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IP/10/1185

Brüssel, den 28. September 2010

Digitale Agenda: Große IKT-Unternehmen beteiligen sich an der Stromsparinitiative der Europäischen Kommission

Ausrüstungen und Dienstleistungen der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) verursachen in der EU mehr als 8 % des Stromverbrauchs und etwa 4 % der CO2-Emissionen. Diese Zahlen könnten bis 2020 auf das Doppelte steigen. Um diesen Trend umzukehren, werden von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der Europäischen Kommission freiwillige Verhaltenskodexe für IKT-Unternehmen verwaltet. Auf der Veranstaltung „ICT 2010-Digitally Driven“ übernahmen heute in Brüssel weitere 16 IKT-Unternehmen die Verpflichtung, den Stromverbrauch ihrer Breitbandausrüstungen und Rechenzentren zu reduzieren. Die dürfte eine Senkung des Stromverbrauchs in vielen Fällen um 50 % bedeuten. Obwohl es sich hierbei um eine freiwillige Maßnahme handelt, haben sich schon 36 der größten IKT-Unternehmen zur Anwendung der Verhaltensregeln verpflichtet. Mit der von der Kommission im Mai 2010 beschlossenen Digitalen Agenda für Europa (IP/10/581, MEMO/10/199, MEMO/10/200) soll erreicht werden, dass der IKT-Sektor durch die Verringerung seiner Treibhausgasemissionen mit gutem Beispiel vorangeht.

EU-Kommissarin Máire Geoghegan-Quinn erklärte: „Der Erfolg dieser Verhaltenskodexe zeigt, dass die Branche die Innovation zur Steigerung der Energieeffizienz als geschäftliche, wirtschaftliche und umweltpolitische Priorität erkannt hat. Dies ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie die Gemeinsame Forschungsstelle hinter den Kulissen tätig ist und die Strategie Europa 2020 unterstützt.“

Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission, sagte hierzu: „Die Anwendung dieser beiden Verhaltenskodexe wird den Stromverbrauch in der EU erheblich senken und könnte eine Einsparung von 4,5 Milliarden EUR bedeuten. Ich begrüße diese Arbeit für eine nachhaltige Zukunft.“

Verhaltenskodex für Breitbandausrüstungen

Auf Breitbandausrüstungen entfallen etwa 15 % des Gesamtenergieverbrauchs im IKT-Sektor, was 2010 in der EU ca. 47 TWh entspricht.

Der Verhaltenskodex wurde bislang von 10 Unternehmen (sowohl Telekom-Betreibern als auch Herstellern) auf etwa 25 Mio. Breitbandanschlüsse in der EU (27 %) angewandt. Mit den 10 neuen Unternehmen, die nun dazukommen, wird er für 65 Mio. Anschlüsse in der EU (72 %) sowie weitere 10 Millionen in Norwegen, der Schweiz und der Türkei gelten.

Der Verhaltenskodex für Breitbandausrüstungen existiert seit 2007 und legt den maximalen Stromverbrauch (beim Kunden und in den Netzen der Telekom-Betreiber) für viele unterschiedliche Gerätearten fest, z. B. für Modems, Switches, Router und Home-Gateways. Erreicht werden die Energieeinsparungen durch den verbindlichen Einsatz der jeweils besten verfügbaren Energiesparkomponenten, wobei jedoch darauf geachtet wird, dass – entsprechend der Digitalen Agenda für Europa – bis 2020 allen EU-Bürgern schnelle und ultraschnelle Breitbandverbindungen zur Verfügung gestellt werden können.

Verhaltenskodex für Rechenzentren

Auf Rechenzentren entfallen ungefähr 18 % des Energieverbrauchs im IKT-Sektor. Gleichzeitig wird in keinem anderen Bereich mit einer stärkeren Zunahme gerechnet als hier. Rechenzentren kommen europaweit auf einen Jahresverbrauch von etwa 56 TWh. Sie umfassen alle Gebäude und Anlagen mit Unternehmensservern und zugehörigen Kommunikationsausrüstungen, mit denen die verschiedenen Datendienste erbracht werden.

6 neue Unternehmen werden sich heute den 26 bisherigen Unterzeichnern (mit 42 Rechenzentren) anschließen. Zudem gibt es mehr als 100 Unterstützer, d. h. Unternehmen, die Produkte, Lösungen und Programme entwickeln, mit denen die Eigentümer und Betreiber der Rechenzentren die Ziele des Verhaltenskodex erreichen können.

Dieser Verhaltenskodex wurde im Oktober 2008 eingeführt und dient der Vermeidung veralteter Strukturen, die zu einem ineffizienten Stromverbrauch führen. Er wurde 2010 durch eine Reihe von Empfehlungen für Entwurf, Anschaffung und Betrieb in Bereichen wie Software, IT-Architektur und IT-Infrastruktur ergänzt. Diese betreffen zum Beispiel die effiziente Regelung der Umgebungsbedingungen, etwa durch eine zielgenaue Kühlung, wo sie nötig ist, an den Server-Prozessoren, wodurch eine übertriebene Kühlung vermieden wird.

Der Kodex soll den Betreibern der Rechenzentren auch bewusst machen, welche Finanz, Umwelt- und Infrastrukturvorteile sich aus einem energieeffizienten Betrieb ihrer Anlagen ergeben. Dies entspricht einem anderen wichtigen Ziel der digitalen Agenda, demzufolge die IKT-Branche eine Vorreiterrolle bei der Berichterstattung über ihre Treibhausgasemissionen übernehmen und bis 2011 eine gemeinsame Methode aufstellen soll, um anderen energieintensiven Sektoren den Weg zu ebnen.

ICT4EE (IKT-Forum für Energieeffizienz)

Während sich die Verhaltenskodexe auf die Energieeffizienz in Breitbandnetzen und Rechenzentren beziehen, beschäftigt sich das ICT4EE-Forum mit der Verbesserung der Energie- und Kohlenstoffbilanz des IKT-Sektors insgesamt. Es wurde von der IKT-Branche eingerichtet, nachdem die Europäische Kommission 2009 ihre Empfehlung für die Erleichterung des Übergangs zu einer IKT-gestützten kohlenstoffarmen Wirtschaft vorgelegt hatte (siehe IP/09/1498). Das Forum entwickelt Methoden zur einheitlichen Messung der Energie- und Kohlenstoffleistung in der Branche und zur Bezifferung der Vorteile, die IKT-Lösungen für andere Wirtschaftszweige wie Bauwesen, Verkehr u. a. bringen.

Hintergrund

Die Verhaltenskodexe bilden eine Plattform, auf der die europäischen Akteure zusammenkommen, um freiwillige Vorhaben zur Steigerung ihrer Energieeffizienz zu diskutieren und zu vereinbaren. Neben den beiden genannten Kodexen wurden drei weitere eingeführt, nämlich für Digitalfernsehdienste, die Effizienz externer Netzteile und unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme.

Wichtigstes Ziel dieser Verhaltensregeln, die von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission aufgestellt und verwaltet werden, ist die Information und die Anregung der IKT-Branche zur Senkung des Energieverbrauchs in einer Weise, die kostengünstig ist und keine wichtigen Funktionen der Anlagen oder Ausrüstungen beeinträchtigt.

Mit der Unterzeichnung eines Verhaltenskodex verpflichtet sich das einzelne Unternehmen freiwillig, durch die Übernahme der besten verfügbaren Praktiken seinen Energieverbrauch in einem bestimmten Zeitraum in einem vereinbarten Umfang zu senken.

Weitere Informationen:

Verhaltenskodexe und zusätzliche Informationen:

http://re.jrc.ec.europa.eu/energyefficiency/html/standby_initiative_main.htm

GeSI – Global e-Sustainability Initiative:

http://www.gesi.org/

IKT für Energieeffizienz:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/sustainable_growth/ict_sector/index_en.htm

ANHANG: Liste der Unternehmen, die die Verhaltenskodexe anwenden

Rechenzentren

Neue Unterzeichner:

Belgacom

France Telecom-Orange

TDC Services

Telecom Italia

Telefonica

Turk Telekom

Unterzeichner:

A1 Telekom Austria AG

Bracknell Forest Borough Council

British Telecommunications plc

Business & Decision

Bytesnet BV

EvoSwitch Netherlands B.V.

FUJITSU Services

Hewlett-Packard

IBM Deutschland Business Services GmbH

IBM United Kingdom Limited

INTEL

LAMDA Hellix S.A.

Memset Ltd. Corporate level

Microsoft Corporation

Onyx Group Limited

Petroleum Geo-Services (PGS)

Reed Specialist Recruitment

TCN Telehousing

TelecityGroup CoC

The UK Grid Network Ltd

Thomson Reuters

TISSAT S.A.

UK Meteorological Office

VCD Infra Solutions

Vodafone Group Service GmbH

Bull SAS

Breitbandbetreiber

Neue Unterzeichner:

A1 Telekom Austria AG

Belgacom

British Telecom

KPN

France Telecom-Orange

OTE

Portugal Telecom

Telefonica

Telenor

Turk Telekom

Unterzeichner:

Alcatel-Lucent

CISCO

Deutsche Telekom

Huawei Technologies

Nokia Siemens Networks

Swisscom

TDC Services

Telecom Italia

Telia Sonera

Technicolor


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