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IP/10/1644

Brüssel, 2. Dezember 2010

Forschung: OpenAIRE öffnet den Zugang zu EU-Forschungsunterlagen

Forscher, Unternehmen und Bürger in der EU erhalten durch das Pilotprojekt OpenAIRE (Open Access Infrastructure for Research in Europe), das die Kommission heute an der Universität Gent in Belgien gestartet hat, freien und offenen Zugang zu den Unterlagen von Forschungsprojekten, die mit EU-Mitteln finanziert wurden. Mit OpenAIRE wird ein Netz offener Archive geschaffen, die freien Online-Zugang zu den Kenntnissen ermöglichen, die von Wissenschaftlern erarbeitet wurden, die mit Mitteln des Siebten Rahmenprogramms (RP7) und des Europäischen Forschungsrats (ERC) gefördert wurden - insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Energie, Umwelt, Informations- und Kommunikations­technologie, Forschungsinfrastrukturen sowie Sozial- und Geistes­wissenschaften. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Gewährleistung eines uneingeschränkten, offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Unterlagen, der es beispielsweise Patienten mit seltenen Krankheiten ermöglichen würde, sich über die neuesten medizinischen Forschungen zu informieren, oder Wissenschaftlern, in Realzeit den neuesten Stand der Arbeiten in ihrem Forschungsbereich abzurufen. Die Weiterentwicklung der Forschungsinfrastrukturen und e-Infrastrukturen, unter anderem derjenigen für die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung, gehört auch im Hinblick auf die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Europas zu den Prioritäten sowohl der Digitalen Agenda für Europa (Digital Agenda for Europe - siehe IP/10/581, MEMO/10/199 und MEMO/10/200) als auch der Initiative „Innovationsunion“ (siehe IP/10/1288 und MEMO/10/473).

Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission, sagte hierzu: „Der Start von OpenAIRE ist ein sehr konkreter Schritt zur Teilhabe an den Ergebnissen von Forschungsprojekten, die mit EU-Mitteln gefördert wurden, und ist in unser aller Interesse. Durch wissenschaftliche Erkenntnisse kann sich unser Leben zum Besseren verändern – sie sind zu wertvoll, um sie unter Verschluss zuhalten. Außerdem hat jeder EU-Bürger das Recht, auf Erkenntnisse zuzugreifen und sie zu nutzen, die mit Hilfe öffentlicher Gelder gewonnen wurden.“

Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, erklärte dazu: „Wissenschaftler müssen Zugang zu Forschungsergebnissen haben, wenn sie das Potenzial weiterer Arbeiten auf dem gleichen Fachgebiet voll ausschöpfen wollen. Die Industrie, nicht zuletzt die KMU, müssen wissen, wo sie Forschungsergebnisse finden können, wenn sie sie als Grundlage für die Schaffung neuer Arbeitsplätze und zur Verbesserung der Lebensqualität nutzen wollen. OpenAIRE wird einen wichtigen Beitrag zur besseren Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Europa und damit zum Aufbau einer wirklichen Innovationsunion leisten.“

„Jedes Jahr werden weltweit etwa 2,5 Millionen Artikel zum Thema Forschung in 25 000 Fachzeitschriften und Konferenzdokumentationen veröffentlicht. Derzeit gelangen nur 15 % - 20 % dieser Artikel in frei zugängliche Archive oder Publikationen beziehungsweise werden veröffentlicht. Alle übrigen sind nur im Rahmen von Systemen, bei denen nach Lesezugriff abgerechnet wird, oder eines kostenpflichtigen Abonnements zugänglich. Die durch die EU finanzierte OpenAIRE-Infrastruktur, die heute an der Universität Gent in Belgien eingeführt wurde, könnte letztendlich den Zugang zu allen wissenschaftlichen Unterlagen und Daten öffnen, die von Forschern erstellt wurden, die Mittel des Siebten Rahmenprogramms (RP7) und auch des Europäischen Forschungsrats (ERC) oder andere Fördermittel erhalten haben. Seit Beginn des RP7 2007 wurden etwa 10 000 Projekte finanziert.

Die Zuschüsse aus Mitteln des RP7 sind an die Auflage gebunden, dass Wissenschaftler, die für Forschungsarbeiten in den Bereichen Gesundheit, Energie, Umwelt, Informations- und Kommunikationstechnologie, Forschungsinfrastrukturen, Sozial- und Geisteswissenschaften und Wissenschaft und Gesellschaft mit EU-Mitteln gefördert werden, den vollen Wortlaut ihrer entsprechenden Publikationen in einem öffentlich zugänglichen Archiv hinterlegen sollten, das jederzeit weltweit verfügbar ist. Dies gilt für rund 20 % aller Projekte, die im Rahmen des RP7 gefördert werden. Auch Forscher in anderen Bereichen könnten ihre Texte in diesem öffentlich zugänglichen Archiv zur Verfügung stellen.

Daraus könnten sich auch neue Formen der Indexierung, Kommentierung, Ordnung und Vernetzung von Forschungsergebnissen entwickeln - und neue Methoden zur Automatisierung dieser Vorgänge. Dies könnte zusätzlich zu der Informationsinfrastruktur, die OpenAIRE bietet, noch weitere neue Dienste entstehen lassen. Im Rahmen des Projekts wurden in 27 europäischen Ländern Helpdesks eingerichtet, die ein Expertennetz und ein Portal mit Instrumenten umfassen, mit deren Hilfe die Forscher ihre Artikel online veröffentlichen können.

Hintergrund

OpenAIRE geht auf eine Initiative der Europäischen Kommission zum öffentlichen Zugang zurück, die im August 2008 eingeleitet wurde. Für Projekte, die aus Mitteln des RP7 finanziert wurden, sollten durch Sachverständige überprüfte Unterlagen in Online-Archiven hinterlegt und – je nach Fachgebiet - innerhalb von 6 oder 12 Monaten nach Veröffentlichung der Dokumente offen zugänglich gemacht werden.

Das Projekt ergänzt andere von der EU finanzierte Forschungsinfrastrukturen wie GÉANT (IP/10/1448), ein Hochgeschwindigkeits-Forschungsnetz für Wissenschaftler, und PRACE (IP/10/706), zur Entwicklung von Hochleistungsrechnern für anspruchsvolle Anwendungen. Ergebnisse und Berichte in Bezug auf Forschungsprojekte, die von der EU gefördert wurden, können auch über CORDIS gefunden werden, den Informationsdienst der Gemeinschaft für Forschung und Entwicklung.

Weitere Informationen zu OpenAIRE unter http://www.openaire.eu/


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