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IP/10/1463

Brüssel, 5. November 2010

Ehemalige Beschäftigte der spanischen Automobil­branche erhalten 382 200 EUR aus dem EU‑Globalisierungsfonds zur Unterstützung bei der Arbeitssuche

Die Europäische Kommission hat heute einen Antrag Spaniens auf Bereitstellung eines Finanzbeitrags von 382 200 EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) bewilligt. Der Antrag wurde eingereicht, nachdem das im katalonischen Roquetes (Verwaltungsbezirk Baix Ebre) angesiedelte Unternehmen Lear Automotive 515 Beschäftigte entlassen hatte; das Unternehmen stellt Elektronikbauteile für Kraftfahrzeuge her. Nun wird der Antrag dem Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten (die zusammen die Haushaltsbehörde der EU bilden) zur Annahme vorgelegt.

Im katalonischen Verwaltungsbezirk Baix Ebre ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt besonders prekär. Der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung wird den ehemaligen Beschäftigten von Lear den Weg zu einer neuen Arbeitsstelle ebnen und auf diese Weise die anderen Unterstützungsleistungen ergänzen“, sagte der EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration László Andor und führte weiter aus: „Ich bin zuversichtlich, dass die Betroffenen mithilfe der aus dem EGF finanzierten Unterstützungsmaßnahmen leichter und schneller eine neue Stelle finden werden.“

Der Antrag Spaniens bezieht sich konkret auf 508 Entlassungen im Unternehmen Lear Automotive (EEDS) Spain, S.L. Sociedad Unipersonal, das an der Herstellung elektrischer Ausrüstung für Autos beteiligt ist.

Die Entlassungen waren eine Folge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, die in Spanien und auf den spanischen Exportmärkten verheerende Auswirkungen auf die Nachfrage nach Fahrzeugen hatte. Zwar hatte es in der Automobilbranche schon vor der Krise Schwierigkeiten gegeben, hauptsächlich wegen Verlagerung der Produktion ins Ausland, doch war es der Automobilindustrie in Katalonien bis Anfang 2008 gelungen, stabil zu bleiben. Danach bekam die Branche die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu spüren, als die Nachfrage nach Fahrzeugen in Spanien und weltweit plötzlich einbrach. Da dementsprechend auch die Nachfrage nach elektrischer Ausrüstung für Fahrzeuge nachließ und gleichzeitig die Produktionskosten nicht weiter gesenkt werden konnten, musste die Produktionsanlage von Lear in Roquetes (Baix Ebre, Katalonien) geschlossen werden.

Die im Antrag beschriebenen Entlassungen betrafen den Bezirk Baix Ebre. Dieser umfasst 14 Gemeinden mit insgesamt 74 962 Einwohnern und hat eine Bevölkerungsdichte, die unter dem EU-Durchschnitt liegt. Der wirtschaftlich unter dem katalonischen Durchschnitt liegende Bezirk war in hohem Maße von den von Lear geschaffenen Arbeitsplätzen abhängig. Infolge der Schließung des Unternehmens erhöhte sich die Arbeitslosenquote in dem Gebiet um 4 % – im Jahr 2009 lag sie bereits bei 22,7 %, für Katalonien insgesamt dagegen nur bei 17,5 %. Die am stärksten von den Entlassungen bei Lear betroffenen Städte sind Roquetes und Tortosa. Da es sich hierbei um kleine Städte handelt, in denen keine alternativen Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, wirken sich die Entlassungen bei Lear lokal beträchtlich aus.

Die Unterstützung aus dem EGF ergänzt den von Lear vorgelegten Sozialplan; mit dem veranschlagten Beitrag werden Schulungen für Berufsqualifikationen, Anreize für Unternehmensgründungen und Teilnahmeanreize zugunsten der 508 zu unterstützenden Arbeitnehmer finanziert. Die geschätzten Gesamtkosten für das Maßnahmen-Paket belaufen sich auf 588 000 EUR; davon soll die Europäische Union 382 200 EUR aus dem EGF beisteuern.

Die Kommission hat kürzlich einen weiteren Antrag Spaniens gebilligt, der Entlassungen in anderen Unternehmen der Automobilbranche zum Gegenstand hat, die ebenfalls in Katalonien angesiedelt sind [siehe IP/10/1088].

Hintergrund

Seitdem der EGF im Januar 2007 seine Tätigkeit aufgenommen hat, gingen 65 Anträge über insgesamt rund 373,6 Mio. EUR zur Unterstützung von mehr als 70 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. Die Anträge betrafen die folgenden Branchen: Kraftfahrzeuge (Frankreich, Spanien, Portugal, Österreich, Deutschland, Schweden); Textilien (Italien, Malta, Litauen, Portugal, Spanien, Belgien); Mobiltelefone (Finnland, Deutschland); Haushaltsgeräte (Italien); Computer und elektronische Produkte (Irland, Portugal); Maschinen/Elektronik (Dänemark, Deutschland); Reparatur und Instandhaltung von Luft- und Raumfahrzeugen (Irland); Kristallglas (Irland); Keramik und Natursteine (Spanien); Bau (Niederlande, Irland, Litauen); Konstruktionsteile und Ausbauelemente aus Holz (Spanien); elektrische Ausrüstungen (Litauen); Druckerei- und Verlagsgewerbe (Niederlande); Möbel (Litauen); Einzelhandel (Tschechische Republik, Spanien) und Großhandel (Niederlande). Nach den vorliegenden Berichten haben die bisherigen EGF-Interventionen sehr positive Ergebnisse bezüglich der Weiterbeschäftigung der unterstützten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezeitigt.

Der EGF wurde Ende 2006 auf Vorschlag von Kommissionspräsident José Manuel Barroso durch das Europäische Parlament und den Rat eingerichtet und soll Arbeitskräfte unterstützen, die infolge der Globalisierung ihren Arbeitsplatz verloren haben. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert und wurde die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen gestärkt. Der EGF ist Teil der EU‑Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die seit dem 1. Mai 2009 gestellt wurden.

Weitere Informationen:

EGF-Website: http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=326&langId=de

Video-News:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

http://ec.europa.eu/avservices/video/video_prod_en.cfm?type=details&prodid=9847&src=1

„Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund“

http://ec.europa.eu/avservices/video/video_prod_en.cfm?type=detail&prodid=4096&src=4

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit:

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=371&langId=de.


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