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IP/10/1174

Brüssel, 24. September 2010

Fusionskontrolle: Kommission verweist geplantes Online-Jointventure von ProSiebenSat.1 und RTL an deutsche und österreichische Wettbewerbsbehörde

Die Europäische Kommission hat auf Antrag Deutschlands und Österreichs die Prüfung der von den privaten deutschen Rundfunksendern ProSiebenSat.1 und RTL geplanten Gründung eines Jointventures an das deutsche Bundeskartellamt und die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde verwiesen. Mit dem Jointventure soll eine Internet-Plattform geschaffen werden, über die Zuschauer Fernsehsendungen bis zu sieben Tage nach deren Ausstrahlung im frei empfangbaren Fernsehen („Free-to-Air“) als Wiederholung abrufen können. Nach einer ersten Prüfung kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass der Wettbewerb auf den deutschen bzw. österreichischen Märkten für Internet-Fernsehen und Internet-Werbung beeinträchtigt werden würde. Die Auswirkungen auf diesen Märkten sollen jetzt von der deutschen bzw. österreichischen Wettbewerbsbehörde nach innerstaatlichem Recht geprüft werden.

ProSiebenSat.1 und RTL wollen über ihr Jointventure eine Internet-Plattform für einen werbefinanzierten Programmservice, das sogenannte wöchentliche „Catch-up-TV“, anbieten. Die Auswirkungen dieser Plattform auf den Wettbewerb sollen jetzt nicht von der Europäischen Kommission, sondern von der deutschen und österreichischen Wettbewerbsbehörde geprüft werden.

RTL und ProSiebenSat.1 sind in Österreich und Deutschland die beiden größten privaten Anbieter von frei empfangbarem Fernsehen („Free-to-Air“). RTL bietet hauptsächlich kostenloses digitales Fernsehen an. Das TV-Angebot der Bertelsmann AG, einem internationalen Verlags- und Medienkonzern mit Sitz in Deutschland, werden ebenfalls von RTL ausgestrahlt. Auch das Angebot der in Deutschland ansässigen internationalen Mediengruppe ProSiebenSat.1 besteht hauptsächlich aus frei empfangbaren Fernsehprogrammen. RTL und ProSiebenSat.1 haben sowohl in Österreich als auch in Deutschland sehr hohe Einschalt- und Werbequoten im klassischen linearen Echtzeitfernsehen.

Österreich und Deutschland hatten beantragt, dass die Kommission die Prüfung der Teile des geplanten Jointventures, die ihre nationalen Märkte betreffen, an das Bundeskartellamt und die Bundeswettbewerbsbehörde verweist, und ihren Antrag damit begründet, dass das Vorhaben ihrer Ansicht nach den deutschen bzw. österreichischen Markt erheblichen beeinträchtigen wird.

Für das digitale „Catch-up-TV“ und für die Internetwerbung in Österreich und Deutschland hat die Kommissionsuntersuchung dies bestätigt. Das Bundeskartellamt und die Bundeswettbewerbsbehörde haben die besseren Voraussetzungen, die Auswirkungen der Übernahme auf ihren jeweiligen nationalen Märkten sachnah zu beurteilen.

Durch das Jointventure ergeben sich in keinem anderen EU-Mitgliedstaat Wettbewerbsprobleme.

Das Vorhaben wurde am 6. August 2010 bei der Kommission angemeldet. Weitere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=2_M_5881


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