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IP/10 /167

Brüssel, 18 . Februar 2010

Fusionskontrolle: Kommission gibt geplante Übernahme der Suchmaschinensparte von Yahoo durch Microsoft frei

Die Europäische Kommission hat den von Microsoft geplanten Erwerb der Geschäftsbereiche Internetsuche und Suchmaschinenanzeigen des Internetunternehmens Yahoo! Inc. nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben den wirksamen Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bzw. in einem wesentlichen Teil desselben nicht erheblich behindern wird.

Microsoft ist weltweit in den Geschäftsbereichen Konzeption, Entwicklung und Lieferung von Computersoftware sowie die Erbringung damit verbundener Dienstleistungen tätig.

Die Suchsparte von Yahoo, die Microsoft übernehmen will, umfasst dessen Geschäftsbereiche Internetsuche und Suchmaschinenwerbung (einschließlich der Online-Suchanzeigenplattform Panama).

Im Zuge der Vereinbarung zwischen Microsoft und Yahoo erwirbt Microsoft eine auf zehn Jahre befristete ausschließliche Lizenz für die Suchtechnologien von Yahoo. Außerdem wird Microsoft Yahoo-Mitarbeiter aus dem Bereich Internetsuche und Suchmaschinenwerbung übernehmen. Für seine Internetsuche und Online-Suchanzeigen wird Yahoo fortan nur noch die Suchtechnik von Microsoft verwenden. Im Gegenzug wird Microsoft 12 % der Sucheinnahmen behalten, die in den ersten fünf Vertragsjahren über die Websites von Yahoo und seinen Partnern generiert werden, und 88 % als sogenannte „Traffic Acquisition Costs“ an Yahoo zahlen.

Im EWR sind Microsoft und Yahoo in der Internetsuche und in der Suchmaschinenwerbung mit gemeinsamen Marktanteilen von weniger als 10 % nur schwach vertreten. Google weist generell Marktanteile von über 90 % auf.

Nach eigenen Aussagen wird Microsoft durch die Übernahme der Suchsparte von Yahoo und der damit angestrebten Erweiterung der Sparte Suchmaschinenwerbung Werbetreibenden eine ernstzunehmende Alternative zu Google bieten und ihren Anzeigen mehr Werbewirksamkeit verleihen. Die Phase-Eins-Marktuntersuchung der Kommission hat bestätigt, dass die bereits erreichte Geschäftsgröße eine bedeutende Rolle spielt, wenn sich ein Wettbewerber als Konkurrent auf dem Markt für Suchmaschinenwerbung durchsetzen will.

Des Weiteren untersuchte die Kommission die potenziellen Auswirkungen des geplanten Zusammenschlusses auf die verschiedenen Marktteilnehmer, insbesondere auf die Benutzer von Suchmaschinen, Werbetreibenden, Betreiber von Webseiten und Distributoren von Suchtechnologien. Die Phase-Eins-Marktuntersuchung der Kommission ergab, dass die Marktbeteiligten in Bezug auf den Zusammenschluss nicht nur keine negativen Auswirkungen auf den Wettbewerb oder ihre Geschäfte erwarten, sondern vielmehr davon ausgehen, dass er den Wettbewerb in der Sparte Internetsuche und Suchmaschinenwerbung beleben wird, weil Microsoft dadurch gegenüber dem Marktführer Google an Gewicht gewinnt.

Die geplante Übernahme wurde am 15. Januar 2010 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Weitere Informationen zu der geplanten Übernahme unter:

http://ec.europa.eu/competition/mergers/cases/index/m114.html#m_5727


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