Navigation path

Left navigation

Additional tools

Verbraucherbarometer macht Kaufhindernisse und verschlechterten Stand der Verbraucher deutlich

European Commission - IP/10/384   29/03/2010

Other available languages: EN FR DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL BG RO

IP/10/384

Brüssel, den 29. März 2010

Verbraucherbarometer macht Kaufhindernisse und verschlechterten Stand der Verbraucher deutlich

Die Europäische Kommission veröffentlichte heute die Frühjahrsausgabe ihres Verbraucherbarometers, laut der die Verbraucher in der EU wegen der Hindernisse im grenzüberschreitenden Handel noch immer nicht in den Genuss aller Vorteile des Binnenmarkts kommen. Im elektronischen Handel wird die Schere zwischen Inlands- und Auslandsgeschäften größer. In vielen Ländern haben die Verbraucher inzwischen einen schlechteren Stand, gemessen z. B. am Vertrauen der Verbraucher in Verbraucherbehörden und NGOs und in die Wirksamkeit des Umgangs mit Verbraucherklagen. In einigen Ländern haben sich die Bedingungen aber trotz der schwierigen Wirtschaftslage verbessert. Was Verbraucher sich leisten können, unterscheidet sich von einem zum anderen Land stark: In sechs Ländern liegt die Kaufkraft unter der Hälfte des EU-Schnitts. Das Leben in den reicheren EU-Ländern ist trotz der höheren Preise erschwinglicher. Die Kommission will die Hindernisse beseitigen und hat dazu einen Maßnahmenkatalog aufgestellt, u. a. zur Vereinfachung der Regeln für den Einzelhandel.

Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissar John Dalli dazu: „Der Binnenmarkt verspricht den europäischen Verbrauchern mehr Auswahl und niedrigere Preise. Diese Erwartungen werden aber oft enttäuscht, da für Händler und Kaufwillige die Landesgrenzen oft unüberwindliche Hürden darstellen; meine Kollegen und ich sind entschlossen, diese Hindernisse abzubauen.“ Er fügte hinzu: „Meine Anerkennung gilt den Mitgliedstaaten, die trotz knapper Haushaltsmittel weiter in eine Umgebung investieren, in der man Verbraucherschützern vertrauen kann und Streitigkeiten zügig beigelegt werden.“

Das Verbraucherbarometer

Mit dem Verbraucherbarometer wird erhoben, wie der Binnenmarkt für die Verbraucher im Hinblick auf Angebot, Preiswettbewerb und Kundenzufriedenheit funktioniert. Ab 2010 werden in der Frühjahrsausgabe auch die Integration des Einzelhandels und die Verbrauchersituation in den einzelnen Staaten behandelt. Im Oktober wird das Verbraucherbarometer für Herbst veröffentlicht, in dem 50 einzelne Marktsegmente daraufhin geprüft werden, wo es zu Störungen für die Verbraucher kommen könnte.

Wichtigste Ergebnisse

Hindernisse für den grenzüberschreitenden Handel

Zahl und Wert von grenzüberschreitenden Geschäften sind ein Gradmesser für die Integration des Einzelhandels der EU. Das Wachstum des grenzüberschreitenden Handels scheint begrenzt: 2009 kauften lediglich 29 % der Verbraucher in einem anderen EU-Land ein (2008 waren es 25 %) und nur 25 % der Einzelhändler lieferten in einen anderen Mitgliedstaat (2008: 20 %). Die Schere zwischen online getätigten Inlands- und Auslandskäufen wird größer: 2009 kauften 34 % der Verbraucher in der EU Waren oder Dienstleistungen von Internetanbietern im eigenen Land (2008 waren es 28 %), aber nur 8 % bestellten im EU-Ausland (2008: 6 %).

Aus früheren Untersuchungen der Kommission geht hervor, dass bei Käufen im Ausland gespart werden kann und die Auswahl größer ist (siehe IP/09/1564 und MEMO/09/475).

Es gibt aber nach wie vor Hindernisse, so dass viele Händler sich weigern, ins Ausland zu liefern. In früheren Untersuchungen wurde festgestellt, dass über 60 % der Auslandsbestellungen fehlschlagen. Die Kommission ist entschlossen, diese Hindernisse systematisch abzubauen, und hat dazu im Oktober 2009 einen Maßnahmenkatalog aufgestellt (siehe MEMO/09/475). Dazu gehören u. a. die Zusammenfassung der vielen unterschiedlichen Einzelregelungen, die Verbesserung der Streitbeilegung über Grenzen hinweg und die Vereinfachung der Regelungen für den Einzelhandel.

Schlechterer Stand der Verbraucher

Bestimmend für den Stand der Verbraucher sind Faktoren wie die Qualität des Rechtsrahmens für Verbraucher und Unternehmen, die Wirksamkeit der Streitbeilegung und der Behandlung von Verbraucherklagen sowie das Vertrauen der Verbraucher in Behörden, Einzelhandel, Werbung und Verbraucherorganisationen.

In den meisten Ländern haben sich die Bedingungen für die Verbraucher durch die Wirtschaftkrise verschlechtert. Allerdings haben auch acht Mitgliedstaaten (Portugal, Luxemburg, Irland, Italien, Österreich, Frankreich, Slowakei und Vereinigtes Königreich) ihre Ergebnisse gegenüber 2008 verbessert.

Große Kaufkraftunterschiede

Nach dem Verbraucherbarometer gibt es zwischen den Ländern große Unterschiede im Hinblick darauf, was die Verbraucher sich leisten können, unter Berücksichtigung von Durchschnittseinkommen und Preisniveau. Dabei fällt auf, dass das Leben in den reicheren EU-Ländern trotz der höheren Preise erschwinglicher ist. Bei weitem am stärksten ist die Kaufkraft in Luxemburg, gefolgt vom Vereinigten Königreich, von Zypern, den Niederlanden und Österreich.

Mehr Informationen: MEMO/10/109

Verbraucherbarometer:

http://ec.europa.eu/consumers/strategy/facts_en.htm#3CMS


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website