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IP/10/1641

Brüssel, den 2. Dezember 2010

Vergabe der ersten europäischen Auszeichnung für behindertenfreundliche Städte an Avila

Die spanische Stadt Avila, die wegen ihrer mittelalterlichen Stadtmauern bekannt ist, erhielt heute den zum ersten Mal vergebenen europäischen Preis für die Verbesserung der Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen. Die Europäische Kommission verlieh der Stadt Avila den Access●City Award 2011. Mit dieser jährlichen Auszeichnung werden die Bemühungen zum Ausbau der Barrierefreiheit im urbanen Umfeld und die Maßnahmen zur Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Stadtleben belohnt. Die Kommission würdigte den von Avila seit 2002 ausgearbeiteten Plan, der darauf abzielt, die Zugänglichkeit zu öffentlichen Gebäuden zu verbessern und Anreize für private Initiativen zu geben. Avila hat außerdem in direkter Zusammenarbeit mit Behinderten- und Seniorenorganisationen barrierefreie touristische Infrastrukturen entwickelt und die Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen verbessert. Viviane Reding, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und EU-Kommissarin für Justiz, sowie Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Astrid von Belgien vergaben den Preis auf einer Feier in Brüssel anlässlich des Europäischen Tages für Menschen mit Behinderungen (3. Dezember). Die Preisvergabe ist eine der Maßnahmen der neuen Strategie der Kommission für ein barrierefreies Europa zugunsten von Menschen mit Behinderungen (siehe IP/10/1505).

Ich möchte Avila und den anderen Finalisten zu ihrem Engagement zugunsten eines barrierefreien urbanen Umfelds gratulieren“, sagte Viviane Reding, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und EU-Kommissarin für Justiz. „Menschen mit Behinderungen haben die gleichen Rechte wie alle Bürger. Jedoch ist die Zugänglichkeit in Städten eine Voraussetzung dafür, dass sie ihre Rechte uneingeschränkt wahrnehmen können. Daher steht die Zugänglichkeit in Städten im Mittelpunkt unserer Strategie für den Aufbau eines barrierefreien Europas. Mit dem Access●City Award werden die Maßnahmen jener Städte anerkannt, die sich für die Förderung der Zugänglichkeit am meisten eingesetzt haben. Diese Auszeichnung sollte Städte, die noch Fortschritte erzielen müssen, inspirieren und motivieren.“

Mit dem Access●City Award werden Initiativen zur Förderung der Zugänglichkeit in europäischen Städten belohnt. Ferner werden die Bemühungen und Errungenschaften gewürdigt, die auf eine Verbesserung der Zugänglichkeit in vier Schlüsselbereichen abzielen: bebaute Umwelt und öffentliche Räume; Verkehr und damit zusammenhängende Infrastruktur; Information und Kommunikation (einschließlich Informations- und Kommunikationstechnologien); öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen.

Die Europäische Jury entschied sich für Avila, da die Stadt einen umfassenden Plan ausgearbeitet hat, sich politisch stark engagiert, bereits bemerkenswerte Ergebnisse erzielt hat und die Menschen mit Behinderungen in ihre Maßnahmen wirksam einbezieht.

Im Juli 2010 lancierte die Kommission den Wettbewerb für den ersten Access●City Award. Städte in der EU mit mehr als 50 000 Einwohnern - davon gibt es mehr als 1 000 - konnten einen Antrag stellen. Die Kommission prüfte 66 zulässige Anträge aus 19 Mitgliedstaaten.

Eine Jury, der Mitglieder aus der gesamten EU angehörten, wählte die vier Finalisten Avila, Barcelona (Spanien), Köln (Deutschland) und Turku (Finnland) aus. Die neben Avila ausgewählten drei Finalisten haben ebenfalls umfassende Programme zum Ausbau der Barrierefreiheit in den vier Schlüsselbereichen, die Gegenstand des Wettbewerbs sind, ausgearbeitet:

  • Barcelona verfügt über ein Konzept „Design für alle“ zur Verbesserung der Zugänglichkeit mit Schwerpunkt auf bebauter Umwelt und Verkehrsinfrastrukturen, einschließlich zugänglicher Fahrscheinautomaten, die unter Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen konzipiert wurden.

  • Köln verfolgt seit 2004 ein ehrgeiziges politisches Handlungskonzept für die Verbesserung der Zugänglichkeit, in das zahlreiche städtische Behörden mit klar abgegrenzten Zuständigkeiten, deren Maßnahmen umfassend koordiniert werden, eingebunden sind, und das spezielle Fortbildungsmaßnahmen für die mit Gestaltungsaufgaben betrauten Mitarbeiter in städtischen Behörden und für die im Bereich der Bauaufsicht tätigen Personen einschließt.

  • Turku hat ein umfassendes Programm zur Verbesserung der Zugänglichkeit erarbeitet, das unter breiter Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen als effiziente Strategie für ein kleineres historisches Zentrum mit schwierigen Bedingungen für die Zugänglichkeit, insbesondere in der bebauten Umwelt, konzipiert worden ist.

Hintergrund

Zugänglichkeit“ bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen unter gleichen Bedingungen wie ihre Mitbürger Zugang zur physischen Umwelt, zu Verkehrsmitteln, Informations- und Kommunikationstechnologien/systemen sowie zu anderen Einrichtungen und Diensten haben.

Die Verbesserung der Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen ist eine der wesentlichen Aktionen der im November 2010 verabschiedeten Europäischen Behindertenstrategie für 2010-2020 (siehe IP/10/1505 und MEMO/10/578).

Weitere Informationen

Access●City Award

www.accesscityaward.eu

Europäische Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010-2020 „Erneuertes Engagement für ein barrierefreies Europa“ und weitere einschlägige Unterlagen können auf folgender Website aufgerufen werden:

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?langId=de&catId=89&newsId=933&furtherNews=yes

Website der Vizepräsidentin Viviane Reding, EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/reding/index_de.htm


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