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Brüssel, 5. November 2010

114 250 EUR aus dem EU-Globalisierungsfonds als Hilfe für 189 ehemalige Beschäftigte polnischer Schiffbauunternehmen

Die Europäische Kommission hat einen Antrag Polens auf Unterstützung durch den Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) bewilligt. Die von den polnischen Behörden beantragten 114 250 EUR sollen 189 ehemaligen Beschäftigten des Unternehmens H. Cegielski-Poznań und von vier Zulieferfirmen aus dem Schiffbausektor helfen, Arbeit zu finden. Die Kommission wird nun dem Europäischen Parlament und dem Rat vorschlagen, die entsprechenden Haushaltsmittel zur Verfügung zu stellen.

Es ist unwahrscheinlich, dass das Unternehmen H. Cegielski-Poznań und die anderen Unternehmen, die von diesem EGF-Antrag betroffen sind, am Ende der Krise die Produktion wieder in normalem Umfang werden aufnehmen können, da der Schiffbau in Regionen mit niedrigen Kosten verlagert wird. Ich denke hier vor allem an Asien, dessen Marktanteil in den letzten Jahren gewaltig gewachsen ist“, sagte László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration. „Die entlassenen Arbeitskräfte dürften es schwer haben, neue Beschäftigungsmöglich­keiten zu finden, zumal viele in anderen Wirtschaftszweigen nach Arbeit werden suchen müssen. Ich bin überzeugt, dass die Unterstützungs- und Weiterbildungs­maßnahmen im Rahmen des EGF den Übergang erleichtern werden.

Der polnische Antrag betrifft 658 Entlassungen bei H. Cegielski-Poznań und vier Zulieferern. H. Cegielski-Poznań ist der einzige polnische Schiffsmotorenhersteller, und seine Produktion ist eng mit der Lage der europäischen Schiffbauindustrie verknüpft, insbesondere der deutschen und der dänischen.

Die Entlassungen sind die Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise, durch die sich die Gesamtbedingungen und die Zukunftsaussichten im Schiffbau geändert haben. Nach Angaben der Vereinigung europäischer Werften CESA (Community of European Shipyards Association) hat eine Vielzahl von Faktoren zu einer geringeren Nachfrage im Schiffbau geführt; Ende 2008/Anfang 2009 seien Aufträge dann so gut wie ganz ausgeblieben. Ferner ist damit zu rechnen, dass rund 10 % der Neu­bestellungen storniert und die Ausliefertermine für mehrere bestellte Schiffe verschoben werden.

Die bei H. Cegielski-Poznań und den Zulieferfirmen entlassenen Arbeitskräfte machten 3,8 % der in Posen (Stadt und Landkreis) Ende März 2009 gemeldeten Arbeitslosen aus. Gleichzeitig ging dort die Zahl der freien Stellen zurück, womit sich die Aussichten von Arbeitsuchenden verschlechterten. Die Stellenangebote betrafen vorwiegend folgende Wirtschaftszweige: Handel, Finanzdienstleistungen, Objekt­schutz, Baugewerbe und Dienstleistungen.

Die bei H. Cegielski-Poznań und seinen Zulieferern entlassenen Arbeitskräfte (vor allem Metallarbeiter, Mechaniker und Angehörige verwandter Berufe) dürften wenig Chancen haben, einen ihrer bisherigen Qualifikation entsprechenden Arbeitsplatz zu finden. Beim EGF-Maßnahmenbündel wird der Schwerpunkt daher auf der Unter­stützung der Arbeitskräfte während der Umschulung liegen. Dazu gehören auch Hilfen für Selbständige und Weiterbildungszuschüsse.

Die Finanzhilfe aus dem EGF gilt den 189 Arbeitskräften, deren Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt am schwierigsten ist. Die geschätzten Gesamtkosten für das Maßnahmen-Paket belaufen sich auf 175 770 EUR, wovon die Europäische Union 114 250 EUR aus dem EGF beisteuern soll.

Hintergrund

Seitdem der EGF im Januar 2007 seine Tätigkeit aufgenommen hat, gingen 65 Anträge über insgesamt rund 373,6 Mio. EUR zur Unterstützung von mehr als 70 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. Die Anträge betrafen die folgen­den Branchen: Kraftfahrzeuge (Frankreich, Spanien, Portugal, Österreich, Deutschland, Schweden); Textilien (Italien, Malta, Litauen, Portugal, Spanien, Belgien); Mobiltelefone (Finnland, Deutschland); Haushaltsgeräte (Italien); Computer und elektronische Produkte (Irland, Portugal); Maschinen/Elektronik (Dänemark, Deutschland); Reparatur und Instandhaltung von Luft- und Raumfahrzeugen (Irland); Kristallglas (Irland); Keramik und Natursteine (Spanien); Bau (Niederlande, Irland, Litauen); Konstruktionsteile und Ausbauelemente aus Holz (Spanien); elektrische Ausrüstungen (Litauen); Druckerei- und Verlagsgewerbe (Niederlande); Möbel (Litauen); Einzelhandel (Tschechische Republik, Spanien) und Großhandel (Niederlande). Nach den vorliegenden Berichten haben die bisherigen EGF-Interventionen sehr positive Ergebnisse bezüglich der Weiterbeschäftigung der unterstützten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezeitigt.

Der EGF wurde Ende 2006 auf Vorschlag von Kommissionspräsident José Manuel Barroso durch das Europäische Parlament und den Rat eingerichtet und soll Arbeitskräfte unterstützen, die infolge der Globalisierung ihren Arbeitsplatz verloren haben. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert und die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen gestärkt. Der EGF ist Teil der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die seit dem 1. Mai 2009 gestellt wurden.

Weitere Informationen

EGF-Website: http://ec.europa.eu/egf

Video-News:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

http://ec.europa.eu/avservices/video/video_prod_en.cfm?type=details&prodid=9847&src=1

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

http://ec.europa.eu/avservices/video/video_prod_en.cfm?type=detail&prodid=4096&src=4

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