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Digitale Agenda: Kommission leitet Konsultation über europaweite Telefonnummern für EU-Unternehmen ein

European Commission - IP/10/1664   06/12/2010

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IP/10/1664

Brüssel, den 6. Dezember 2010

Digitale Agenda: Kommission leitet Konsultation über europaweite Telefonnummern für EU-Unternehmen ein

In einer heute eingeleiteten öffentlichen Konsultation fragt die Europäische Kommission die Unternehmen, Verbraucher, Telekommunikationsanbieter und Behörden, ob sie Vorteile in einem System sehen, das es Unternehmen ermöglichen würde, in allen EU-Mitgliedstaaten die gleiche Telefonnummer zu verwenden. Wie in der Digitalen Agenda für Europa dargelegt, könnten EU-weite Telefonnummern den EU-Binnenmarkt stärken (siehe IP/10/581, MEMO/10/199 und MEMO/10/200). Mit einer EU-weit einheitlichen Telefonnummer könnten europäische Unternehmen unabhängig davon, wo sich ihre Kunden befinden, ihre Verkaufsangebote leichter grenzübergreifend organisieren und die Erreichbarkeit ihres Kundendienstes oder ihrer Verbraucherinformationsdienste verbessern. Die Konsultation wird der Kommission dabei helfen, den Bedarf des Marktes an europäischen Geschäftsrufnummern abzuschätzen und gegebenenfalls Vorschläge zur Einführung solcher Nummern zu formulieren. Die Konsultation läuft bis zum 28. Februar 2011.

Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission, sagte hierzu: „Die Unternehmen brauchen heute eine separate Telefonnummer in jedem Mitgliedstaat, in dem sie Kunden haben, für die sie erreichbar sein müssen. Das erschwert den Aufbau EU-weiter Dienste für ihre Kunden. Ich bitte alle Interessenten dringend, uns bei der Ausarbeitung von Vorschlägen zu helfen, die den Bedürfnissen der Unternehmen gerecht werden und sie für die Verbraucher leichter erreichbar machen.“

Gegenwärtig gibt es keine EU-weiten Rufnummern für Unternehmen, die auf einfache Weise grenzübergreifend erreichbar sein wollen. Stattdessen müssen die Unternehmen in jedem Mitgliedstaat, in dem sie tätig sind, unterschiedliche nationale oder nichtgeografische „geschäftliche“ Rufnummern verwenden, z. B. 0800-er Nummern. Dies bedeutet für Unternehmen und Verbraucher zusätzliche Kosten und behindert die Entwicklung des EU-Binnenmarkts. Zudem sind nichtgeografische Rufnummern in einem Mitgliedstaat häufig für Anrufer aus anderen Mitgliedstaaten überhaupt nicht erreichbar.

In der Konsultation stellt die Kommission Fragen in Bezug auf die Marktzersplitterung, Möglichkeiten der Telefonnummernharmonisierung, künftige Bedürfnisse des Marktes und die Rufnummernverwaltung. Alle Interessenten werden gebeten, ihre Stellungnahme zur Rufnummernpolitik, die am besten zur Weiterentwicklung des Binnenmarktes beitragen würde, bis zum 28. Februar 2011 einzusenden.

Die Kommission wird die Antworten auswerten und dann darüber entscheiden, welche Herangehensweisen in der Rufnummernpolitik am besten geeignet sind, um den Binnenmarkt voranzubringen.

Hintergrund

Telefonnummern werden in der EU auf einzelstaatlicher Ebene von den nationalen Regulierungsbehörden verwaltet, die die Rufnummern entsprechend ihren nationalen Nummerierungsplänen vergeben. Aus diesem Grund herrscht in der EU eine nationale Rufnummernzuteilung.

Im Rahmen des EU-Telekommunikationsrechts gibt es zwei mögliche Ansätze für eine Einführung einheitlicher Unternehmensrufnummern. Eine Möglichkeit wäre die Einführung einer EU-weiten Kurzwahlnummer (z. B. beginnend mit „115“), die nur für Unternehmen reserviert wäre. Solche Nummern wären kurz, leicht zu merken und würden für ein Unternehmen eine europaweit einheitliche Telefonnummer ermöglichen. Ein anderer Weg bestünde darin, Maßnahmen zur Einführung einer europäischen Telefonvorwahl („+3883“) im Rahmen des europäischen Telefonnummernraums (ETNS) voranzutreiben. Dabei könnten Geschäftsrufnummern aus der Vorwahl „+3883“ und einer in allen Mitgliedstaaten gleichen Nummer bestehen.

Schon im Jahr 2000 unternahm die Internationale Fernmeldeunion (ITU) einen Versuch, einen einheitlichen europäischen Rufnummernraum einzuführen. In diesem Zusammenhang wurde 24 europäischen Ländern der Vorwahlcode „+3883“ zugewiesen, um einen europäischen Telefonnummernraum (ETNS) zu schaffen. Mit dem ETNS wurde das Ziel verfolgt, europaweite Dienste dadurch zu fördern, dass Rufnummern für all jene Fälle zur Verfügung gestellt werden, in denen geeignete nationale oder globale Rufnummern fehlen. Er sollte es europaweit tätigen Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen ermöglichen, einen leichten europaweiten Zugang zu ihren Diensten zu schaffen, wird nun aber zum 31. Dezember auslaufen.

Das Konsultationspapier ist abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/information_society/policy/ecomm/library/public_consult/index_en.htm


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