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IP/10/1158

Brüssel, 22. September 2010

Abkommen mit Norwegen über zwei Galileo-Bodenstationen geschlossen

Norwegen wird eine aktive Rolle im Rahmen von Galileo spielen. Dieses europäische Satelliten­navigations­programm wird präzisere und breiter verfügbare Ortungssignale für die Menschen in Europa und in der ganzen Welt bereitstellen. Heute wurde mit Norwegen nicht nur ein Kooperationsabkommen unterzeichnet, darüber hinaus sollen dort auch zwei Galileo-Bodenstationen errichtet werden. Ferner wird die norwegische Industrie auch als Zulieferer von Nischentechnologien für Galileo zugelassen.

Der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Antonio Tajani, Kommissar für Industrie und Unternehmertum, äußerte sich hierzu folgendermaßen: „Ich freue mich, dass sich Norwegen an diesem europäischen Vorzeigeprojekt beteiligt. Diese Zusammenarbeit wird nicht nur die Ergebnisse der Navigationsdienste von Galileo verbessern, sondern auch kleinen und mittleren Unternehmen in Norwegen und in der EU zahlreiche Geschäftschancen eröffnen.“

Dieses Abkommen sieht vor, dass bestimmte Nischentechnologien für Galileo von der norwegischen Industrie geliefert werden. Norwegen wird sich außerdem aktiver in den Leitungsgremien und -ausschüssen des Programms einbringen. Zudem wird Norwegen etwa 70 Mio. EUR in das Programm investieren. Unterzeichnet wurde das Abkommen von Herrn Heinz ZOUREK, Generaldirektor der GD Unternehmen der Europäischen Kommission, und von Frau Oda Helen SLETNES, der Botschafterin des Königreichs Norwegen bei der EU.

Die Europäische Kommission darf somit zwei Bodenstationen für Galileo in Norwegen errichten: eine auf der Insel Svalbard und eine im norwegischen Antarktisterritorium. Norwegen verpflichtet sich, die Galileo-Funknavigationsfrequenzen vor Unterbrechungen und Interferenzen sowie die Galileo-Bodeninfrastruktur vor unbefugtem Eindringen zu schützen.

Norwegen hat sich im übrigen durch seine Mitgliedschaft in der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) bereits in der Entwicklungsphase von Galileo mit technischen und finanziellen Mitteln beteiligt.

Im Kooperationsabkommen sind die allgemeinen Grundsätze der Zusammenarbeit sowie die Rechte und Pflichten Norwegens in jenen Bereichen geregelt, die nicht Teil des heutigen Galileo-Regelwerks sind (vor allem Sicherheit, Bodenstationen und Funkfrequenzspektrum).

Hintergrund

Galileo ist Europas Initiative für ein dem neuesten Stand der Technik entsprechendes globales Satellitennavigationssystem, das die politische Unabhängigkeit Europas in einem Bereich sichern soll, der für die Wirtschaft und für das Wohlergehen der EU-Bürgerinnen und -Bürger zentrale Bedeutung erlangt hat. Galileo wird mit den von den USA bzw. von Russland entwickelten Systemen GPS und GLONASS kompatibel sein und zusammen mit diesen präzisere und breiter verfügbare Ortungssignale bereitstellen.

Galileo wird aber auch die Wirtschaft und die Beschäftigung in Europa ankurbeln, und zwar nicht nur in der Weltraumindustrie, sondern auch im Bereich der Herstellung von Satellitenempfängern und Satellitennavigationsanwendungen. Nach seiner Fertigstellung wird das System aus 30 Satelliten in der Erdumlaufbahn und der dazugehörigen Bodeninfrastruktur bestehen.

Galileo wird seinen Betrieb im Jahr 2014 anfänglich mit einer Konstellation von nur 18 Satelliten aufnehmen. Auf diese Weise werden drei vorläufige Dienste verfügbar:

  • der offene Dienst für normale Navigationsanwendungen (verstärktes GPS),

  • der Such- und Rettungsdienst für Rettungseinsätze und

  • der verschlüsselte, öffentlich-staatliche Dienst für Regierungsbehörden.

Weitere Informationen über GALILEO finden Sie im Internet unter:

http://ec.europa.eu/galileo

http://satellite-navigation.eu


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