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Digitale Agenda: EU investiert 5 Mio. EUR in Ausbau der Seidenstraße zur Datenautobahn für Forschung und Bildung

Commission Européenne - IP/10/1152   21/09/2010

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IP/10/1152

Brüssel, 21. September 2010

Digitale Agenda: EU investiert 5 Mio. EUR in Ausbau der Seidenstraße zur Datenautobahn für Forschung und Bildung

Die Europäische Kommission hat heute 5 Mio. EUR bereitgestellt, um zur Steigerung der Internetkapazität für Wissenschaftler in der Region Zentralasien (Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan) beizutragen. Mit dem Beitrag der Kommission zu dem zentralasiatischen Forschungs- und Bildungsnetz CAREN wird die frühere Seidenstraße zu einer Internet-Datenautobahn für Forschung und Bildung des 21. Jahrhunderts ausgebaut. Forscher, Wissenschaftler und Studierende in der Region haben nunmehr Zugang zu hochleistungsfähigen Internetanschlüssen, so dass sich ihnen bislang ungekannte Chancen bieten, in der internationalen Forschungslandschaft eine prägende Rolle zu spielen. Mit Kasachstan und Usbekistan, die ebenfalls an der Teilnahme interessiert sind, wird CAREN über eine halbe Million Nutzer an mehr als 500 Hochschulen und Forschungszentren miteinander verbinden.

Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, zuständig für die Digitale Agenda, erklärte: „CAREN ist Teil der Strategie der Kommission zur Beseitigung eines großen Defizits in der globalen Forschungsinfrastruktur Europas durch die Bereitstellung hochleistungsfähiger und gleichzeitig kostengünstiger Verbindungen für den Datenaustausch mit Zentralasien. Das Netz verringert die digitale Kluft und trägt zur Modernisierung und Entwicklung von Forschung und Bildung in der Region bei.“

Andris Piebalgs, EU-Entwicklungskommissar fügte hinzu: „Dieses Projekt wird die Arbeit von mehr als 500 000 Wissenschaftlern in Zentralasien erleichtern und verbessern. Diese Unterstützung für die Hochschulbildung und die Internetanbindung ist eine zukunftsträchtige Investition für die zentralasiatischen Innovationszentren. Ich bin überzeugt, dass die EU-Hilfe große Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum der beteiligten Länder haben wird.“

Das zentralasiatische Forschungs- und Bildungsnetz CAREN wird heute in Bischkek, Kirgisistan, offiziell gestartet und bietet etwa einer halben Million Wissenschaftlern in der Region Zugang zu den großen Datenbanken und leistungsfähigen Datenverarbeitungskapazitäten, die für die Spitzenforschung unverzichtbar sind, was der Region unmittelbar zugute kommen wird. So werden zum Beispiel Wissenschaftler in dieser erdbebengefährdeten Region, in der die indische und die eurasiatische Kontinentalplatte aufeinandertreffen, dank der hochleistungsfähigen Verbindungen über CAREN nahezu in Echtzeit auf seismische Daten von Monitoringstationen zugreifen und diese untereinander austauschen können. Dies wird die Risikoanalysen und die wirksame Katastrophenbewältigung verbessern, zum Beispiel, indem die Forscher am zentralasiatischen Institut für angewandte Geowissenschaften (CAIAG) in Kirgisistan mit ihren Kollegen beim Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) verbunden werden.

Von der gesteigerten Internetkapazität profitieren werden u. a. Initiativen für Telemedizin in Tadschikistan, geplante Kooperationen zwischen dem London College of Fashion und Partnerhochschulen in Taschkent zur Textilforschung sowie Forschungskooperationen zur Umweltüberwachung des Issyk-Kul-Beckens zwischen dem Kirgisischen Institut für Physik und Partnerinstituten in Deutschland und den Vereinigten Staaten. Mehrere Fernlehre-Projekte wurden bereits auf den Weg gebracht, so zum Beispiel in Turkmenistan in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Hamburg und der Universitat Autònoma de Barcelona. Das Potenzial des Netzes CAREN zur verstärkten Zusammenarbeit wurde auf der heutigen Eröffnungsveranstaltung in verschiedenen Präsentationen zu solchen gemeinsamen Initiativen europäischer und zentralasiatischer Partner hervorgehoben.

Zudem bietet CAREN nicht nur hochleistungsfähige Verbindungen zwischen Wissenschaftlern innerhalb der Region sondern verknüpft diese auch mit dem gesamteuropäischen Pendant des Netzes – GÉANT – und bindet sie damit an die weltweite Forschungs- und Bildungsgemeinschaft an. Forscher können digitale Bibliotheken durchstöbern, auf geographisch weit verstreute Datenbanken zugreifen, gemeinsam ferngesteuerte wissenschaftliche Instrumente nutzen und weltweit zügig und sicher große Datenmengen austauschen.

CAREN wird vom Amt für Zusammenarbeit der Europäischen Kommission („Europe Aid“) kofinanziert. Das Netz erhält 80 % (5 Mio. EUR) seines Gesamtbudgets (6,25 Mio. EUR) von der Europäischen Kommission, der Rest wird von den Empfängerländern nach dem Prinzip der Kostenteilung bereitgestellt. Das Projekt wird von der Forschungsnetzorganisation DANTE in Zusammenarbeit mit den nationalen Forschungs- und Bildungsnetzen der teilnehmenden Länder durchgeführt und verwaltet.

Hintergrund

CAREN baut auf den Ergebnissen des von der NATO finanzierten „Silk Project“ auf, das erstmals eine Forschungsvernetzung mit dem Kaukasus und Zentralasien eingeführt hatte. Während hier ursprünglich Satellitentechnologie mit geringer Leistungsfähigkeit zum Einsatz kam, wurde in jüngster Zeit mit dem Umstieg auf terrestrische Glasfasernetze begonnen. Die NATO-Finanzierung in Zentralasien ist im Juni 2010 ausgelaufen, und CAREN hat nun im Anschluss daran die Sicherung der Konnektivität zugunsten von Forschung und Bildung in Zentralasien übernommen.

Das im Jahr 2000 gestartete Projekt GÉANT verfügt heute über Hochgeschwindigkeitsverbindungen nach Asien, zum Mittelmeerraum, nach Südafrika, Lateinamerika (IP/08/354) und zur Schwarzmeerregion (IP/09/407). Außerdem verbindet es Pakistan mit der weltweiten Forschungsgemeinschaft (IP/08/1590) und die europäische Forschungsgemeinschaft auf dem Gebiet der Kernfusion mit ihren Höchstleistungsrechenzentren (IP/09/117). Die Europäische Kommission unterstützt GÉANT im Rahmen ihres Forschungsrahmenprogramms mit Mitteln in Höhe von 93 Mio. EUR für den Zeitraum 2009-2013.


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