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Studie der Europäischen Kommission: Flexible Arbeitszeitregelungen nützen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen

Commission Européenne - IP/10/1377   26/10/2010

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IP/10/1377

Brüssel, den 26. Oktober 2010

Studie der Europäischen Kommission: Flexible Arbeitszeitregelungen nützen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen

Einer heute vorgelegten Studie der Europäischen Kommission zufolge kommen flexible Arbeitszeitregelungen sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern zugute. Der Bericht der Expertengruppe kommt rechtzeitig zur informellen Tagung der zuständigen Minister, die die neue Strategie für die Jahre 2010-2015 in Sachen Gleichstellung von Frauen und Männern erörtern wollen (IP/10/1149, MEMO/10/430).

Viviane Reding, für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft zuständige Vizepräsidentin der Kommission, erklärte hierzu: „Flexible Arbeitszeitregelungen, Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und andere betreuungsbedürftige Familienmitglieder sowie Anspruch auf Elternurlaub führen offenbar zu höheren Beschäftigungsquoten, sowohl bei Frauen wie auch bei Männern, und zu nachhaltigeren Geburtenraten. In konjunkturschwachen Zeiten können flexible Arbeitszeitregelungen dazu beitragen, dass Menschen ihre Arbeitsplätze behalten. Wir haben bereits wesentliche Fortschritte erzielt, müssen die Arbeitsmarktstrukturen aber noch familienfreundlicher machen: flexible Arbeitszeitregelungen und Gleichstellung der Geschlechter bilden wichtige Voraussetzungen für den Wirtschaftsaufschwung.“

Der Sachverständigenbericht „Flexible working time arrangements and gender equality“ vermittelt einen umfassenden Überblick über die in den 27 EU-Mitgliedstaaten und in den EFTA-Ländern (Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz) derzeit angewandten Regelungen. Im Mittelpunkt steht dabei die interne Flexibilität (innerhalb der Unternehmen oder Einrichtungen) sowohl hinsichtlich der Dauer der Arbeitszeit (z.B. Teilzeit) als auch hinsichtlich deren Organisation (z.B. flexible Arbeitszeiten und Gleitzeit). Nachstehend die wesentlichen Schlussfolgerungen des Berichts:

1. Weiterhin große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten in Bezug auf flexible Arbeitszeiten

  • In Nord- und Westeuropa ist Flexibilität hinsichtlich der Dauer der Arbeitszeit weiter verbreitet als in Ungarn, Litauen, Tschechien, Estland, Bulgarien, Slowakei, Slowenien und Rumänien, wo noch immer die herkömmliche 40-Stunden-Woche vorherrscht.

  • Dänemark, Schweden, Deutschland, Finnland und Norwegen liegen in Bezug auf Flexibilität recht weit vorn: in diesen Ländern nutzen mehr als die Hälfte der Beschäftigten in irgendeiner Weise die Möglichkeit flexibler Arbeitszeiten.

2. Noch mehr Flexibilität bei der Dauer der Arbeitszeit kommt nicht immer der Gleichstellung der Geschlechter zugute

  • Individuellere Arbeitszeiten wirken sich positiv auf die Beschäftigungsquote von Frauen aus und können zum Ausgleich von Berufs- und Privatleben beitragen. Allerdings ist Teilzeitarbeit (die vor allem von Frauen praktiziert wird) in den meisten Ländern noch immer in Niedriglohnbereichen verbreitet, in denen die Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten gering sind.

  • Eine wichtige Rolle spielen auch kulturelle Aspekte: So lange Flexibilität als „weibliche“ Art der Arbeitszeitorganisation angesehen wird, dürften flexible Arbeitszeitregelungen geschlechtsbedingte Unterschiede eher festigen als ändern.

3. In jüngster Zeit sind Fragen der Arbeitszeitflexibilität in mehreren Ländern auf die politische Tagesordnung gelangt, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten

  • In einigen Ländern (etwa Tschechien und Litauen) dient Flexibilität eher der Steigerung der Beschäftigungsquote und der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden.

  • Teilzeitarbeit wird bei der Förderung des aktiven Lebens im Alter immer wichtiger. Insbesondere in den nordischen Ländern stellt unfreiwillige Teilzeitarbeit ein großes Problem dar, weshalb politische Maßnahmen zu einem neuen Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Sicherheit beitragen sollen.

  • Arbeitszeitkonten und Jahresarbeitzeitregelungen stehen in einigen Ländern (Finnland, Deutschland und Luxemburg) ebenfalls auf der politischen Tagesordnung. In einigen Ländern (etwa Polen und Portugal) werden flexible Arbeitszeitregelungen im Zusammenhang mit dem Abbau von Überstunden erörtert.

  • Die derzeitige Wirtschafts- und Finanzkrise hat eindeutig dazu beigetragen, dass Flexibilität nun als wichtiges Instrument angesehen wird, mit dessen Hilfe Arbeitgeber auf die sich wandelnden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren können. Die Frage der Geschlechtergleichstellung spielt in dieser Diskussion allerdings keine große Rolle.

Hintergrund

Am 3. März 2010 leitete die Europäische Kommission mit einer ersten Konsultation der europäischen Sozialpartner eine Überprüfung der derzeitigen EU-Regelungen zur Arbeitszeit ein (IP/10/345). Im Zusammenhang mit dieser Überprüfung wird die Kommission in Kürze einen Sachverständigenbericht über die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Arbeitszeitregelungen vorlegen.

Der heute vorgelegte Bericht ist der dritte in einer Reihe vergleichender Studien zu Fragen der Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben: 2005 wurde ein Bericht über die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und 2009 ein Bericht über Kinderbetreuungsdienste vorgelegt.

Weitere Informationen

Bericht „Flexible working time arrangements and gender equality – A comparative review of 30 European countries“

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=418&langId=en&furtherPubs=yes

Informelle Tagung der für Fragen der Geschlechtergleichstellung zuständigen Minister

http://www.eutrio.be/informal-meeting-ministers-gender-equality

ANNEX

Summary of countries regarding flexibility in the length of working hours

Below EU27 average

Around EU27 average

Above EU27 average

Part-time work

Portugal, Poland, Slovenia, Greece, Czech Republic, Lithuania, Cyprus, Latvia, Hungary, Slovakia, Bulgaria, Romania

Luxembourg, Denmark, Iceland, France, Italy, Ireland, Malta, Spain, Finland, Estonia

Netherlands, Germany, Norway, Belgium, Austria United Kingdom, Sweden

Working overtime

Luxembourg, Cyprus, Malta, Portugal, Hungary, Poland, Lithuania, Norway, Spain, Romania, Denmark, Greece, Bulgaria

Sweden, Latvia, Slovenia, Belgium, Germany, Ireland, Italy, Finland. Slovakia, Estonia

Iceland, United Kingdom, Austria, Netherlands, Czech Republic

Working long hours

Italy, Denmark, Portugal, Cyprus, Malta, Hungary, Germany, Ireland, Belgium, Finland, Norway, Lithuania, Sweden, Netherlands, Luxembourg

Slovakia, Spain, France, Slovenia, Estonia

Iceland, United Kingdom, Greece, Poland, Austria, Bulgaria, Romania, Latvia, Czech Republic

This table summarises the countries in regard to the three indicators of flexibility in the length of working hours. There does not appear to be a clear pattern regarding the flexibility in the length of working hours in terms of these indicators. The most flexible countries seem to be Austria and the United Kingdom, which have a high ranking on all three indicators. At the other end, four countries appear to be the least flexible and score low on all three indicators: Portugal, Lithuania, Cyprus and Hungary.

Share of part-time workers in total employment (persons aged 15 and over) in EU Member States - 2009

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

Source: Eurostat, Labour Force Survey (LFS), annual averages.

Involuntary part-time work and total part-time employment rate, 2007

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

Source: Eurostat, EU Labour force survey 2007

Share of employees working overtime, by gender 2004

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

Source: Eurostat, EU Labour force survey, ad hoc module 2004 (no data available for France and Liechtenstein)

Share of employees working long hours (48 or more), by gender, 2007

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

Source: Eurostat, EU Labour force survey 2007 (no data available for Liechtenstein)

Working time schedules of men and women employees, 2004

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

Left bar: male employees, right bar: female employees - Source: Eurostat, EU Labour force survey, ad hoc module 2004 (no data available for Liechtenstein)


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