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Digitale Agenda: Haushaltsumfrage zeigt, dass zwar mehr Europäer online sind, aber auch Sicherheits- und Kostenbedenken haben

European Commission - IP/10/1328   13/10/2010

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IP/10/1328

Brüssel, den 13. Oktober 2010

Digitale Agenda: Haushaltsumfrage zeigt, dass zwar mehr Europäer online sind, aber auch Sicherheits- und Kostenbedenken haben

Nach einer Eurobarometer-Erhebung der Europäischen Kommission, bei der 27 000 Privathaushalte aus der gesamten EU zu ihrer Internet-, Telefon- und Fernsehbenutzung befragt wurden, sind die Europäer zunehmend „digital“ aktiv. Immer mehr Europäer entscheiden sich zudem für ein Pauschalpaket aus Breitband-Internet und Digitalfernsehen zum Festpreis. Dank der zunehmenden Breitbandversorgung sind immer mehr Europäer online, wobei sich 35 % auf den Websites der sozialen Netze betätigen. Allerdings haben sie auch Bedenken bezüglich der Kosten, der Dienstqualität und der Sicherheit sowie im Hinblick auf die Online-Freiheit. Ein Fünftel der Internetnutzer (Festnetz und Mobilfunk) geben an, dass sie Probleme mit blockierten Inhalten und Anwendungen hatten. Die von der Kommission im Mai 2010 vorgelegte Digitale Agenda für Europa setzt nicht nur ehrgeizige Ziele für den Zugang aller Bürger Europas zum Breitband-Internet, sondern skizziert auch Maßnahmen zur Steigerung des Wettbewerbs, des Vertrauens und der Sicherheit (siehe IP/10/581, MEMO/10/199 and MEMO/10/200).

Zugang zum Internet und zum Breitbandinternet

Der Umfrage zufolge haben 43 % der EU-Haushalte noch immer keinen Internetzugang. Dies zeigt, wie ehrgeizig das Ziel ist, das die Kommission mit ihrer Digitalen Agenda anstrebt, nämlich alle Europäer online zu bringen. Beinahe jeder fünfte befragte Haushalt nannte hohe Internetkosten als Grund für den Verzicht auf einen Internetanschluss. Ein verstärkter Wettbewerb, der zu sinkenden Preisen führt, ist daher ein wichtiges Ziel der digitalen Agenda und würde sicherlich mehr Menschen ermuntern, sich einen Internetanschluss zuzulegen.

Viele Personen, die zuhause keinen Internetanschluss haben, erklären, dass sie gar kein Interesse am Internet haben. Nach Ansicht der Kommission sollten dennoch alle EU-Bürger die Möglichkeit haben, sich einen Breitband-Internetanschluss einrichten zu lassen, denn wenn sie erst all die möglichen Vorteile sehen (z. B. Zugang zu innovativen Diensten, Arbeiten von zuhause aus), werden viele sie bestimmt auch nutzen.

Angebotspakete

38 % der befragten Haushalte nutzen ein Paket aus zwei oder mehr Diensten. Digitales terrestrisches Fernsehen wird – ähnlich wie das Satellitenfernsehen – von fast einem Viertel der EU-Haushalte empfangen.

Kosten und Qualität

Der Umfrage zufolge begrenzen 61 % der Mobiltelefonnutzer und 49 % der Telefon-Festnetz-Teilnehmer in der EU ihre Anrufe wegen der hohen Kosten.

In 30 % der Haushalte mit Breitbandanschluss sind die Download-Geschwindigkeiten nicht verlässlich, 36 % leiden unter Verbindungsunterbrechungen und 24 % geben an, dass die tatsächliche Übertragungsgeschwindigkeit nicht der vertraglich zugesicherten entspricht.

Die Digitale Agenda soll dafür sorgen, dass bis 2020 alle Europäer einen Internetzugang mit 30 Mbit/s haben können und mindestens 50 % der europäischen Haushalte sogar über Anschlüsse mit 100 Mbit/s verfügen. Die Kommission verabschiedete erst kürzlich ein dreiteiliges Breitband-Paket, um die Verwirklichung dieses Ziels voranzubringen (siehe IP/10/1142, MEMO/10/427, MEMO/10/426 und MEMO/10/424).

Vertrauen und Sicherheit im Internet

84 % der Haushalte würde gern über Verlust, Diebstahl oder Manipulierung ihrer persönlichen Daten informiert werden. 45 % machen sich Sorgen über den Missbrauch ihrer persönlichen Daten in sozialen Netzen. Dabei sind die unter 24-Jährigen erheblich sorgloser als die über 40-Jährigen. Das Telekom-Legislativpaket von 2009, das bis zum 26. Mai 2011 umzusetzen ist, enthält mehrere Vorschriften, wonach die Betreiber öffentlich zugänglicher elektronischer Kommunikationsdienste entweder die nationale Regulierungsbehörde oder die Nutzer über Datenschutzverletzungen informieren müssen (siehe MEMO/09/568).

Zudem hat die Kommission vor Kurzem Vorschläge zur Stärkung der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) und zur Bekämpfung von Cyberangriffen vorgelegt (siehe IP/10/1239, MEMO/10/459 und MEMO/10/463).

Zugriffsverweigerung

21 % der befragten europäischen Haushalte mit Internetzugang waren der Ansicht, dass ihr Internetanbieter den Zugang zu bestimmten Online-Inhalten und ‑Anwendungen blockiert. Dieselbe Meinung äußerte auch ein vergleichbarer Anteil der mobilen Internetnutzer, wobei von ihnen allerdings jeder Dritte dies auf die begrenzte Übertragungskapazität seines Telefons oder auf seinen Mobilfunkvertrag zurückführt. Die Kommission hat kürzlich eine Konsultation zum offenen Internet und zur Netzneutralität durchgeführt (siehe IP/10/860), um ihren bevorstehenden Bericht vorzubereiten, in dem sie darauf eingehen wird, welches Ausmaß derartige Probleme haben und ob zusätzliche Maßnahmen in diesem Bereich notwendig sind.

Weitere Ergebnisse der Umfrage

Mehr als ein Drittel der EU-Bürger nutzt soziale Netze im Internet. Das gilt sowohl für Länder mit hoher Internetverbreitung (z. B. die Niederlande) als auch für Länder mit geringer Internetverbreitung (z. B. Lettland). 22 % der Haushalte mit Internetzugang nutzen ihren Computer für Telefongespräche über das Internet. In den Haushalten der 12 neueren Mitgliedstaaten ist dieser Anteil doppelt so hoch wie in den anderen 15 Mitgliedstaaten.

98 % der EU-Haushalte haben ein Telefon und ein wachsender Anteil der Haushalte (87 %) verfügt über ein Mobiltelefon. Lediglich 11 % können nur per Festnetz telefonieren. Dagegen benutzen 25 % nur ein Mobiltelefon und haben keinen Festnetzanschluss.

98 % der EU-Haushalte haben einen Fernseher, aber nur 30 % einen Anschluss ans TV-Kabelnetz. 23 % empfangen digitales Fernsehen, was einen Anstieg um 11 % gegenüber 2007 darstellt.

Die vollständige Umfrage finden Sie unter folgender Adresse:

http://ec.europa.eu/information_society/policy/ecomm/library/ext_studies/index_en.htm

Anhang

Versorgungsdichte bei wichtigen Telekommunikationsdiensten

Durchschnitt EU-27-Haushalte
Nov.–Dez. 2009

Durchschnitt EU-27-Haushalte
Nov.–Dez. 2007

Änderung in Prozentpunkten Nov.-Dez. 2009/ Nov.-Dez. 2007

Telefonanschlüsse insgesamt (Festnetz und/oder Mobilfunk)

98 %

95 %

+3

Mobilfunkanschluss

87 %

83 %

+4

Festnetzanschluss

73 %

70 %

+3

Festnetz- und Mobilfunkanschluss

62 %

57 %

+5

Mobiltelefon, aber kein Festnetzanschluss

25 %

25 %

=

Festnetzanschluss, aber kein Mobiltelefon

11 %

14 %

-3

Fernsehen

98 %

96 %

+2

Antenne

34 %

41 %

-7

Kabelfernsehen

30 %

34 %

-4

Satellitenempfang

24 %

22 %

+2

digitales terrestrisches Fernsehen

22 %

12 %

+10

Paketangebot (Bündel)

38 %

29 %

+9


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