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IP/10/25

Brüssel, den 15. Januar 2010

Europäische Kommission unterstützt Hilfsmaßnahmen in Haiti mit erster Einschätzung der Schäden: Fakten und Karten

Über 4000 Bauten wurden in Port-au-Prince (Haiti) durch das Erdbeben der Stärke 7, das das Land am 12. Januar 2010 erschütterte, zerstört oder beschädigt. Etwa 2000 Wohngebäude stürzten ganz oder teilweise ein, ebenso viele Gebäude weisen schwere Schäden auf. Einige kritische Infrastrukturen wie Regierungsgebäude, Schulen und Krankenhäuser sind eingestürzt oder wurden schwer beschädigt. Dies sind die ersten Ergebnisse einer raschen Einschätzung der Schäden, die die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (GFS) anhand der Analyse von zum Teil vor und zum Teil nach der Katastrophe aufgenommenen Satellitenbildern mit sehr hoher Auflösung vornahm. Eine rasche Einschätzung der Schäden bietet wertvolle Informationen für eine wirksame Planung der Soforthilfe und der weiteren Unterstützung sowie des späteren Wiederaufbaus.

Aus der Analyse der Satellitenbilder vor und nach der Katastrophe ergibt sich vorläufig Folgendes:

Gebäudetyp

zerstört

(Gebäude schwer beschädigt, zumeist ganz oder teilweise eingestürzt)

beschädigt

(Gebäude teilweise beschädigt, jedoch nicht eingestürzt)

Individuelle Wohnhäuser

(zumeist freistehende, ein- bis zweistöckige Wohnhäuser für eine bis zwei Familien)

1118

969

Mehrfamilienhäuser mit mehr als zwei Stockwerken

749

990

Mehrfamilienhäuser mit mehr als fünf Stockwerken

58

48

Industrie-/Geschäftsgebäude

(Gebäude mit offensichtlich industrieller bzw. gewerblicher Funktion – z. B. Fabriken, Lagerhallen)

169

163

Regierungsgebäude/ Dienstleistungsgebäude

(Gebäude mit einer offensichtlichen Funktion für Regierung oder öffentlichen Dienst – z. B. Verwaltungen, Büchereien, kulturelle Gebäude)

11

5

Bildungseinrichtungen (Schulen, Hochschulen)

11

9

Religiöse Bauten (Kirchen)

2

5

Krankenhäuser

3

0

Hotels

7

3

Straßen

3

13

Brücken

0

0

2131

2205

Es ist höchst wahrscheinlich, dass die bei dieser Analyse bisher ermittelten Schäden die tatsächlichen Gebäude- und Infrastrukturschäden nicht vollständig widerspiegeln, da interne strukturelle Schäden auf Satellitenaufnahmen nicht erkennbar sind.

Die Schäden scheinen sich auf den Bereich der Hauptstadt Port-au-Prince einschließlich des Ortes Carrefour zu konzentrieren (Abb. 1). Schäden an Wohnhäusern in der Gegend von Carrefour sind hauptsächlich an steilen Hängen festzustellen. Es sind dort Erdrutsche und instabile Hänge zu erkennen, was im Hinblick auf die nächste Regenperiode Anlass zur Sorge gibt. Straßen und insbesondere Brücken sind zwar offensichtlich weitgehend unversehrt, sie können jedoch aufgrund des auf der Fahrbahn angesammelten Schutts zerstörter Gebäude unbefahrbar sein.

Hintergrundinformationen

Die Einschätzung der Schäden in Port-au-Prince stützte sich auf die Analyse von Satellitenbildern mit sehr hoher Auflösung, die vor und nach dem Erdbeben entstanden.

Die GFS unterstützte die Dienststellen der Europäischen Kommission bei der Koordinierung der Reaktion der EU, indem sie Frühwarnungen und aktualisierte Karten zur Situation vor Ort lieferte. Das GDACS (Global Disaster Alert and Coordination System - globales Katastrophenalarm- und Koordinationssystem), eine von der GFS und den Vereinten Nationen entwickelte internetgestützte Plattform, erfasste das erste Beben nach 18 Minuten und gab eine Warnung der Alarmstufe „Rot“ an 8500 Nutzer – vor allem Soforthilfeorganisationen und sonstige Hilfsorganisationen – aus.

Quellen

Geoeye-Satellitenaufnahmen nach dem Erdbeben (50-cm-Auflösung), aufgenommen am 13. Januar 2010.

QUICKBIRD-Satellitenaufnahmen vor dem Erdbeben (60/70cm-Auflösung), aufgenommen 2006-2009.

Die Wissenschaftler der GFS haben diese Satellitendaten zur Lage vor und nach der Katastrophe ausgewertet und die Schäden anhand visueller Interpretation der Bilder manuell gezählt und klassifiziert.

Weitere Informationen auf der Website der GFS:

www.jrc.ec.europa.eu/haiti

ANNEX



Figure 1 . Satellite data based Damage Assessment Port-au-Prince, 13 January 2010



Figure 2 . Detailed Satellite data based Damage Assessment for central Port-au-Prince, 13 January 2010


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