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K ultur: Kommission schlägt EU-weites Europäisches Kulturerbe-Siegel vor

European Commission - IP/10/250   09/03/2010

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IP/10/ 250

Brüssel, 9. März 2010

K ultur: Kommission schlägt EU-weites Europäisches Kulturerbe-Siegel vor

Die Europäische Kommission hat heute eine EU-weite Initiative zur Vergabe des „Europäischen Kulturerbe-Siegels“ vorgeschlagen. Mit dem Siegel sollen Stätten ausgezeichnet werden, die Symbole und Beispiele der europäischen Einigung, der Ideale und der Geschichte der EU sind. Der Vorschlag für den Beschluss wird dem EU-Ministerrat und dem Europäischen Parlament zur Annahme vorgelegt und könnte 2011 oder 2012 in Kraft treten.

„Ich bin davon überzeugt, dass das Europäische Kulturerbe-Siegel das allgemeine Bewusstsein für unser gemeinsames und zugleich vielfältiges Kulturerbe schärfen sowie den Kulturtourismus und den interkulturellen Dialog anregen wird“, erklärte Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend.

Der Vorschlag der Kommission stützt sich auf eine zwischenstaatlichen Initiative für das Europäische Kulturerbe-Siegel, die 2006 von 17 Mitgliedstaaten ins Leben gerufen wurde. Durch die Umwandlung dieser Initiative in eine Maßnahme der Europäischen Union verstärken sich die Glaubwürdigkeit, die Öffentlichkeitswirkung und das Ansehen des Siegels.

Im Rahmen der zwischenstaatlichen Initiative haben bislang 64 Stätten das Siegel erhalten, wobei die Auswahl dieser Stätten durch die Mitgliedstaaten selbst erfolgte (Liste siehe Anhang). Ausgezeichnet wurden beispielsweise das Haus von Robert Schuman – französischer Politiker und einer der Gründerväter der EU – in Scy-Chazelles (Lothringen) sowie die Danziger Werft: Dort wurde Solidarność, die erste unabhängige Gewerkschaft in einem Warschauer-Pakt-Land, gegründet – einer der Auslöser für die Ereignisse, die nach dem Kalten Krieg letztlich zur Einigung des Kontinents führten.

Die vorgeschlagenen neuen Modalitäten sehen vor, dass jeder der 27 Mitgliedstaaten jährlich die Möglichkeit hat, maximal zwei Stätten für das neue Europäische Kulturerbe-Siegel vorzuschlagen. Diese Vorschläge werden anschließend von einer aus unabhängigen Experten bestehenden Jury bewertet, die höchstens eine Stätte pro Land und Jahr für die Zuerkennung des Siegels auswählen kann. Die Teilnahme an der neuen Maßnahme ist freiwillig.

Die wichtigsten Vorteile des Europäischen Kulturerbe-Siegels:

  • neue Möglichkeiten, das europäische Kulturerbe und die demokratischen Werte kennenzulernen, die das Fundament der Geschichte und der Einigung Europas bilden

  • Unterstützung des Kulturtourismus in Europa zum Nutzen der Wirtschaft

  • eindeutige, transparente Kriterien für alle beteiligten Mitgliedstaaten

  • Auswahl- und Kontrollverfahren, die gewährleisten, dass nur wirklich bedeutsame Stätten das Siegel erhalten

In folgenden Punkten unterscheidet sich das vorgeschlagene Europäische Kulturerbe-Siegel der EU von anderen einschlägigen Initiativen, z. B. der UNESCO-Liste des Welterbes und den „Kulturwegen Europas“ des Europarates:

  • Es werden Stätten ausgezeichnet, die eine Schlüsselrolle in der Geschichte der Europäischen Union gespielt haben.

  • Die Auswahl der Stätten erfolgt nicht aufgrund ihrer Schönheit oder ihrer architektonischen Qualität, sondern wegen ihres symbolischen Wertes für Europa.

  • Die pädagogische Dimension, insbesondere mit Blick auf junge Menschen, spielt eine maßgebliche Rolle.

Anhang: Stätten, denen im Rahmen der bestehenden Initiative das Europäische Kulturerbe-Siegel zuerkannt wurde:

Europäisches Kulturerbe-Siegel – bislang von den Mitgliedstaaten ausgewählte Stätten

LAND

STÄTTE 1

BELGIEN

Palast der Fürstbischöfe, Lüttich

Raerener Steinzeug (Deutschsprachige Gemeinschaft)

Archäologische Ausgrabungsstätte Ename

Archäologische Ausgrabungsstätte Coudenberg

BULGARIEN

Archäologische Ausgrabungsstätte Debelt

Wassil-Lewski-Denkmal

Historischer Stadtkern von Russe

Musikzentrum „Boris Christow“

FRANKREICH

Abtei von Cluny

Robert-Schuman-Haus in der Nähe von Metz

Papstpalast, Avignon

GRIECHENLAND

Akropolis, Athen

Palast von Knossos

Archäologische Ausgrabungsstätte Poliochni

Byzantinische Ausgrabungsstätte Monemvasia

ITALIEN

Geburtshäuser von Rossini, Puccini und Verdi

Geburtshaus von Alcide De Gasperi

Insel Ventotene

Kapitolsplatz, Rom

LETTLAND

Historischer Stadtkern von Riga

Schloss Rundāle (Ruhenthal)

Stadt Kuldīga (Goldingen)

LITAUEN

Werke von Mikalojus Konstantinas ‚Čiurlionis’

Historischer Stadtkern von Kaunas (Kauen)

Žemaitija-Tiefebene und Berg der Kreuze

Museum der Opfer des Genozids (1940-41) in Vilnius (Wilna )

MALTA

Katakomben von Rabat

POLEN

Danziger Werft

Lech-Berg in Gniezno (Gnesen): Kathedrale, Kirche, Paläste, Museum

Kathedrale St. Stanislaus und Wenzel, Krakau

Stadt Lublin

PORTUGAL

Kathedrale von Braga

Jesuskloster Setúbal

Universitätsbibliothek Coimbra

Abschaffung der Todesstrafe

RUMÄNIEN

Archäologische Ausgrabungsstätte Istria

Cantacuzino-Palast, Bukarest

Rumänisches Athenäum, Bukarest

Brâncuşi-Skulpturenensemble in Târgu Jiu (Tergoschwyl)

SCHWEIZ

St. Peter Kathedrale , Genf

Schloss von La Sarraz

St.-Gotthard-Hospiz

SLOWAKEI

Präromanische Kirchenarchitektur, Kirche der Hl. Margarete, Kopčany (Koptschan)

Burg Červený Kameň (Bibersb urg)

Grabmal von General Milan Rastislav Štefánik auf dem Berg Bradlo

SLOWENIEN

Heilig-Geist-Gedächtniskirche, Javorca

Partisanenlazarett Franja, Dolenji Novaki

Friedhof Žale, Ljubljana

SPANIEN

Archiv der Krone von Aragon

Kloster von Yuste

Kap Finisterre

Residencia de Estudiantes, Madrid

TSCHECHISCHE REPUBLIK

Burg Kynžvart (Königswart)

Zlín, Stadt des Tomáš Baťa

Bergwerk Vítkovice (Witkowitz) in Ostrava (Ostrau)

Antonin-Dvořák-Gedenkstätte in Vysoká u P ří brami

UNGARN

Königspalast Eszt ergom (Gran)

Festung Szigetvár (Inselburg)

Reformiertes Kollegium und Große Reformierte Kirche in Debrecen

Königsburg Visegrád (Plintenburg)

ZYPERN

Festungsanlagen von Nikosia

Burg Kolossi

Ausgrabungsstätte Kourion

6 Kirchen mit byzantinischen und post­byzantinischen Fresken im Troodos-Gebirge

1 :

Diese Stätten wurden von den Mitgliedstaaten nach den Modalitäten einer zwischenstaatlichen Initiative ausgewählt. Um die notwendige Gesamtkohärenz der Maßnahme für das Europäische Kulturerbe-Siegel zu gewährleisten, müssen die Stätten, denen das Siegel bereits im Rahmen der zwischenstaatlichen Initiative zuerkannt wurde und die auch das neue Siegel erhalten sollen, nochmals anhand der neuen Kriterien bewertet werden.


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