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EU und Südkorea unterzeichnen Freihandels­abkommen

European Commission - IP/10/1292   06/10/2010

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IP/10/1292

Brüssel, 6. Oktober 2010

EU und Südkorea unterzeichnen Freihandels­abkommen

Der EU-Handelskommissar Karel De Gucht, der belgische Außenminister Steven Vanackere als Vertreter der Ratspräsidentschaft der Europäischen Union (EU) und der koreanische Handelsminister Kim Jong-hoon unterzeichneten heute ein Freihandelsabkommen (FHA) zwischen der EU und Südkorea. Dieses FHA ist das ehrgeizigste Handelsabkommen, das die EU je ausgehandelt hat, und das erste Abkommen dieser Art mit einem asiatischen Land. Die heutige Unterzeichnung ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung des FHA und eines der wichtigsten Ereignisse des EU-Korea-Gipfels, der heute in Brüssel stattfindet.

„Das Abkommen zwischen der EU und Südkorea ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung unserer Handelsbeziehungen. Es wird in der aktuellen Krise Wachstum und Beschäftigung in Europa ankurbeln. Mit diesem umfassenden und innovativen Abkommen wurde ein Maßstab dafür gesetzt, was wir auch bei anderen Handelsabkommen erreichen möchten“, sagte Kommissar de Gucht. „Die problematischeren nichttarifären Hemmnisse für den internationalen Handel in Angriff zu nehmen, kann mindestens genauso viel zur Kostensenkung im Handel beitragen wie die Abschaffung von Einfuhrzöllen.“

Der Wortlaut des FHA wurde von der Europäischen Kommission und Südkorea am 15. Oktober 2009 paraphiert. Seitdem wurde er ins Koreanische und in 21 EU‑Sprachen übersetzt. Alle EU‑Mitgliedstaaten haben das FHA bereits im Vorfeld der heutigen offiziellen Zeremonie unterzeichnet.

Das Abkommen wird ab dem 1. Juli 2011 vorläufig angewandt, sofern das Europäische Parlament bis dahin seine Zustimmung erteilt hat und die Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Umsetzung der bilateralen Schutzklausel des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Südkorea unter Dach und Fach ist. Auch die EU-Mitgliedstaaten müssen das Abkommen nach ihren eigenen Rechtsvorschriften und Verfahren ratifizieren.

Schätzungen einer Studie zufolge werden mit dem Abkommen für den Handel mit Waren und Dienstleistungen neue Perspektiven im Wert von 19,1 Milliarden EUR für die EU eröffnet; eine weitere Studie rechnet für die nächsten 20 Jahre mit mehr als dem Doppelten des ohne das Abkommen zu erwartenden Handelsaufkommens zwischen der EU und Südkorea. Mit dem Abkommen werden praktisch alle Einfuhrzölle sowie viele nichttarifäre Handelshemmnisse zwischen den beiden Volkswirtschaften beseitigt. EU-Exporteure, die Industrieprodukte und Agrarerzeugnisse nach Südkorea ausführen, werden keine Zölle mehr zahlen müssen. Sobald die Zölle ganz wegfallen, werden die EU-Exporteure jährlich 1,6 Milliarden EUR einsparen. Die Hälfte dieser Einsparungen wird bereits ab dem Tag des Inkrafttretens des Abkommens anfallen.

Mit dem FHA werden außerdem neue Marktzugangsmöglichkeiten in den Bereichen Dienstleistungen und Investitionen geschaffen. Auch in den Bereichen Rechte des geistigen Eigentums, Beschaffungswesen, Wettbewerbspolitik, Handel und nachhaltige Entwicklung werden große Fortschritte erwartet.

Hintergrund

Der Warenhandel zwischen der EU und Südkorea belief sich 2009 auf rund 54 Milliarden EUR. Derzeit verzeichnet die EU gegenüber Südkorea bei Waren ein Handelsdefizit, obschon der Trend darauf schließen lässt, dass der koreanische Markt ein erhebliches Wachstumspotenzial bietet. Bei Produkten wie Chemikalien, Arzneimitteln, Autoteilen, Industriemaschinen, Schuhen, medizinischen Geräten, Nichteisenmetallen, Eisen und Stahl, Leder und Pelzen, Holz, Keramik und Glas weist die EU einen soliden Handelsbilanzüberschuss aus. Südkorea ist auch für die Agrarerzeugnisse der EU-Bauern mit einem Jahresumsatz von über 1 Milliarde EUR einer der weltweit wichtigsten Exportmärkte. Bei den Dienstleistungen verzeichnet die EU gegenüber Südkorea einen Handelsbilanzüberschuss von 3,4 Milliarden EUR mit Exporten in Höhe von 7,8 Milliarden EUR und Importen in Höhe von 4,4 Milliarden EUR (2008).

Südkorea und die EU werden innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten des FHA 98,7 % der Industrie‑ und Agrarzölle, bezogen auf den Handelswert, abbauen. Am Ende der Übergangzeit werden die Zölle für fast alle Produkte, abgesehen von einigen Ausnahmen im Agrarsektor, aufgehoben sein. Dies ist das ehrgeizigste Handelsvolumen, das die EU jemals im Rahmen eines FHA ausgehandelt hat.

Weitere Informationen

Mitteilung zum FHA zwischen der EU und Südkorea:

http://trade.ec.europa.eu/doclib/press/index.cfm?id=624&serie=371&langId=en

Die zehn wichtigsten Vorteile des FHA zwischen der EU und Südkorea:

http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2010/october/tradoc_146695.pdf

Der Handel zwischen der EU und Südkorea:

http://ec.europa.eu/trade/creating-opportunities/bilateral-relations/countries/korea/

Wortlaut des Abkommens:

http://trade.ec.europa.eu/doclib/press/index.cfm?id=443&serie=273&langId=en

Schlüsselelemente des Abkommens: „Kurzanleitung für das FHA zwischen der EU und Südkorea“:

http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2009/october/tradoc_145203.pdf


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