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IP/10/1315

Brüssel, den 12. Oktober 2010

Klimawandel: EU reduziert Emissionen über ihre Zusagen hinaus

Die Europäische Union wird ihr Reduktionsziel für Treibhausgasemissionen frühe als geplant, d. h. vor 2012 erreichen. Aus dem Jahresbericht der Kommission geht hervor, dass die 25 Mitgliedstaaten mit Zielen im Rahmen des Kyoto-Protokolls ihren Verpflichtungen nachkommen werden.

Connie Hedegaard, EU-Kommissarin für Klimaschutz erklärte hierzu: „Die Europäische Union hat das Kyoto-Protokoll nicht nur unterzeichnet und Zusagen gemacht. Sie hat bewiesen, dass die Welt auf sie zählen kann, dass sie hält, was sie verspricht. Im vorliegenden Fall hält sie sogar mehr, als sie versprochen hat.”

Die Kyoto-Verpflichtungen

Im Rahmen des Kyoto-Protokolls haben sich die Mitgliedstaaten der EU-15 zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Protokolls verpflichtet, ihre kollektiven Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008-2012 im Schnitt 8 % unter den Wert eines bestimmten Basisjahres (in den meisten Fällen das Jahr 1990) zu senken. Diese kollektive Verpflichtung wurde für jeden Mitgliedstaat der EU-15 in gestaffelte nationale Emissionsziele übersetzt, die nach EU-Recht verbindlich sind.

Für die Emissionen der EU-27 gibt es keinen kollektiven Zielwert. Zehn der zwölf Mitgliedstaaten, die der EU in den Jahren 2004 und 2007 beigetreten sind, haben sich im Rahmen des Protokolls individuell verpflichtet, ihre Emissionen im Zeitraum 2008-2012 auf 6 % bzw. auf 8 % unter den Werten des Basisjahres zu senken. Nur Zypern und Malta sind keine Emissionsverpflichtung eingegangen.

Bisherige Emissionen

Wie im Juni 2010 angekündigt (siehe IP/10/659), lagen die Treibhausgasemissionen der EU-15 im Jahr 2008 – dem letzten Jahr, für das vollständige Daten vorlagen – 6,9 % unter den Werten den Basisjahres, obgleich die Wirtschaft der EU-15 im selben Zeitraum um rund 45 % gewachsen ist. Für die EU-27 als Ganze sind die Emissionen zwischen dem Basisjahr und dem Jahr 2008 um 14,3 % zurückgegangen.

Nach einem separaten Bericht der Europäischen Umweltagentur war der drastische Emissionsrückgang des Jahres 2009 nach vorläufigen Schätzungen auf die Wirtschaftslage zurückzuführen. 2009 lagen die Emissionen der EU-15 schätzungsweise 12,9 % unter den Werten des Basisjahres, während sie für die EU-27 auf 17,3 % unter den Werten von 1990 geschätzt wurden.

Prognosen für die EU-15 und die EU-27

Für die EU-15 zeigt der Fortschrittsbericht der Kommission1, dass die THG-Gesamtemissionen im Verpflichtungszeitraum 2008-2012 im Schnitt rund 14,2 % unter dem Stand des Basisjahres liegen werden, wenn die Mitgliedstaaten ihre Pläne verwirklichen und internationale Emissionsgutschriften erwerben und auch die geplanten Aufforstungs- und Wiederaufforstungsmaßnahmen durchführen.

Es wird damit gerechnet, dass existierende Politiken und Maßnahmen – d. h. bereits durchgeführte Politiken und Maßnahmen – Emissionsreduktionen von 10,4 % unter den Werten des Basisjahres bewirken. Zudem würde der von 10 der 15 Mitgliedstaaten der EU-15 geplante Ankauf von Emissionsgutschriften im Rahmen der marktbasierten Mechanismen des Kyoto-Protokolls eine weitere Senkung um 2,7 % bewirken und die Gesamtreduktion auf rund 13,2 % anheben2. Die geplanten Auf- und Wiederaufforstungsmaßnahmen, die biologische „Senken“ schaffen, welche Kohlenstoff aus der Atmosphäre binden, würden eine zusätzliche Reduktion um 1,0 % bedeuten.

Was die EU-27 anbelangt, so würden alle 10 Mitgliedstaaten der EU-12, die sich ein Kyoto-Ziel gesetzt haben, ihr Ziel, d. h. eine Reduktion von 6 % bzw. 8 % gegenüber den Werten des Basisjahres, erreichen oder überschreiten.

Die im Bericht dargelegten Prognosen zeigen die kumulative Wirkung der wirtschaftlichen Rezession auf den Rückgang der THG-Emissionen.

Unterschiede zum EUA-Bericht

Der Bericht der Kommission weicht vom Ansatz her leicht von dem heute veröffentlichten Bericht der Europäischen Umweltagentur ab, der die Bewertung des Stands der Erfüllung der Kyoto-Verpflichtungen der EU zum Gegenstand hat. Während der Kommissionsbericht die tatsächlichen Emissionen und Prognosen bis Ende des Verpflichtungszeitraums 2008-2012 berücksichtigt, basiert die auf Ebene der Mitgliedstaaten vorgenommene Analyse der EUA nur auf den tatsächlichen Emissionen des Jahres 2008. Die beiden Berichte müssen im Lichte dieser unterschiedlichen Bewertungsansätze gesehen werden.

Weitere Informationen:

Der Fortschrittsbericht der Kommission ist abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/environment/climat/gge_progress.htm

Homepage der GD Umwelt zum Klimawandel:

http://ec.europa.eu/environment/climat/home_en.htm

Pressemitteilung der Europäischen Umweltagentur:

http://www.eea.europa.eu/pressroom

Prognostizierte Emissionen der EU-27 aus Nicht-EHS-Sektoren, angegeben als Jahresdurchschnitt 2008-2012

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

1 :

Fortschritte bei der Umsetzung der Ziele von Kyoto. Bericht der Kommission. KOM(2010) 569.

2 :

Gerundeter Wert.


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