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Energieinfrastruktur: Kommission schlägt vorrangige EU-Korridore für Stromnetze und Gasfernleitungen vor

European Commission - IP/10/1512   17/11/2010

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IP/10/1512

Brüssel, den 17. November 2010

Energieinfrastruktur: Kommission schlägt vorrangige EU-Korridore für Stromnetze und Gasfernleitungen vor

Die Europäische Kommission hat heute ihre Energieinfrastrukturprioritäten für die nächsten zwanzig Jahre vorgestellt, die die Netze für das 21. Jahrhundert fit machen sollen. In der Mitteilung bestimmt die Kommission vorrangige EU-Korridore für den Transport von Strom, Gas und Öl. Diese Prioritäten sollen künftig als Grundlage für die Erteilung von Genehmigungen und für Finanzierungsbeschlüsse zu konkreten EU-Projekten dienen.

Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie, erklärte dazu: „Die Energieinfrastruktur ist für alle unsere energiepolitischen Ziele von der Versorgungssicherheit über die Integration der erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz bis hin zum ordnungsgemäßen Funktionieren des Binnenmarkts von zentraler Bedeutung. Die Bündelung unserer Ressourcen und die beschleunigte Realisierung vorrangiger EU-Projekte ist daher unerlässlich.“

In der Mitteilung wird eine begrenzte Zahl vorrangiger EU-Korridore bestimmt, die dringend entwickelt werden müssen, um die politischen Ziele der Europäischen Union – Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit – dadurch zu erreichen, dass die Mitgliedstaaten, die von anderen europäischen Energiemärkten nahezu isoliert sind, angebunden, die vorhandenen grenzüberschreitenden Verbindungsleitungen massiv verstärkt und die erneuerbaren Energien in das Netz integriert werden. Auf der Grundlage dieser vorab festgelegten Korridore sollen 2012 konkrete Projekte von „europäischem Interesse“ ausgewiesen werden, für die EU-Fördermittel bereitgestellt und Baugenehmigungen erteilt werden sollen, wobei eine Frist für die endgültige Entscheidung unter uneingeschränkter Einhaltung des EU-Rechts und insbesondere der Umweltrechtsvorschriften und der Beteiligung der Öffentlichkeit festgelegt werden soll. Für die Planung und Umsetzung dieser Projekte favorisiert die Kommission die regionale Zusammenarbeit zwischen Ländern. In der Mitteilung werden außerdem längerfristige Ziele wie „europäische Stromautobahnen“ festgelegt.

Im Stromsektor wurden vier vorrangige EU-Korridore ausgewiesen:

  • Offshore-Netz in den nördlichen Meeren und Anbindung an Nord- und Mitteleuropa, um den von Offshore-Windparks erzeugten Strom zu den Verbrauchern in den Großstädten zu transportieren und Strom in den Wasserkraftwerken in den Alpen und den nördlichen Ländern zu speichern.

  • Verbindungsleitungen in Südwesteuropa, um Strom aus Wind- und Sonnenenergie sowie Wasserkraft zu den anderen Ländern des Kontinents zu transportieren.

  • Verbindungen in Mittelost- und Südosteuropa zur Verstärkung des regionalen Netzes

  • Integration des Energiemarkts im Ostseeraum in den europäischen Markt.

Im Gassektor wurden drei vorrangige EU-Korridore ausgewiesen:

  • Südlicher Korridor für den direkten Transport von Gas vom Kaspischen Meer nach Europa zur Diversifizierung der Gasquellen

  • Integration des Energiemarkts im Ostseeraum und Anbindung an Mittel- und Südosteuropa

  • Nord-Süd-Korridor in Westeuropa zur Beseitigung interner Engpässe und zur optimalen Nutzung möglicher externer Lieferungen.

Hintergrund:

Die EU hat sich dazu verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 % zu senken, den Anteil erneuerbarer Energie auf 20 % auszubauen und die Energieeffizienz um 20 % zu steigern. Um diese Energie- und Klimaziele zu erreichen, müssen ca. 200 Mrd. Euro allein in den Energietransport, in Gasfernleitungen und Stromnetze investiert werden. Schätzungen zufolge wird nur ein Teil dieser Investitionen vom privaten Sektor getragen werden, sodass eine Finanzierungslücke von 100 Mrd. Euro bleibt.

Weitere Informationen:

Weitere Informationen sind auch dem MEMO/10/582 zu entnehmen.

Näheres zur Mitteilung zur Energieinfrastruktur: http://ec.europa.eu/energy/gas_electricity/forum_citizen_energy_en.htm


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