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Investitionen, Immobilien und Internetzugang am unteren Ende der Vertrauensskala bei Verbrauchern

Commission Européenne - IP/10/1369   22/10/2010

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IP/10/1369

Brüssel, den 22. Oktober 2010

Investitionen, Immobilien und Internetzugang am unteren Ende der Vertrauensskala bei Verbrauchern

„Investitionen, Rentenfonds und Wertpapiere“, „Dienstleistungen im Zusammenhang mit Immobilien“ und „Internet-Dienste“ – das sind die drei Bereiche, die offensichtlich in der Gunst der Verbraucher EU-weit am schlechtesten abschneiden. Das geht aus der Ausgabe Herbst 2010 des Verbraucherbarometers hervor, die heute vorgestellt wurde. Bei Konsumgütern stehen Gebrauchtfahrzeuge, Bekleidung und Schuhe sowie Fleischerzeugnisse am unteren Ende der Zufriedenheitsskala. Demgegenüber schneidet der Flugverkehr trotz eines im Frühjahrs 2010 verzeichneten Rückgangs gut ab. Gleiches gilt auch für Güter und Dienstleistungen im Bereich Kultur. Das Verbraucherbarometer bewertet die Märkte für Konsumenten anhand von Indikatoren wie Vergleichbarkeit von Produkten und Dienstleistungen, Verbrauchervertrauen, Verbraucherzufriedenheit, Probleme, Beschwerden, einfacher Anbieterwechsel, Preis u. a. m. Sinn und Zweck des Verbraucherbarometers ist es, besonders störanfällige Märkte ausfindig zu machen, die dann im Hinblick auf etwaige politische Maßnahmen eingehender analysiert werden können. In der jetzt vorgestellten Ausgabe Herbst 2010 sind erstmals insgesamt 50 Marktsektoren – von Lebensmitteln über Elektrohaushaltsgeräte bis hin zu Autoreparaturen – für alle EU-Mitgliedstaaten erfasst und klassifiziert worden.

Dazu erklärte der für Gesundheit und Verbraucherpolitik zuständige EU-Kommissar John Dalli: „Das große Versprechen des Binnenmarktes für die Verbraucher lautet: günstige Preise, Angebotsvielfalt, Transparenz und Kundenzufriedenheit. Mit Hilfe des Verbraucherbarometers können wir genau die Märkte ausmachen, auf die dies offensichtlich nicht zutrifft.“ Fazit des Kommissars: „Als Nächstes werden wir zwei Bereiche, und zwar Internet-Dienste und Fleischerzeugnisse, eingehender untersuchen und die nationalen Behörden auffordern, unsere Erkenntnisse verstärkt bei ihrer Arbeit zu berücksichtigen.“

Das Verbraucherbarometer

Grundlage des Verbraucherbarometers ist das laufende Monitoring der Märkte mit dem Ziel, festzustellen, welche Erfahrungen Verbraucher in jüngster Zeit beim Einkauf in den betreffenden Bereichen machen konnten und wie sie diese bewerten. Die Ausgabe 2010 deckt erstmals 50 Marktsektoren für Verbraucher ab, auf die über 60 % des Budgets der Verbraucherhaushalte entfallen.

Mit dem Verbraucherbarometer sollen jene Märkte ermittelt werden, die für Verbraucher unzulänglich funktionieren. Die so gewonnenen Erkenntnisse sind entscheidend für die Erarbeitung politischer Maßnahmen und liefern wichtige Aufschlüsse für die allgemeine Überwachung des Funktionierens des EU-Binnenmarktes durch die Kommission.

Die Platzierung der Märkte auf dem Verbraucherbarometer ergibt sich aus einer Gesamtnote, die anhand folgender Indikatoren ermittelt wird:

  • Leichte Vergleichbarkeit von Waren und Dienstleistungen: Am schwierigsten lassen sich aus Verbrauchersicht Angebote in den Bereichen Bankwesen, Telekommunikation, öffentliche Versorgungsleistungen (Wasser, Gas und Strom), Dienstleistungen im Zusammenhang mit Immobilien und Rechtsberatung (einschließlich Buchhaltung und Leistungen von Notaren) vergleichen. Am leichtesten zu vergleichen sind Bücher, Zeitschriften und Zeitungen.

  • Vertrauen der Verbraucher in den Einzelhandel nach dem Kriterium der Einhaltung der verbraucherrelevanten Vorschriften: Am wenigsten Vertrauen haben die Verbraucher bei Investitionen, Rentenfonds und Wertpapieren, Gebrauchtwagen und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Immobilien.

  • Probleme und Beschwerden: Am häufigsten sind Verbraucher mit Schwierigkeiten konfrontiert bei: Internet-Zugang, Bahnverkehr, Dienstleistungen im Zusammenhang mit Immobilien und Investitionen, Rentenfonds und Wertpapieren. Die meisten Beschwerden entfielen auf die Bereiche Mobiltelefonie, Internet-Zugang, Neuwagenkauf und Girokonten.

  • Zufriedenheit insgesamt und Erwartungen: Alles in allem sind 57 % der Verbraucher in Europa davon überzeugt, dass die Märkte die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen vermögen. Am stärksten ausgeprägt ist der Unzufriedenheitsgrad in den Sektoren Investitionen, Rentenfonds und Wertpapiere, Dienstleistungen im Zusammenhang mit Immobilien und Bahnverkehr. Den höchsten Zufriedenheitsgrad bei den Verbrauchern und Verbraucherinnen in Europa verzeichnet der Bereich Waren und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kultur.

Geprüft werden für die Zwecke des Verbraucherbarometers außerdem folgende Parameter:

  • Leichter Wechsel des Dienstleistungsanbieters sowie tatsächliches Wechselverhalten. Am schwierigsten gestaltet sich, aus Sicht der Verbraucher, ein Wechsel des Anbieters in den Bereichen Stromversorgung, Anlagegeschäfte bei Banken, Gasversorgung und Bankdarlehen.

  • Preisdifferenzen: Mit zu den wesentlichen Entscheidungskriterien beim Einkaufen gehört für den Verbraucher der Preis. Wesentliche Preisunterschiede innerhalb des Binnenmarkts können ein Indikator für dessen Fragmentierung sein. Das Verbraucherbarometer hat deutliche Preisunterschiede zwischen den einzelnen EU-Mitgliedstaaten zutage gefördert. Diese Preisunterschiede sind im allgemeinen weitaus deutlicher bei Dienstleistungen als bei Konsumgütern. Die größten Unterschiede sind zu verzeichnen in den Sektoren Bank-Girokonten und Zugang zu Internet-Diensten.

Die finanziellen Einbußen, die Verbraucher in Europa aufgrund von Problemen erleiden, die ihrerseits Anlass zu Beschwerden gaben, belaufen sich auf geschätzte 0,3 % des BIP der EU. Dieses Geld könnte sinnvoller für effiziente, innovative Produkte und Dienstleistungen ausgegeben werden, womit gleichzeitig der Wirtschaft auf EU-Ebene der so dringend benötigte Aufschwung ermöglicht würde.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Aus Verbrauchersicht schneiden folgende drei Dienstleistungsbereiche durchweg ganz schlecht ab – unabhängig von der Größe des Mitgliedstaates: „Investitionen, Rentenfonds und Wertpapiere“, „Dienstleistungen im Zusammenhang mit Immobilien“ und „Internet-Dienste“.

  • Im Bereich Gebrauchsgüter sind die schlechtesten Werte zu verzeichnen bei gebrauchten Kraftfahrzeugen, Bekleidung und Schuhen sowie Fleischwaren (Näheres hierzu: siehe MEMO/10/514).

  • Bücher, Zeitschriften und Zeitungen belegen neben Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kultur und Unterhaltung die vordersten Plätze auf der Zufriedenheitsskala.

  • Der Flugverkehr rangiert im Verbraucherurteil in der oberen Hälfte der Rangliste, vor allen anderen Verkehrssektoren, und das trotz einer für die Branche äußerst schwierigen Zeit.

Was kommt als Nächstes?

Die Europäische Kommission wird zwei Marktstudien in Angriff nehmen, mit denen die Gründe für die ermittelten Verbraucherbarometer-Werte eingehend erforscht und politische Lösungsansätze ausgemacht werden sollen. Die Studien betreffen folgende zwei Sektoren:

  • Internet-Dienste: Dieser Bereich steht in der allgemeinen Gunst der Verbraucher an drittletzter Stelle. Auf ihn entfällt der höchste Anteil von Verbrauchern, die Probleme hatten. Deutlich hervor sticht dieser Sektor ferner durch die ausgeprägte Preisschere zwischen den einzelnen EU-Mitgliedstaaten. Der Zugang zum Internet gilt darüber hinaus auch als wesentlich für die sogenannte „digitale Integration“ und für den digitalen Binnenmarkt.

  • Fleischwaren: Auch dieser Bereich belegt laut Verbraucherbarometer einen der hintersten Plätze. Fleisch gehört mit zu den absatzstärksten Nahrungsmitteln, nimmt aber auch einen erheblichen Teil des Budgets der Verbraucher in Anspruch.

Das Verbraucherbarometer im ausführlichen Wortlaut ist abrufbar unter

http://ec.europa.eu/consumers/strategy/facts_en.htm#4CMS


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