bekommen. Als größte Gefahr für die Biodiversität nennen 27 % die Umweltverschmutzung und 26 % vom Menschen verursachte Katastrophen. Als Hauptgrund dafür, dass sie nichts gegen den Verlust an Biodiversität unternehmen, führen die Befragten an, nicht zu wissen, was sich dagegen tun lässt.

Die Sensibilisierungskampagne der Kommission

Die EU-weite Kampagne, die gleichzeitig mit dem von den VN ausgerufenen Jahr der biologischen Vielfalt stattfindet, soll das Bewusstsein für dieses Problem schärfen. Für diese Kampagne werden eine Website, ein Videoclip, PR-Aktionen, Straßenkunst und die Medien, einschließlich der neuen sozialen Medien, herangezogen. Die Kampagne soll den Bürgern in erster Linie deutlich machen, wie sich diese Verluste auf ihr tägliches Leben auswirken. Dabei soll insbesondere gezeigt werden, was sie selbst tun können, um diese Verluste zu verhindern. Motto der Kampagne ist „Biodiversität – das geht uns alle an".

Hauptanliegen ist es, die Bürger mit dem Problem/der Fragestellung der Biodiversität besser vertraut zu machen und dafür zu sorgen, dass sie die möglichen Folgen des Verlusts der Biodiversität verstehen und dagegen etwas unternehmen können.

Die Kampagne hat auch eine pädagogische Zielsetzung: Vermittelt werden sollen die Vorteile der Biodiversität, insbesondere die Ökosystemleistungen und die Gefahren, wenn diese wegfallen. Ziel ist, die Bürger stärker dafür zu sensibilisieren, was sie selbst unternehmen können, um diesen Verlust einzudämmen und zu verhindern. Ein Leitthema dabei ist die Vernetzung und wechselseitige Abhängigkeit.

Hintergrund: die Gefährdung der Biodiversität

Weltweit ist die Biodiversität in großer Gefahr: Der Artenverlust verläuft 100- bis 1000-mal schneller als normal. Mehr als ein Drittel der untersuchten Arten sind vom Aussterben bedroht, und schätzungsweise 60 % der weltweiten Ökosystemleistungen wurden in den vergangen 50 Jahren geschädigt. Diese Verluste sind durch die Tätigkeit des Menschen verursacht, durch veränderte Landnutzung, Raubbau, nicht nachhaltige Praktiken, Umweltverschmutzung und Einschleppung invasiver Arten, die zur Zersplitterung, Beeinträchtigung und Vernichtung von Lebensräumen und Arten geführt haben. Ein weiterer Faktor ist der Klimawandel.

Mitte März haben die EU-Umweltminister über ein neues Ziel für die Biodiversität beraten und vereinbart, dem Verlust der biologischen Vielfalt und der Verschlechterung der Ökosystemleistungen Einhalt zu gebieten und diese Leistungen bis 2020 soweit wie möglich wieder herzustellen. Außerdem haben sie sich als langfristiges Ziel für 2050 darauf geeinigt, dass die biologische Vielfalt geschützt, geachtet und in angemessener Weise wieder hergestellt werden soll. Ferner forderten sie, die Ziele für die Biodiversität stärker und deutlicher in die verschiedenen EU-Politiken und –Maßnahmen einzubeziehen. Die Schlussfolgerungen des Rates „Umwelt" wurden von den EU-Staats- und Regierungschefs am 26. März befürwortet.

Weitere Informationen unter:


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