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Galileo: Sichere Satellitennavigation für Notfall- und Sicherheitsdienste

European Commission - IP/10/1301   08/10/2010

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IP/10/1301

Brüssel, 8. Oktober 2010

Galileo: Sichere Satellitennavigation für Notfall- und Sicherheitsdienste

Durch die Inbetriebnahme eines eigenen Galileo-Dienstes können heikle Transport- und Notfalleinsätze künftig besser koordiniert werden. Außerdem wird sich diese Anwendung positiv in den Bereichen Strafverfolgung (also Polizeiarbeit) und interne Sicherheit (Grenzkontrollen) auswirken und Friedensmissionen sicherer machen. Diese Ziele sind das Herzstück eines heute veröffentlichten Vorschlags der Kommission zur Regelung des Zugangs zum „öffentlich-regulierten Dienst“ (Public Regulated Service, PRS). Dank äußerst stabiler verschlüsselter Signale wird der PRS Infrastrukturen, die von der Satellitennavigation abhängen, schützen helfen. So können die Nutzer dieses Dienstes auch dann noch lebenswichtige und oft lebensrettende Informationen bekommen, wenn auf andere Infrastrukturen nicht mehr zurückgegriffen werden kann. PRS ist eine der wesentlichen Funktionen von Galileo, die einen Mehrwert gegenüber anderen Satellitennavigationssystemen darstellt. Der Zugang zu PRS wird auf autorisierte staatliche Stellen beschränkt sein.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum, erklärte dazu: „Bei diesem Vorschlag geht es in erster Linie um die Sicherheit der europäischen Bürgerinnen und Bürger. Wir sind immer stärker von Infrastrukturen der Satellitennavigation abhängig. Deshalb müssen wir unbedingt dafür sorgen, dass die Polizei und die Rettungs- und Notfalldienste auch im Krisen- und Katastrophenfall oder bei terroristischer Bedrohung einsatzfähig bleiben. Außerdem eröffnen sich auf dem Markt für PRS-Anwendungen gute Geschäftschancen für europäische Unternehmerinnen und Unternehmer.“

Bei Galileo handelt es sich um eine europäische Initiative zum Aufbau eines hochmodernen, globalen Satellitennavigationssystems, das eine zuverlässige, hochpräzise weltweite Positionsbestimmung ermöglicht. Es wird insgesamt fünf Dienste anbieten. Einer davon ist PRS, bei den anderen handelt es sich um den offenen Dienst, den Such- und Rettungsdienst, den sicherheitskritischen Dienst für Anwendungen in der Luft- und Seefahrt („Safety-of-Life Service”) sowie den kommerziellen Dienst. Bei der Satellitennavigation geht es nicht nur um Ortungsgenauigkeit, sondern auch um jederzeit sichere, stabile und zuverlässige Dienste. Mit dem heutigen Vorschlag wird ein klarer Rahmen vorgegeben, mit dem die Umsetzung der Regelung für den Zugang zum PRS überwacht wird.

PRS schützt vor Bedrohungen

Der PRS funktioniert mit äußerst stabilen verschlüsselten Signalen. So werden die von der Satellitennavigation abhängigen Infrastrukturen besser vor zunehmenden Bedrohungen, insbesondere durch Datenmanipulationen („Spoofing“), geschützt. Durch Spoofing können Leitsignale für Fahrzeuge und Schiffe verzerrt und falsche Positionssignale, z. B. an einen Polizei- oder Rettungswagen, gesendet werden. Kleine Störgeräte sind im Internet leicht zu kaufen und können Schaden anrichten, wenn sie in die falschen Hände gelangen. Der PRS könnte in Krisensituationen zum Einsatz kommen. In einem solchen Fall dürfen nämlich die Notfall- und Sicherheitsdienste auch dann nicht ausfallen, wenn andere Dienste aus Sicherheitsgründen eingestellt werden mussten.

PRS ist öffentlichen Stellen vorbehalten

Bei Galileo handelt es sich um ein ziviles System unter ziviler Kontrolle. Über den Einsatz des PRS und den jeweiligen Anwendungsbereich entscheidet jeder einzelne Mitgliedstaat. Der Einsatz des PRS wird kontrolliert und bleibt auf autorisierte staatliche Stellen in den EU-Mitgliedstaaten und die Europäischen Institutionen beschränkt. Nicht-EU-Länder oder internationale Organisationen können den Dienst gegebenenfalls in Anspruch nehmen, wenn sie entsprechende Abkommen mit der EU abschließen.

Geschäftschancen und bessere Dienstleistungen für die Bürger

Die Herstellung der PRS-Empfänger wird der europäischen Industrie und Europas Unternehmerinnen und Unternehmern neue Geschäftsmöglichkeiten bieten. Die Bürgerinnen und Bürger Europas werden indirekt von PRS profitieren, und zwar durch bessere und sicherere Notfall‑ und Sicherheitsdienste.

Strenge Kontrolle sorgt für Vertrauen

Damit die Regierungen der Mitgliedstaaten PRS vertrauen können, muss die Sicherheit des Dienstes gewährleistet werden. Dafür wird ein Kontrollrahmen geschaffen, der folgende Aspekte erfasst:

  • die Benutzer des Dienstes,

  • die Herstellung der PRS-Empfänger,

  • den etwaigen Export von PRS-Empfängern.

Jeder Mitgliedstaat, der den PRS nutzen möchte, muss eine „zuständige PRS-Behörde“ einrichten. Diese Stelle wird die Endnutzer sowie die Herstellung der PRS-Empfänger beaufsichtigen. Sie wird auch dafür sorgen, dass die eindeutig festgelegten Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Durch die Koordinierung auf europäischer Ebene wird für ein abgestimmtes Vorgehen und die Einhaltung des erforderlichen hohen Sicherheitsniveaus gesorgt.

Der Vorschlag wird im Rahmen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens an das Europäische Parlament und den Rat weitergeleitet. Wenn er angenommen wird, könnte der PRS zusammen mit zwei weiteren Galileo-Diensten (dem offenen Dienst und dem Such‑ und Rettungsdienst) ab 2014 zur Verfügung stehen, wenn Galileo seinen Betrieb aufnimmt.

Hintergrund: Warum Europa Galileo braucht

Durch Galileo wird Europas Unabhängigkeit in der Satellitennavigation sichergestellt, einem Bereich, der mittlerweile für die europäische Wirtschaft und für das Wohlergehen der EU-Bürger von grundlegender Bedeutung ist. Galileo trägt ferner zur Entwicklung des europäischen Know-hows in den Bereichen Raumfahrt sowie Empfänger- und Anwendungstechnologien bei und sichert auf diese Weise wirtschaftliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Die Kombination von Galileo- und GPS-Signalen in Empfängern mit zwei Signalfrequenzen wird neue Anwendungen, für die eine größere Genauigkeit als derzeit mit GPS allein erforderlich ist, ermöglichen. Es wird erwartet, dass Galileo über einen Zeitraum von etwa zwölf Jahren durch Mehreinnahmen in der Industrie und in den öffentlichen Haushalten für die europäische Wirtschaft ein Plus von 90 Mrd. EUR einbringen wird, wobei der durch die Unabhängigkeit erzielte Nutzen noch nicht berücksichtigt ist.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/enterprise/policies/satnav/


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