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Brüssel, den 11. März 2010

Schneller, besser, effizienter: neue Auswahlverfahren für EU-Beamte

Am 16. März 2010 wird das Europäische Amt für Personalauswahl (EPSO) das erste Auswahlverfahren (für Verwaltungsräte) starten, das nach einem neuen und vereinfachten System ablaufen soll. Vorteil dieses Systems ist, dass für die gängigsten Stellenprofile künftig jährlich Auswahlverfahren durchgeführt werden, so dass Anwärter ihre Bewerbung besser vorbereiten und die EU-Organe ihre Personalplanung vorausschauender gestalten können. Das neue Verfahren ist schneller und effizienter, weil es weniger Stufen umfasst als bisher. Überdies ist es zielgerichteter, weil in Zukunft Kompetenzen wichtiger sind als reines Wissen. Kompetenzen-Tests gelten als zuverlässiger Indikator für zu erwartende Leistungen am Arbeitsplatz.

Vizepräsident Maroš Šefčovič, EU-Kommissar für Interinstitutionelle Beziehungen und Verwaltung, erklärte: „Auf einem zunehmend kompetitiven Arbeitsmarkt müssen die EU-Organe für hochqualifizierte Bewerber der verschiedensten Fachrichtungen attraktiv sein. Dies gelingt uns aber nur dann, wenn wir ihnen rasch einen interessanten Posten in Aussicht stellen. Mithilfe des neuen Systems, das auf bewährten Verfahren im öffentlichen Dienst basiert, sollen die EU-Organe auf die richtigen Bewerber zum richtigen Zeitpunkt zurückgreifen können. Wie bisher werden die Auswahlverfahren fair und offen ablaufen.“

Gezieltere Planung

Die Organe müssen dem EPSO in Zukunft regelmäßig ihren Personalbedarf für die kommenden drei Jahre mitteilen. Neben den jährlichen allgemeinen Auswahlverfahren für Verwaltungsräte, Assistenten und den Sprachendienst werden auch gesonderte Auswahlverfahren für Spezialisten durchgeführt. Damit erfolgreiche Bewerber nicht wie in der Vergangenheit oft jahrelang auf einer Reserveliste stehen, ohne dass ihnen eine Stelle angeboten wird, bleiben die Listen künftig nur noch ein Jahr gültig, bis die Auswahlverfahren des Folgejahres abgeschlossen sind. In Zukunft werden die meisten Bewerber der Reserveliste zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Die Prüfungsteilnehmer erhalten ein Feedback zu ihren Leistungen, wodurch langwierige Berufungsverfahren vermieden werden.

Raschere und zielgerichtetere Einstellungsverfahren

Das neue EPSO-Auswahlverfahren ist qualitativ hochwertiger und verlässlicher. Maßgeblich hierbei ist, dass künftig mehr Wert auf Kompetenzen als auf reines Wissen gelegt wird. Das neue Auswahlverfahren ist zweistufig – computergestützte Vorauswahltests in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten und eine Auswahltagung in Brüssel – und dauert statt wie bisher zwei Jahre nur noch fünf bis neun Monate.

Bei der Vorauswahl werden nach wie vor kognitive Fähigkeiten und situationsbezogenes Urteilsvermögen, darüber hinaus je nach Anforderungsprofil auch berufsbezogene und sprachliche Kompetenzen geprüft. EU-Wissen wird nicht mehr wie bisher in der ersten Phase getestet, sondern gemeinsam mit berufsbezogenen Aufgaben in der Auswahltagung.

Auf der Stufe der Auswahltagung werden alle Schlüsselkompetenzen gründlich und zuverlässig geprüft. Hierbei geht es weniger um Faktenwissen als um berufsbezogene Fähigkeiten. Die Aufgaben sind so konzipiert, dass die gewünschten Qualifikationen, von der jede einzelne mindestens zweimal getestet wird, deutlich werden. Je nach Auswahlverfahren nimmt diese Phase einen vollen oder halben Prüfungstag in Anspruch. Die Auswahltagung wird in der zweiten Sprache des Bewerbers (Deutsch, Englisch oder Französisch) durchgeführt, sofern das Stellenprofil nicht besondere Sprachkenntnisse erfordert. Diese Stufe ersetzt das bisherige aufwendige zweistufige Prüfungsverfahren mit schriftlichen und mündlichen Tests. Neben berufsbezogenen Kompetenzen und Kenntnissen wird auch eine Reihe von Kernkompetenzen geprüft. Hierzu gehören Analysefähigkeit und Problemlösung, Kommunikation, ergebnisorientiertes Handeln, Lernfähigkeit und persönliche Entwicklung, Prioritätensetzung und Organisation, Belastbarkeit und Teamfähigkeit.

In den Prüfungsausschüssen sitzen in Zukunft mehr Fachleute. Zum einen werden Ausschussmitglieder zum EPSO abgestellt und konkret geschult, zum anderen werden Personalberater und Psychologen verstärkt herangezogen.

Erfolgreiche Bewerber erhalten einen „Kompetenzpass“ über ihre Leistungen in der Auswahltagung, der den Organen zur Erleichterung des Einstellungsverfahrens zugeht.

Mehr Vielfalt

EPSO führt auch eine Reihe von Maßnahmen durch, um bei den EU-Bediensteten zu mehr Vielfalt zu gelangen und das Image der EU als Arbeitgeber zu verbessern. Hierzu gehören geschlechtsneutrale Tests, ein besserer Service für Bewerber mit besonderen Bedürfnissen und ein aktiverer Umgang mit den Reservelisten.

Karrieremöglichkeiten bei der EU

Das EPSO möchte die besten Bewerber für die EU gewinnen. Für das neue Auswahlverfahren wurde ein eigenes Logo entwickelt. Die Kommission hat den Anspruch, eine öffentliche Verwaltung von höchster Qualität zu sein. Die EU bietet eine auf Dauer abwechslungsreiche Tätigkeit, eine interessante und verantwortungsvolle Arbeit, die einzigartig in Europa ist, ein Arbeitsumfeld, in dem das Erlernen neuer Fähigkeiten und Sprachen dazugehört, die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten und zu reisen, mit Menschen aus ganz Europa zusammen zu arbeiten und nicht zuletzt auch attraktive Beschäftigungskonditionen.


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