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Brüssel, den 1. März 2010

Europäische Kommission lanciert Debatte über den Klimaschutz der europäischen Wälder

Die Europäische Kommission hat heute ein Grünbuch verabschiedet, in dem Optionen für einen Ansatz der Europäischen Union zum Schutz der Wälder und zur Information über Waldressourcen und den Zustand von Wäldern aufgezeigt werden. Die Kommission wird anhand der Reaktionen der Öffentlichkeit, der Mitgliedstaaten, der EU-Einrichtungen und anderer Interessenkreise auf das Grünbuch entscheiden, ob auf EU‑Ebene weitere Initiativen erforderlich sind.

EU‑Umweltkommissar Janez Potočnik sagte hierzu: „ Die Wälder Europas sind eine kostbare Ressource, die es vor den schädlichen Auswirkungen des Klimawandels und dem Verlust der Biodiversität zu schützen gilt. Aufgrund ihrer vielfältigen sozialen, ökonomischen und ökologischen Funktionen steht viel auf dem Spiel. Wir müssen erforschen, wie die nationalen Anstrengungen durch eine europäische Aktion zum Schutz der Wälder und die Aufrechterhaltung zuverlässiger, kohärenter und aktueller Wald informationen aufgewertet werden können.“

Connie Hedegaard, EU‑Kommissarin für den Klimawandel fügte hinzu: „ Als riesige Kohlenstoffspeicher kommt Wäldern bei den Anstrengungen, die globale Erwärmung unter 2°C zu halten, eine entscheidende Bedeutung zu. Kernpunkt der Klimastrategie der EU ist sicherzustellen, dass die Wälder Europas auch künftig ihre Funktionen erfüllen können. Ich begrüße die rechtzeitige Einleitung dieser Debatte. Die Beiträge werden uns dabei helfen, wirksame EU-Maßnahmen zugunsten des Klimas und der Wälder zu treffen.“

Inhalt und Ziele des Grünbuchs

Das Grünbuch 1 nennt die wichtigsten Herausforderungen, die die Wälder Europas im Kampf gegen den Klimawandel bewältigen müssen. Es gibt einen Überblick über die zum Schutz der Wälder verfügbaren Instrumente und über existierende Waldinformationssysteme und stellt eine Reihe von Fragen im Zusammenhang mit der Erarbeitung künftiger politischer Optionen in den Raum . Das Grünbuch ist Teil der Folgemaßnahmen zum Weißbuch 2 über die Anpassung an den Klimawandel, das die Kommission im April 2009 verabschiedet hat.

Da f orstpolitische Maßnahmen in erster Linie in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fallen, sollte sich diese Debatte auf die Frage konzentrieren, wie der Klimawandel die Bedingungen für die Waldbewirtschaftung und den Waldschutz in Europa verändert und in welche Richtung sich die politischen Maßnahmen der EU entwickeln sollten, um forstpolitische Initiativen der Mitgliedstaaten zu untermauern.

Wälder und Klimawandel

Wälder haben vielfältige, miteinander verknüpfte soziale, ökonomische und ökologische Funktionen . Sie sichern Arbeitsplätze, Einkommen und Rohstoffe für die Industrie und erneuerbare Energien. Sie schützen Böden, Siedlungen und Verkehrswege, regulieren die Wasserversorgung und erhalten die biologische Vielfalt. Klimatechnisch fungieren Wälder – solange sie wachsen ‑ als „Senken“ für Kohlenstoff (CO 2 ), dem wichtigsten Treibhausgas, werden jedoch infolge von Abholzung, Bränden oder Schäden durch Stürme und Schädlinge zu Kohlenstoffquellen. Wälder regulieren außerdem das örtliche und das regionale Wetter.

Wälder und andere bewaldete Flächen in der EU erstrecken sich über rund 176 Millionen ha und nehmen somit mehr als 42 % der europäischen Landfläche ein. Die Wälder in der EU haben sich in den vergangenen 60 Jahren kontinuierlich ausgeweitet und machen heute 5 % der weltweiten Waldfläche aus. Die meisten EU‑Wälder haben - gemessen in Holzvolumen und CO 2 -Speicherkapazität - zugenommen und entziehen somit der Atmosphäre vermehrt CO 2 . Aus jüngsten Informationen geht jedoch hervor, dass die vor allem in Entwicklungsländern stattfindende Entwaldung und andere damit zusammenhängende Landnutzungsänderungen für rund 12-15 % der globalen CO 2 ‑Emissionen verantwortlich sind.

Im vergangenen Jahrhundert sind die Durchschnittstemp eraturen in Europa um nahezu 1° C gestiegen und die optimistischste Prognose sieht einen Temperaturanstieg von 2° C bis 2100 voraus. Die natürliche Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme kann jedoch mit dem sehr rasch voranschreitenden, vom Menschen induzierten Klimawandel nicht mithalten. Ganze Regionen werden für bestimmte Waldtypen nicht mehr geeignet sein, und es wird zu einer Verlagerung der natürlichen Artenverteilung und bei existierenden Beständen zu Wachstumsveränderungen kommen. Auch Wetterextreme wie Stürme, Waldbrände, Dürreperioden und Hitzewellen dürften sehr viel häufiger auftreten und/oder heftiger werden und so den Druck auf die Wälder noch erhöhen.

Nächste Schritte

Die öffentliche Konsultation zum Grünbuch findet vom 1. März bis 31. Juli 2010 auf der Webseite Y our Voice in Europe ( http://ec.europa.eu/yourvoice ) statt . Anlässlich dieser Konsultation wird die Kommission im Rahmen der Grünen Woche am 3. Juni in Brüssel einen Workshop und eine Zusammenkunft interessierter Kreise organisieren . Darüber hinaus soll das Grünbuch auch auf einer Waldschutz-Konferenz erörtert werden, die der spanische Ratsvorsitz am 6. und 7. April in Valsain, Spanien, organisieren wird.

Die Kommission wird die Beiträge zu der Debatte auf ihrer Europa‑Webseite veröffentlichen und sich zu den wichtigsten Ergebnissen der Konsultation äußern.

1 :

KOM(2010) xx. Grünbuch - Waldschutz und Waldinformation in der EU:

Vorbereitung der Wälder auf den Klimawandel.

2 :

KOM(2009) 147. Anpassung an den Klimawandel : Ein europäischer Aktionsrahmen .


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