Navigation path

Left navigation

Additional tools

Interoperabilität europäischer öffentlicher Dienste

European Commission - IP/10/1734   16/12/2010

Other available languages: EN FR DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL BG RO

IP/10/1734

Brüssel, den 16. Dezember 2010

Interoperabilität europäischer öffentlicher Dienste

Die Europäische Kommission hat heute eine Initiative ergriffen, mit der sie erreichen will, dass die öffentlichen Verwaltungen in der gesamten EU das soziale und wirtschaftliche Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bestmöglich ausschöpfen. Die Mitteilung „Interoperabilisierung europäischer öffentlicher Dienste“ dient der Schaffung eines gemeinsamen Konzepts für die öffentlichen Verwaltungen der Mitgliedstaaten, damit die Bürger und Unternehmen leichter in den vollen Genuss aller Vorteile des EU-Binnenmarkts kommen. Bürger, die alle Freiheiten des Binnenmarktes nutzen wollen, müssen häufig Informationen oder Dokumente einreichen oder abholen, die sie zum Arbeiten, Studieren oder Reisen innerhalb der EU benötigen, und sie müssen diese auch an öffentliche Verwaltungen in anderen Mitgliedstaaten schicken. Bei den Unternehmen ist das nicht anders. Deshalb ist es so wichtig, dass die Verwaltungen effiziente, effektive grenzübergreifende elektronische Behördendienste anbieten, wie sie in dem gerade von der Kommission angenommenen eGovernment-Aktionsplan (siehe IP/10/1718) vorgesehen sind, was auch ganz im Einklang mit der Digitalen Agenda für Europa steht (siehe IP/10/581, MEMO/10/199 and MEMO/10/200). Die Notwendigkeit einer wirksamen Interoperabilität ist einer der zentralen Punkte der Digitalen Agenda für Europa, einer der Leitinitiativen der Strategie Europa 2020. Mit der Mitteilung der Kommission werden sowohl die Europäische Interoperabilitätsstrategie als auch der Europäische Interoperabilitätsrahmen vorgestellt, die überall in der EU als Richtschnur für die IKT-Politik im öffentlichen Bereich dienen sollen.

Maroš Šefčovič, Vizepräsident der Kommission, sagte hierzu: „In der Europäischen Union geht es um Zusammenarbeit zur Schaffung eines Umfelds, in dem sich die Bürger und Unternehmen entfalten können. Dabei müssen die europäischen öffentlichen Verwaltungen mit einer guten Zusammenarbeit vorangehen. Das ist nur möglich, wenn zwischen den öffentlichen Verwaltungen auf allen Ebenen eine echte, wirksame Interoperabilität besteht.“

Herausforderungen, vor denen europäische elektronische Behördendienste heute stehen

Immer mehr Bürger und Unternehmen nutzen die Freiheiten des europäischen Binnenmarktes. Aber die Bürger müssen sich oft an öffentliche Verwaltungen im Ausland wenden oder sogar persönlich dort erscheinen, um Informationen oder Dokumente einzureichen oder abzuholen, die sie zum Arbeiten, Studieren oder Reisen innerhalb der EU benötigen. Dasselbe gilt für Unternehmen, die sich in mehreren Mitgliedstaaten niederlassen möchten.

Um solche Zwänge (so genannte „eBarrieren“) zu überwinden, müssen öffentliche Verwaltungen in der Lage sein, die nötigen Informationen direkt auszutauschen und bei der grenzübergreifenden Erbringung öffentlicher Dienste zusammenzuarbeiten. Dafür muss die Interoperabilität zwischen den öffentlichen Verwaltungen gewährleistet sein.

Viele öffentliche Verwaltungen in den Mitgliedstaaten treffen bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Interoperabilität öffentlicher Dienste auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene; solange jedoch die Mitgliedstaaten und die Kommission nicht gemeinsam vorgehen, wird die Interoperabilität auf EU-Ebene hinter den Erwartungen zurückbleiben. Deshalb hat die Kommission in den letzten Jahren mit den Mitgliedstaaten eine gemeinsame Strategie und einen gemeinsamen Rahmen erarbeitet.

Europäische öffentliche Dienste werden häufig aus der Bündelung bestehender öffentlicher Dienste hervorgehen, die auf unterschiedlichen Verwaltungsebenen innerhalb der Mitgliedstaaten schon erbracht werden. Die Einrichtung europäischer öffentlicher Dienste wird nur möglich sein, wenn diese öffentlichen Dienste bereits unter Berücksichtigung der Interoperabilitätsanforderungen konzipiert werden.

Interoperabilisierung europäischer öffentlicher Dienste

Innerhalb der Digitalen Agenda für Europa hat sich die Kommission verpflichtet, eine Mitteilung vorzulegen, mit der sie die Europäische Interoperabilitätsstrategie (EIS) und den Europäischen Interoperabilitätsrahmen (EIF) einführt, zwei Schlüsseldokumente für die Förderung der Interoperabilität zwischen öffentlichen Verwaltungen.

Direkte Nutznießer dieser Bemühungen sind die öffentlichen Verwaltungen der Mitgliedstaaten und die Dienststellen der Europäischen Kommission, denn sie erzielen dadurch Effizienzgewinne beim Aufbau europäischer öffentlicher Dienste und werden sich stärker der Gefahr neuer elektronischer Barrieren bewusst, die entstehen, wenn sie sich für technische Lösungen entscheiden, die auf EU-Ebene nicht interoperabel sind. Die Bürger und Unternehmen werden die Vorteile europäischer öffentlicher Dienste in ihrem Lebensalltag spüren, wenn sie beruflich oder privat über die Grenzen ihres Heimatlandes hinausgehen.

Sowohl der EIS als auch der EIF werden der Tatsache gerecht, dass die Interoperabilität mehrere Dimensionen aufweist, nämlich eine rechtliche, eine organisatorische, eine semantische und eine technische. Alle diese Dimensionen sind wichtig. Dank des Internets und der Arbeit der Normenorganisationen und anderer Einrichtungen sind auf dem Gebiet der technischen Interoperabilität bereits beträchtliche Fortschritte erzielt worden, die Offenheit gewährleisten, Weiterverwendbarkeit fördern und den Wettbewerb intensivieren.

Die Europäische Interoperabilitätsstrategie wird dabei helfen, die Bemühungen der EU durch eine zweckmäßige Führung sowie gemeinsame politische Maßnahmen und Initiativen derart zu bündeln, dass ein geeignetes Umfeld für einen vertrauensvollen Informationsaustausch zwischen öffentlichen Verwaltungen entsteht.

Der Europäische Interoperabilitätsrahmen ebnet den Weg für ein gemeinsames Vorgehen der öffentlichen Verwaltungen in der EU, indem er Leitprinzipien vorgibt, die eine echte Kooperation zwischen öffentlichen Verwaltungen erlauben, und gleichzeitig die Modernisierung und Rationalisierung ihrer Systeme vorantreibt, um ihre Kapazitäten für die Erbringung hochwertiger öffentlicher Dienste auf kostengünstige Weise zu steigern.

Die Europäische Kommission fordert die Mitgliedstaaten zur weiteren Zusammenarbeit auf, um dafür zu sorgen, dass ihre Bemühungen zur Herstellung der Interoperabilität öffentlicher Dienste miteinander abgestimmt werden und dass bei der Entwicklung öffentlicher Dienste, die künftig Teil europäischer öffentlicher Dienste werden könnten, der europäischen Dimension frühzeitig Rechnung getragen wird.

Um diese Kooperation zu erleichtern, wird ein ganz neues Konzeptmodell für europäische öffentliche Dienste vorgeschlagen. Dieses Modell wird es erlauben, die Hindernisse und Helfer beim künftigen Aufbau solcher Dienste zu ermitteln.

http://ec.europa.eu/isa/strategy/index_en.htm


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website