Navigation path

Left navigation

Additional tools

Die Kommission ernennt EU-Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels

European Commission - IP/10/1715   14/12/2010

Other available languages: EN FR EL

IP/10/1715

Brüssel, den 14. Dezember 2010

Die Kommission ernennt EU-Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels

Die Europäische Kommission hat heute beschlossen, Myria Vassiliadou zur EU-Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels zu ernennen. Gleichzeitig stimmte das Europäische Parlament für die Richtlinie gegen Menschenhandel, die die Kommission im März vorgeschlagen hatte.

„Heute ist ein wichtiger Tag für den Kampf der EU gegen diese moderne Form der Sklaverei“, erklärte die EU-Kommissarin für Inneres, Cecilia Malmström. „Dass das Europäische Parlament heute zugestimmt hat, ist außerordentlich erfreulich. Dies zeigt nämlich, dass in der EU auf breiter Ebene der Wille besteht, eine umfassende europäische Politik gegen Menschenhandel zu schaffen. Die heutige Ernennung von Myria Vassiliadou zur EU-Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels ist dazu ein wichtiger Schritt. Frau Vassiliadou wird eine zentrale Rolle bei der Koordinierung aller Aspekte unserer Maßnahmen zur Bekämpfung dieses entsetzlichen Verbrechens übernehmen. Ich freue mich sehr, dass Frau Vassiliadou sich dazu bereit erklärt hat, und verspreche mir viel von unserer Zusammenarbeit“.

Die Zypriotin Myria Vassiliadou ist zurzeit Generalsekretärin der Europäischen Frauenlobby, die ihren Sitz in Brüssel hat. Die promovierte Soziologin verfügt über große Erfahrung in Bereichen wie Grundrechte, Menschenhandel, Migration und Frauenrechte. Sie war an Hochschulen, bei den Europäischen Organen und für Nichtregierungsorganisation tätig.

Aufgabe der Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels wird es sein, die Arbeit der Europäischen Organe, EU-Agenturen und –Einrichtungen, Mitgliedstaaten, Drittländer und internationalen Akteure besser aufeinander abzustimmen und für mehr Kohärenz zu sorgen. Sie wird dazu beitragen, bereits bestehende und für die Bekämpfung des Menschenhandels wichtige EU-Maßnahmen weiterzuentwickeln, neue Maßnahmen zu erarbeiten und eine übergreifende strategische Orientierung für die Außenpolitik der EU in diesem Bereich zu konzipieren. Die Koordinatorin ist direkt dem Generaldirektor der GD Inneres unterstellt.

Um wirksam zu sein, muss eine EU-Politik zur Bekämpfung des Menschenhandels etliche andere Politikbereiche wie die polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit, den Schutz der Menschenrechte, die Außenbeziehungen, die Migrationspolitik sowie das Sozial- und Arbeitsrecht einbeziehen. Die Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels muss die Kohärenz zwischen all diesen Politikbereichen sicherstellen.

Hintergrund

Die Bekämpfung des Menschenhandels ist für die Kommission und für die EU eine übergreifende Priorität. Im März 2010 schlug die Kommission Rechtsvorschriften vor, die die Mitgliedstaaten verpflichten, in den drei Bereichen Strafverfolgung von Menschenhändlern, Opferschutz und Prävention tätig zu werden (IP/10/380).

Nachdem das Europäische Parlament der Richtlinie zugestimmt hat, muss sie noch förmlich vom Rat angenommen werden, bevor sie in Kraft treten kann. Die neue Richtlinie wird die derzeitigen EU-Vorschriften aus dem Jahre 2002 ersetzen (Rahmenrichtlinie 2002/629/JI) und für alle Mitgliedstaaten außer Dänemark und das Vereinigte Königreich gelten. Die Mitgliedstaaten müssen die neuen Vorschriften dann innerhalb von zwei Jahren in innerstaatliches Recht umsetzen.

Weitere Informationen

Website von Cecilia Malmström, für Inneres zuständiges Kommissionsmitglied:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/malmstrom/welcome/default_en.htm


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website