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IP/10/342

Brüssel, den 23. März 2010

Verbraucherschutz: Risiken durch Kordeln und Zugbänder an Kinderbekleidung

Wenn die Verbraucher in der EU Kleidung für ihre Kinder kaufen, sollten sie sich keine Sorgen über Sicherheitsrisiken machen müssen. Bei einem jüngst durchgeführten EU‑Marktüberwachungsprojekt wurde speziell die Sicherheit von Kinderbekleidung untersucht, die mit Kordeln und Zugbändern versehen ist und deshalb vor allem für Kinder unter 7 Jahren ein Strangulierungsrisiko bergen kann. Die Marktaufsichtsbehörden in elf Mitgliedstaaten1 überprüften von 2008 bis 2010 über 16 000 Kleidungsstücke, und die Ergebnisse, die von der Europäischen Kommission heute veröffentlicht wurden, zeigen, dass ein Zehntel gegen die europäische Sicherheitsnorm2 verstößt. Hauptziel des Projekts war es, die Menge der mit Sicherheitsrisiken behafteten Kinderbekleidung auf dem EU‑Markt – ob in Europa hergestellt oder importiert – zu reduzieren. So wurden zahlreiche RAPEX-Meldungen verfasst und Abhilfemaßnahmen ergriffen. Außerdem hatten die Mitgliedstaaten Gelegenheit, Erfahrungen mit der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zu sammeln. Die nationalen Behörden wollen ihre Anstrengungen verstärken, um dafür zu sorgen, dass die relevanten Sicherheitsvorschriften eingehalten und die Wirtschaftsakteure und Verbraucher informiert und aufgeklärt werden.

Der für Gesundheit und Verbraucherpolitik zuständige EU‑Kommissar John Dalli erklärte: „Die Eltern und Erzieher müssen für die Sicherheit ihrer Kinder sorgen. Wir wollen, dass Eltern ihren Kindern Kleidung kaufen können, ohne sich über die Sicherheit Gedanken zu machen. Wir müssen auf unsere schutzbedürftigsten Verbraucher achten und sicherstellen, dass die Produkte, die auf unseren Markt gelangen, den Vorschriften entsprechen. Mein Rat an die Eltern lautet ‚Aufpassen und meine Botschaft an die Unternehmer, dass sie für die Sicherheit der von ihnen vermarkteten Produkte verantwortlich sind.

Das Problem

Die europäischen Marktüberwachungsbehörden erhalten Meldungen über Unfälle, bei denen sich Kordeln oder Zugbänder an Kinderbekleidung in Fahrrädern, Türen, Autotüren oder an Spielgeräten verfangen und schwere Verletzungen oder Todesfälle verursacht haben. Die nationalen Statistiken zeigen, dass sich solche Unfälle in zwei Altersgruppen ereignen: i) jüngere Kinder: Hängenbleiben von Kapuzenkordeln an Spielgeräten, wie z. B. Rutschen, was zu tödlichen Unfällen führt; ii) ältere Kinder: Hängenbleiben von Kordeln und Bändern des Taillenbereichs und der unteren Säume der Kleidung in sich bewegenden Fahrzeugen, wie z. B. Bustüren, Skiliften und Fahrrädern, was zu schweren Verletzungen oder zum Tod durch Mitschleifen oder Überrollen durch das Fahrzeug führt.

Das Projekt

Das genannte Projekt wurde von Behörden in elf Mitgliedstaaten im Rahmen von PROSAFE, dem EU‑Netz der Aufsichtsbehörden3, von August 2008 bis Februar 2010 durchgeführt. Dabei erfolgten 4642 Inspektionen mit besonderem Schwerpunkt auf dem Einzelhandel, aber auch auf Großhandel, Herstellung und Import, davon 61 an den EU‑Grenzen in Zusammenarbeit mit den Zollbehörden. 16 300 Kleidungsstücke wurden untersucht, 2188 verstießen gegen eine oder mehrere Vorschriften der europäischen Sicherheitsnorm. Fast 70 % der nichtkonformen Kleidungsstücke waren für Säuglinge und jüngere Kinder gefertigt. Von den nationalen Behörden wurden entsprechende Abhilfemaßnahmen ergriffen.

Empfehlungen

Die Hersteller, Vertreiber, Importeure und Einzelhändler müssen dafür sorgen, dass die Kordeln und Zugbänder an Kinderbekleidung der europäischen Norm EN 14682:2007 entsprechen oder ein gleichwertiges Sicherheitsniveau aufweisen.

Eltern und Erzieher können sich außerdem an folgenden grundsätzlichen Empfehlungen orientieren:

  • Kleidung für Kinder bis 7 Jahren (Körpergröße 1,34 m) sollte nicht mit Kordeln oder Zugbändern im Kapuzen- und Halsbereich versehen sein.

  • Kleidung für Kinder zwischen 7 und 14 Jahren sollte keine Kordeln mit einer Länge von mehr als 75 mm (7,5 cm) im Kapuzen- und Halsbereich oder Zugbänder mit losen Enden haben. Kordeln im Kapuzen- und Halsbereich sollten nicht elastisch sein, außer Schulterträger und Nackenverschlüsse.

  • Kinderbekleidung sollte keine Kordeln oder Zugbänder mit freien Enden von mehr als 140 mm (14 cm) im Brust- und Taillenbereich haben.

  • Kinderbekleidung mit Nackenverschluss sollte keine losen Enden im Kapuzen- und Halsbereich aufweisen.

  • Bei Kinderbekleidung, die auf der Vorderseite zugebunden werden kann, sollten die Gürtel oder Schärpen nicht länger als 360 mm (36 cm) sein, gemessen ab dem Punkt, an welchem sie gebunden werden sollen.

  • Wenn Sie bereits Kinderbekleidung besitzen, die nicht den obigen Vorschriften entspricht, können Sie die Sicherheit verbessern, indem Sie Kordeln oder Zugbänder entfernen, abschneiden oder kürzen.

  • Haben Sie ein Kleidungsstück gekauft, das gegen diese grundsätzlichen Vorschriften verstößt, können Sie die Marktaufsichtsbehörden Ihres Landes informieren4.

Wie geht es weiter?

Die Mitgliedstaaten werden die Sicherheitsüberwachung der Kinderbekleidung fortsetzen, wobei sie auf den bei der gemeinsamen Aktion erworbenen vorbildlichen Verfahren und Schulungen aufbauen. Die Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsakteuren wird weiter dazu beitragen, diese für die Sicherheitsvorschriften zur Vermarktung von Kinderbekleidung zu sensibilisieren. Für bestimmte Vorschriften der europäischen Norm besteht Klärungsbedarf, damit die Auslegung und Anwendung sowohl für die Marktaufsichtsbehörden als auch für die Wirtschaftsakteure erleichtert wird.

Weitere Informationen:

MEMO/10/98

1 :

Bulgarien, Dänemark, Griechenland, Estland, Frankreich, Irland, Litauen, Niederlande, Österreich, Portugal und Tschechische Republik.

2 :

EN 14682:2007 Sicherheit von Kinderbekleidung – Kordeln und Zugbänder an Kinderbekleidung – Anforderungen.

3 :

Product Safety Enforcement Forum of Europe ist eine Organisation ohne Erwerbszweck, die von Marktaufsichtsbeamten aus verschiedenen europäischen Ländern gegründet wurde und von der Europäischen Kommission unterstützt wird – ihr Ziel ist die Verbesserung der Marktüberwachung durch vorbildliche Verfahren (http://www.prosafe.org/).

4 :

Link zu den RAPEX-Kontaktstellen: http://ec.europa.eu/consumers/safety/rapex/contact_points.pdf


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