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IP/10/220

Brüssel, den 2. März 2010

Digitale Kompetenz: Europäische e Skills-Woche 2010 betont das Potenzial der IKT-Kompetenzen für den Aufschwung in Europa

Im Rahmen der Europäischen eSkills-Woche 2010 vom 1. bis 5. März soll geprüft werden, welche Erfolge mit der EU-Strategie zu den IKT-Kompetenzen im Hinblick auf digitale Kompetenz und Erweiterung der IKT-Kenntnisse aller EU-Bürger erzielt wurden; ferner sollen Erfahrungen ausgetauscht, Verbindungen geknüpft und Interessengruppen in der gesamten Union mobilisiert werden. Die offizielle Eröffnung der Europäischen eSkills-Woche auf der CeBIT, der weltweit bedeutendsten Messe für die digitale Industrie in Hannover, am 2. März 2010 bildet den Höhepunkt einer Kampagne, die mehr als 200 Events und Veranstaltungen wie Konferenzen, Web-Seminare und Besuche von Unternehmensmanagern in Schulen sowie Workshops umfasst. Mit der Europäischen eSkills-Woche wollten die Europäische Kommission, Regierungen, die Industrie und Bildungseinrichtungen in einer gemeinsamen Aktion die europäische Öffentlichkeit über die entscheidende Rolle informieren, die IKT-Kenntnisse bei der Sicherung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Europas für die Zukunft spielen. Ein breites Spektrum von Veranstaltungen in 35 Ländern Europas wird die Nachfrage nach qualifizierten IKT-Nutzern und -Fachleuten hervorheben. Öffentliche Stellen, IKT-Unternehmen und Bildungseinrichtungen haben sich gemeinsam an hunderten von Veranstaltungen, Schulungen und Wettbewerben beteiligt, um zur Entdeckung von IKT-Kompetenzen (wie der Internetnutzung) von der Kindheit bis zum Ruhestand anzuregen.

Anlässlich der e Skills-Woche 2010 erklärten Vizepräsident der Kommission Antonio Tajani, zuständig für Industrie und Unternehmen, sowie die Kommissionsmitglieder Neelie Kroes (Digitale Agenda) und Androulla Vassiliou (allgemeine und berufliche Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend) gemeinsam: „Die Erhöhung der digitalen Kompetenz ist entscheidend für die Zukunft Europas. Wir müssen in die IKT-Qualifikationen aller EU-Bürger investieren, damit bei der Digitalisierung der Wirtschaft niemand zurückbleibt. Digitale Kompetenz und Medienkompetenz sind entscheidend für die digitale Integration: Alle sollten Computer und das Internet verwenden können und verstehen, wie das Netz funktioniert und wie man auf Online-Informationen zugreift.“

Die regelmäßige Internetnutzung ist unionsweit von 43 % im Jahr 2005 auf 56 % im Jahr 2008 gestiegen, heißt es im Digital Literacy Report und im Digital Competitiveness Report, zwei EU-Berichten zur digitalen Kompetenz. 43 % der Bevölkerung nutzt das Internet inzwischen täglich, wobei der Anteil unter den jungen Leuten höher liegt. Es bestehen aber weiterhin beträchtliche Lücken. Menschen im Alter von 65 bis 74 Jahren, Nichterwerbstätige und Personen mit dem niedrigsten Bildungsniveau bleiben im Hinblick auf digitale Kompetenz am meisten außen vor.

Die Nachfrage nach digitaler Kompetenz ist in den letzten Jahrzehnten kräftig gestiegen; fast 4 Millionen Berufstätige in Europa haben sich auf IKT spezialisiert – im Vergleich zu 1995 mehr als das Doppelte. Diese Fachleute werden zunehmend im Automobil-, Bank-, Finanz-, Grafik- und Medienbereich sowie anderen IKT einsetzenden Wirtschaftszweigen beschäftigt (54,5 %), und mittlerweile arbeitet weniger als die Hälfte von ihnen im traditionellen IKT-Sektor (45,5 %).

Diese Zahlen bilden zwar eine gute Grundlage für den Aufbau einer wettbewerbsfähigen wissensbasierten Wirtschaft, sie reichen aber nicht aus. Da sich die von der Industrie benötigte digitale Kompetenz ständig verändert, beklagen sich die Arbeitgeber inzwischen über eine Knappheit an diesen Kenntnissen sowie über ein unzureichendes Niveau an Spezialwissen. Dabei handelt es sich keineswegs um ein Problem des IKT-Sektors; vielmehr beeinträchtigt der zunehmende Mangel an digitaler Kompetenz in Europa die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit aller Arten von Organisationen (großen und kleinen) in der gesamten Gesellschaft.

Doch die europäischen Bildungs- und Ausbildungssysteme haben mit der rasant steigenden Nachfrage nach digitaler Kompetenz nicht Schritt gehalten, so dass es nun an einheimischen Informatikern und fortgeschrittenen IKT-Anwendern mangelt. Angesichts der aus den Vereinigten Staaten und Japan, aber zunehmend auch aus Indien und China kommenden Konkurrenz muss Europa mehr qualifizierte Arbeitskräfte mit hoher digitaler Kompetenz hervorbringen. Seit 2003 schreiben sich immer weniger junge Leute in Informatikkurse ein, wodurch die Zahl der Absolventen zurückgeht. Bisher wird die Lücke von Absolventen der Natur-, Ingenieurs- oder Geisteswissenschaften geschlossen, die IKT-Experten werden (so machen etwa in Dänemark Nicht-IKT-Absolventen 70 % der IKT-Beschäftigten aus). Einer vor kurzem veröffentlichten prospektiven Studie zufolge könnte der EU-Arbeitsmarkt 2015 mit einem Nachfrageüberhang von 384 000 IKT-Beschäftigten konfrontiert sein. Darüber hinaus werden einer Untersuchung zufolge in fünf Jahren nur noch 10 % der Arbeitsplätze in der EU keine digitale Kompetenz erfordern.

In ihrer Mitteilung „IKT-Kompetenzen für das 21. Jahrhundert“ vom September 2007 (vgl. IP/07/1286 ) legte die Europäische Kommission eine langfristige Strategie vor, die auf Anregungen der im European e-Skills Forum vertretenen Interessengruppen und Regierungen beruht. Im Mittelpunkt werden vor allem junge Menschen, IKT-Fachleute sowie kleine und mittlere Unternehmen bzw. Selbständige stehen.

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