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Brüssel, 31. März 2010

Neue Impulse für die Ernährungssicherung: Die EU bekämpft den Hunger in den Entwicklungsländern

Die Europäische Kommission hat heute zwei neue EU-Politikrahmen für die Unterstützung der Bemühungen der Entwicklungsländer um Ernährungssicherung sowohl in akuten Notsituationen als auch auf lange Sicht angenommen. Zum einen geht es darum, Fortschritte bei der Erreichung des Millenniumsentwicklungsziels „Beseitigung von Armut und Hunger“ (MDG 1) sicherzustellen. Zum anderen soll dafür gesorgt werden, dass in Krisensituationen, in denen aufgrund der Ernährungsunsicherheit das Leben von Menschen auf dem Spiel steht, die humanitäre Hilfe möglichst wirksam gestaltet wird. Die Ernährungssicherheit betrifft das Nahrungsmittelangebot, den Zugang zu Nahrungsmitteln und die Qualität von Nahrungsmitteln. Die Kommission setzt sich für ein umweltfreundliches und nachhaltiges Agrarmodell ein, das den tatsächlichen Gegebenheiten in den Entwicklungsländern und auf den dortigen Märkten Rechnung trägt und ermöglicht, Nahrungsmittel von einer angemessenen ernährungsphysiologischen Qualität verfügbar und zugänglich zu machen. Im Mittelpunkt der Strategie der Kommission stehen daher die Steigerung der Produktivität von Kleinbauern und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der ländlichen Gemeinden, die Förderung einer verbesserten Politikgestaltung zur Ernährungssicherung und die Stärkung der Unterstützungsmechanismen für besonders bedürftige Bevölkerungsgruppen.

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte: „Die Verbesserung der Ernährungssicherheit ist weiterhin ein zentrales Anliegen der EU. {Daher haben wir die Ernährungssicherheit, die nachhaltige Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung in den Mittelpunkt unserer Politik gegenüber unseren Entwicklungspartnern gestellt. Es ist nicht hinnehmbar, dass im Jahr 2010 immer noch eine Milliarde Menschen an Hunger und Mangelernährung leidet. Daher stelle ich heute unsere Strategie vor, wie die EU den Entwicklungsländern strukturell besser bei der Bewältigung der doppelten Geißel von Hunger und Armut helfen kann, damit wir die Millenniumsentwicklungsziele erreichen.

In dem neuen Politikrahmen für humanitäre Nahrungsmittelhilfe, der den Rahmen für Ernährungssicherheit ergänzt, sind die Ziele, Grundsätze und Konzepte dargelegt, von denen sich die EU bei ihren Bemühungen um Überwindung akuter Ernäh­rungsunsicherheit und Mangelernährung in Krisensituationen leiten lässt. Vor allem soll Menschen geholfen werden, die – wie insbesondere Frauen und Kinder – in Katastrophenfällen besonders stark von Mangelernährung bedroht sind. Ferner konzentrieren sich die Bemühungen auf die Sicherung der Existenzgrundlagen und die Wahrung der Fähigkeit betroffener Gemeinschaften, ihren Ernährungsbedarf sowohl kurz- als auch längerfristig selbst zu decken.

Die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe Kristalina Georgieva erklärte: „Selbst im Falle einer Krise gibt es möglicherweise bessere Unterstützungsinstrumente als die direkte Nahrungsmittelhilfe. So können wir beispielsweise Saatgut und Werkzeuge zur Verfügung stellen und auf diese Weise von der Krise betroffenen Landwirten bei einem Neuanfang helfen. Wir können Soforthilfen in bar auszahlen, damit die Krisenopfer sich selbst Nahrungsmittel kaufen können, was zugleich den Erzeugern vor Ort zugute kommt. Wir möchten eine maßgeschneiderte Antwort auf spezifische Bedürfnisse geben und wollen dazu unser Instrumentarium zur Bekämpfung von Hunger in Notsituationen ausweiten.“

Bei einem gemeinsamen Frühstück mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments und Vertretern von NRO in New York im Vorfeld der internationalen Geberkonferenz für Haiti konnten die Kommissionsmitglieder Piebalgs und Georgieva erörtern, wie die Konzepte der beiden Mitteilungen über Nahrungsmittelhilfe und Ernährungssicherheit an einem der bedürftigsten Orte der Welt umgesetzt werden können, nämlich in Haiti.

Weltweit haben Hunger und Mangelernährung in den vergangenen Jahren zugenommen, was die menschliche Entwicklung, die soziale und politische Stabilität sowie Fortschritte bei der Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele bedroht (sowie zu unendlich viel Leid und unzähligen Verlusten an Menschenleben führt). Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise im Zeitraum 2007-2008 sowie die Finanzkrise haben sich ebenfalls sehr nachteilig auf die Entwicklungsländer ausgewirkt.

Der neue EU‑Politikrahmen wird dazu beitragen, dass die Entwicklungsländer die vier Säulen der Ernährungssicherheit sowohl in akuten Notsituationen als auch auf lange Sicht stärken können: i) Ausweitung des Nahrungsmittelangebots, ii) Verbesserung des Zugangs zu Nahrungsmitteln, iii) Verbesserung der Nahrungsmittelqualität und Gewährleistung des Verzehrs ernährungsphysiologisch ausgewogener Nahrungsmittel, iv) Verbesserung der Wirksamkeit der Krisenprävention und des Krisenmanagements. Die EU wird sich auch darum bemühen, die weltweiten Organisationsstrukturen im Bereich der Ernährungssicherheit wirksamer zu gestalten. Daher schlägt die Kommission Folgendes vor:

  • schwerpunktmäßige Unterstützung der Intensivierung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft unter dem Gesichtspunkt der Ökoeffizienz und unter besonderer Förderung von Frauen;

  • deutliche Aufstockung der Fördermittel für eine nachfragebestimmte Agrarforschung im Interesse von Beratung und Innovation mit dem Ziel, die Förderung bis 2015 um 50 % zu erhöhen;

  • gemeinsame Initiative mit der Afrikanischen Union, um die Umsetzung der Panafrikanischen Bodenpolitik-Leitlinien zu beschleunigen;

  • Förderung der Errichtung bzw. Ausweitung gezielter und flexibler sozialer Sicherungsnetze, die an die Gegebenheiten vor Ort angepasst sind;

  • Unterstützung der besseren Einbeziehung von Ernährungsaspekten in entwicklungspolitische Strategien einschließlich Bildung, Gesundheit und entsprechendem Kapazitätenaufbau;

  • Unterstützung der Umwandlung des Ausschusses für die Welternährungssicherheit zum weltweiten Schlüsselgremium im Bereich der Ernährungssicherheit.

Im Hinblick auf akute Notsituationen wird sich die EU auch darum bemühen, die Reaktionskapazität des internationalen humanitären Systems zu stärken, damit rechtzeitig effiziente und angemessene Unterstützung geleistet wird.

Ferner wird die Europäische Kommission im Zeitraum 2010-2012 fast 3 Mrd. EUR für die Initiative zur Verbesserung der globalen Ernährungssicherheit bereitstellen, die 2009 auf dem G8-Gipfel beschlossen wurde.

Die heute angenommenen Mitteilungen werden vom Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament erörtert.

Weitere Informationen unter:

EU-Politikrahmen zur Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Verbesserung der Ernährungssicherheit

http://ec.europa.eu/development/services/dev-policy-proposals_en.cfm

Mitteilung der Kommission über humanitäre Nahrungsmittelhilfe

Allgemeine Website über humanitäre Nahrungsmittelhilfe:

http://ec.europa.eu/echo/policies/food_assistance_en.htm

Direkte Links:

- Mitteilung über humanitäre Nahrungsmittelhilfe:

http://ec.europa.eu/echo/files/policies/foodaid/HFA_Communication_220310.pdf

- Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen zur humanitären Nahrungsmittelhilfe

http://ec.europa.eu/echo/files/policies/foodaid/HFA_SWD_220310.pdf


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