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Europa ein weiblicheres Gesicht geben: EU-Kommission beschließt neue Strategie zur Chancengleichheit

European Commission - IP/10/1149   21/09/2010

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IP/10/1149

Brüssel, 21. September 2010

Europa ein weiblicheres Gesicht geben: EU-Kommission beschließt neue Strategie zur Chancengleichheit

Die Europäische Kommission hat eine Fünfjahresstrategie für mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern in Europa angenommen. Diese Strategie soll dazu beitragen, das Potenzial der Frauen besser für die wirtschaftlichen und sozialen Ziele der EU zu nutzen. Auf der Grundlage der Charta für Frauen (IP/10/237) hat die Kommission in dieser Strategie gezielte Maßnahmen erarbeitet, die von einer Stärkung des Frauenanteils in den Leitungsgremien von Unternehmen bis zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen reichen. Eine neue Eurobarometer-Umfrage hat gerade erst ergeben, dass 87 % der Europäer Maßnahmen der EU gegen häusliche Gewalt befürworten. Ein Viertel der Befragten gab an, Fälle von häuslicher Gewalt im eigenen Bekanntenkreis zu kennen.

„Europa hat in der Welt eine Vorreiterrolle übernommen, als es 1957 im Vertrag von Rom den Grundsatz des gleichen Lohns für gleiche Arbeit verankerte. Bei der Einsetzung von Frauen in verantwortliche Positionen und der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen können wir erneut mit gutem Beispiel vorangehen“, so Viviane Reding, die für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft verantwortliche EU-Kommissarin. „Um das Wachstum in Europa wieder anzukurbeln, sollten die Talente der Frauen besser genutzt werden. Ich war bisher keine Befürworterin von Frauenquoten für Führungspositionen in der Wirtschaft, aber in Anbetracht des Stillstands in diesem Bereich sollten wir Initiativen auf europäischer Ebene nicht länger ausschließen. Ich möchte mich im Frühjahr 2011 mit den Vorständen der größten börsennotierten europäischen Unternehmen an einen Tisch setzen und ausloten, inwieweit die Wirtschaft gewillt ist, von sich aus etwas zu tun. Vom Ergebnis dieses Dialog wird es abhängen, ob sich 2012 weitere Initiativen als erforderlich erweisen.“

Die Maßnahmen der heute von der Kommission angenommenen Strategie zur Förderung der Chancengleichheit gruppieren sich um fünf Schwerpunkte: Wirtschaft und Arbeitsmarkt, gleiches Entgelt, Gleichheit in Führungspositionen, Bekämpfung geschlechterspezifischer Gewalt und Förderung der Gleichheit der Geschlechter außerhalb der EU. Zu diesen Maßnahmen gehören:

  • Mehr Beschäftigung für Frauen, damit Europa sein 2020-Ziel einer (geschlechtsübergreifenden) Beschäftigungsquote von 75 % erreicht (IP/10/225);

  • Förderung zielgerichteter Initiativen, um mehr Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft zu bringen;

  • Frauen als Unternehmerinnen und Selbständige fördern;

  • Einführung eines Europäischen Tags für gleiches Entgelt, der das Bewusstsein dafür schärfen soll, dass Frauen in der EU im Durchschnitt nahezu 18 % weniger verdienen als Männer;

  • Zusammenarbeit mit allen Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, insbesondere die endgültige Ausmerzung der Genitalverstümmelung von Frauen in Europa und weltweit.

Außerdem wird die Kommission einen jährlichen Gleichstellungsdialog auf höchster Ebene unter Beteiligung des Europäischen Parlaments, des Ratsvorsitzes, der europäischen Sozialpartner und der Zivilgesellschaften einführen, um die Fortschritte bei der Durchführung der Strategie zu erörtern.

Hintergrund

Die Erfolge der Europäischen Union bei der Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern haben das Leben vieler EU-Bürgerinnen und –Bürger zum Guten verändert. In jüngster Zeit sind einige positive Trends zu verzeichnen, darunter die steigende Zahl von Frauen auf dem Arbeitsmarkt (der Anteil der berufstätigen Frauen ist im EU-Durchschnitt von 52 % 1998 auf jetzt nahezu 60 % gestiegen) und die bessere Entwicklung in der allgemeinen und beruflichen Bildung. 59 % der Hochschulabsolventen in der EU sind junge Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren (siehe Anhang).

Gleichwohl gibt es auf zahlreichen Gebieten immer noch geschlechterspezifische Unterschiede. Auf dem Arbeitsmarkt sind Frauen im Niedriglohnsektor nach wie vor überdurchschnittlich und in Führungspositionen unterdurchschnittlich vertreten. Ferner wirken sich Kinder auf die Beschäftigungsquote von Frauen aus. Zudem sind nur 33,2 % der selbständigen Unternehmer Frauen. Darüber hinaus leisten Frauen im Haushalt noch immer mehr unbezahlte Arbeitsstunden als Männer.

Die geschlechterspezifische Gewalt ist nach wie vor ein Problem. In einer Eurobarometer-Umfrage wurde vor kurzem untersucht, wie häusliche Gewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Im Februar und März 2010 wurden dazu 26 800 Bürgerinnen und Bürger in allen 27 EU-Mitgliedstaaten befragt. Eine ähnliche Umfrage hatte Eurobarometer 1999 in den damals 15 EU-Mitgliedstaaten vorgenommen.

Weitere Informationen

Pressepaket mit:

  • Mitteilung über die Strategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern (2010-2015)

  • Anhang: Maßnahmen zur Durchführung der Strategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern (2010-2015)

  • Hintergrundbericht zur Strategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern (2010-2015)

  • Spezial Eurobarometer 344: Häusliche Gewalt gegen Frauen – vollständiger Bericht

  • Spezial Eurobarometer 344: Häusliche Gewalt gegen Frauen – Länderdatenblätter

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?langId=en&catId=89&newsId=890&furtherNews=yes

Website von Vizepräsidentin Viviane Reding, zuständig für das Ressort Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/reding/index_de.htm

MEMO/10/430

ANHANG

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

European Commission Report "More women in senior positions – Key to economic stability and growth", p.21.

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

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