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Europäische Kommission will der Frage nachgehen, wie der europäische Markt für Abschlussprüfungen verbessert werden kann

European Commission - IP/10/1325   13/10/2010

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IP/10/1325

Brüssel, den 13. Oktober 2010

Europäische Kommission will der Frage nachgehen, wie der europäische Markt für Abschlussprüfungen verbessert werden kann

Die Europäische Kommission hat heute eine breit angelegte Konsultation zur Rolle der gesetzlichen Abschlussprüfung sowie zum Umfeld ihrer Durchführung eingeleitet. Nach der Finanzkrise stellt sich die Frage, ob die Rolle der Abschlussprüfer nicht verbessert werden kann, um neue, in der Zukunft auftretende Finanzrisiken abzuschwächen. Während der Krise sind auch einige Schwächen im Abschlussprüfungssektor zutage getreten, die näher untersucht werden müssen. Diese Arbeiten im Bereich der Abschlussprüfung sind Bestandteil der Bemühungen der Kommission, Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen und den Finanzsektor zu reformieren. Insbesondere möchte die Kommission darüber diskutieren, ob Abschlussprüfungen alle Finanzmarktteilnehmer mit den richtigen Informationen versorgen; ob es bei der Unabhängigkeit von Prüfungsgesellschaften Probleme gibt; ob sich aus der Marktkonzentration Risiken ergeben; ob eine Beaufsichtigung auf europäischer Ebene nützlich wäre und wie den spezifischen Bedürfnissen kleiner und mittlerer Unternehmen am besten entsprochen werden kann. Die Antworten auf die Konsultation können bis zum 8. Dezember 2010 übermittelt werden.

Dazu Michel Barnier, Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen: “Die Richtigkeit von Finanzabschlüssen ist für das Vertrauen der Märkte von ganz entscheidender Bedeutung. Alle Finanzmarktteilnehmer müssen sich darauf verlassen können, dass die darin enthaltenen Informationen tatsächlich über die finanzielle Solidität der Unternehmen Aufschluss geben. Abschlussprüfern kommt eine wichtige Rolle zu; deshalb benötigen wir fundierte und völlig unabhängige Prüfungen. Während der Krise sind Mängel im Abschlussprüfungssektor zutage getreten. Diese müssen analysiert werden und es ist zu prüfen, welche Verbesserungen vorgenommen werden können. Meiner Auffassung nach muss diese Debatte ehrlich und offen geführt werden. Kein Thema sollte tabu sein.“

Bei einer gesetzlichen Abschlussprüfung handelt es sich um eine vom EU-Recht vorgeschriebene Prüfung von Unternehmensabschlüssen. Abschlussprüfer werden gesetzlich mit der Durchführung der Prüfungen betraut. Mit einer Abschlussprüfung soll ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild des vom Prüfer völlig unabhängig geprüften Abschlusses eines Unternehmens vermittelt werden. Deshalb sollte die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers zentrales Element des Prüfungsumfelds sein.

Nach der Bankenkrise stellt sich die Frage, ob die Rolle der Abschlussprüfer nicht verbessert werden kann, um neue, in der Zukunft auftretende Finanzrisiken abzuschwächen. Mit diesem Grünbuch soll eine breit angelegte Konsultation eingeleitet werden, um eventuell erforderliche Änderungen in der Abschlussprüfungspolitik auszumachen.

Nach Ansicht der Kommission sind diesbezüglich eine Reihe von Bereichen zu prüfen, insbesondere aber:

    - die Unabhängigkeit der Abschlussprüfer – es ist unklar, ob Abschlussprüfer wirklich unabhängig und kritisch handeln, wenn sie Abschlüsse eines Unternehmens prüfen, das gleichzeitig ein (potenzieller) Abnehmer von Nichtprüfungsleistungen ist;

  • das Vertrauen, das Interessengruppen in einen geprüften Abschluss haben können; aus diesem Grund soll der Frage nachgegangen werden, ob bei den Interessengruppen unterschiedliche Erwartungen hinsichtlich Anwendungsbereich und Methode der Abschlussprüfung bestehen;

  • das Potenzial systemimmanenter Risiken aufgrund der starken Konzentration des Abschlussprüfungsmarkts (mit welchen Folgen hätte das Finanzsystem im weiteren Sinne zu rechnen, wenn eine der großen Abschlussprüfungsgesellschaften insolvent würde?);

  • Rolle der Aufsichtsbehörden und Frage, ob die einzelstaatliche Beaufsichtigung wirklich effizient ist;

    - Potenzial eines echten Binnenmarkts für Abschlussprüfungen und Beseitigung der Hindernisse, die bewirken, dass der Abschlussprüfungsmarkt vor allem nationalen Charakter hat. In diesem Zusammenhang sollte das Konzept eines ‚Europäischen Passes für Abschlussprüfer’ näher untersucht werden;

  • dies gilt auch für die spezifischen Bedürfnisse kleiner Unternehmen, d. h. die Gewährleistung einer angemessenen Anwendung der Vorschriften auf KMU und

  • für den globalen Kontext: bei der Abschlussprüfung handelt es sich um einen internationalen Markt mit weltweit tätigen Netzen; deshalb müssen die europäischen Bemühungen auf internationaler Ebene koordiniert werden.

Kommentare zum Grünbuch können bis zum 8. Dezember übermittelt werden. Auf der Grundlage dieser Antworten wird die Kommission im Laufe von 2011 über eventuell weiter erforderliche Maßnahmen befinden. Auch wird sich die Kommission um Zusammenarbeit mit ihren wichtigsten internationalen Partnern im Rahmen des Rates für Finanzstabilität und der G20 und eine entsprechende Anpassung ihrer Positionen bemühen.

Kommentare zum Grünbuch können an folgende Adresse übermittelt werden:

markt-greenpaper-audit@ec.europa.eu (bis zum 8. Dezember 2010). Das Grünbuch kann auf folgender Webseite abgerufen werden:

http://ec.europa.eu/internal_market/auditing/otherdocs/index_de.htm

MEMO/10/487


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