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IP/10/1506

Brüssel, 15. November 2010

Tiergesundheit: Kommissionsvorschlag zur besseren Vorbeugung der Blauzungenkrankheit und zur Senkung der Kosten für die Landwirte

Die Europäische Kommission nutzt den technologischen Fortschritt, um die Erfolge bei der Tilgung der Blauzungenkrankheit in der EU zu festigen. Der heutige Vorschlag zur Änderung der Richtlinie 2000/75/EG, der 2011 in Kraft treten soll, bringt die derzeitigen Impfvorschriften auf den neuesten Stand. Sie werden mit den jüngsten technologischen Entwicklungen der Impfstoffproduktion in Einklang gebracht, so dass Impfstoffe nunmehr EU‑weit eingesetzt werden können. Es ist zu erwarten, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Blauzungenkrankheit durch den breiteren und flexibleren Einsatz von Impfstoffen begrenzt werden, da die direkten und indirekten Verluste der Landwirte (Krankheit und Sterblichkeit der Tiere, Störungen des Handels mit lebenden Rindern, Schafen und Ziegen) verringert werden.

Der für Gesundheit und Verbraucher zuständige Kommissar John Dalli sagte: „In den letzten zehn Jahren tendierte die Blauzungenkrankheit dazu, sich auf Gebiete auszubreiten, in denen sie vorher nie aufgetreten war. Verbringungsbeschränkungen und Überwachung allein waren nicht ausreichend, um diese Seuche zu bekämpfen. Die Impfung hat sich als das wirksamste Mittel erwiesen, um die Seuche zu bekämpfen, ihr vorzubeugen und den sicheren Handel mit lebenden Tieren zu erleichtern. Dank der massiven Impfkampagne und der jüngsten Entwicklung neuer Impfstoffe wurden im Jahr 2010 in der gesamten EU nur 120 Ausbrüche gemeldet, im Vergleich zu 45 000 Ausbrüchen im Jahr 2008.“ Abschließend sagte er: „Wir müssen aus der Vergangenheit Lehren ziehen, und ich finde, es ist an der Zeit, die geltenden Impfvorschriften zu ändern, damit wir künftigen möglichen Ausbrüchen besser vorbeugen können."

Die Seuche

Die Blauzungenkrankheit befällt Wiederkäuer Rinder, Schafe und Ziegen – und hat den europäischen Landwirten in den letzten zehn Jahren große Probleme bereitet und wirtschaftliche Verluste verursacht. Die Seuche verbreitet sich durch verschiedene mückenartige Fliegen, die als Kleinmücken bezeichnet werden und Tiere stechen. Deshalb ist die Infektion vor allem jahreszeitlich bedingt, d. h. die meisten Ausbrüche treten im Spätsommer und im Herbst auf. Da die Seuche von Kleinmücken verbreitet wird, kann sie sich auf weite Gebiete und grenzübergreifend ausdehnen. Auch aus diesem Grund ist ein EU-weites Vorgehen erforderlich, um das Auftreten und die Verbreitung der Seuche zu bekämpfen bzw. zu verhindern.

Der Vorschlag

Der Vorschlag zur Änderung der Richtlinie 2000/75/EG beruht auf dem Grundsatz „Vorbeugen ist die beste Medizin“ und gibt den Mitgliedstaaten mehr Handlungsspielraum, damit sie nationale Impfstrategien zur Prävention und Bekämpfung der Blauzungenkrankheit entwickeln können.

Derzeit ist die Impfung in Gebieten, die von der Blauzungenkrankheit frei sind, nach den Vorschriften der Richtlinie verboten. Mit dem Vorschlag soll dies geändert werden, um den Weg für die präventive Impfung frei zu machen, die von größter Bedeutung ist, weil sich nur schwer vorhersagen lässt, wo neue Ausbrüche auftreten könnten.

Die Änderung soll in Kraft treten, bevor die neue Saison der Blauzungenkrankheit im Jahr 2011 beginnt.

Hintergrund

In den Jahren 2006 und 2007 war die EU mit dem größten Ausbruch der Blauzungenkrankheit konfrontiert, der jemals in ihrem Gebiet vorgekommen ist. In den letzten drei Jahren ist die Zahl der Ausbrüche in der EU stetig zurückgegangen. Im Jahre 2008 wurden EU-weit insgesamt 45 000 Ausbrüche gemeldet. Diese Zahl ist auf 1 118 im Jahr 2009 und im laufenden Jahr auf bisher nur 120 gesunken.

Der Erfolg wird hauptsächlich auf die Impfkampagnen zurückgeführt, die im Laufe der Jahre in den Mitgliedstaaten geführt und von der Europäischen Kommission kofinanziert wurden. Dieses Jahr hat die EU sich an den Programmen der Mitgliedstaaten zur Tilgung und Überwachung der Blauzungenkrankheit bereits mit etwa 66 Millionen Euro beteiligt.

Für 2011 hat die Europäische Kommission bereits 16 Millionen Euro an Finanzhilfen für die Mitgliedstaaten vorgesehen. In den Jahren 2008 und 2009, als die Kampagne zur Massenimpfung gegen die Blauzungenkrankheit ihren Höhepunkt erreicht hatte, stellte die Europäische Kommission etwa 150 bzw. 160 Millionen Euro für die Programme der Mitgliedstaaten zur Tilgung und zur Überwachung der Blauzungenkrankheit bereit.

Weitere Informationen sind von folgender Website abrufbar:

http://ec.europa.eu/food/animal/diseases/index_de.htm


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