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Digitale Agenda: EU-Gridprojekt macht Rechenkapazität von 200 000 PCs für europäische Forscher verfügbar

Commission Européenne - IP/10/1119   14/09/2010

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IP/10/1119

Brüssel, den 14. September 2010

Digitale Agenda: EU-Gridprojekt macht Rechenkapazität von 200 000 PCs für europäische Forscher verfügbar

EU-Forscher werden durch das von der Europäischen Kommission geförderte und heute angelaufene EGI-Projekt (European Grid Infrastructure) einen dauerhaften und ständigen Zugang zum Äquivalent der kombinierten Rechenkapazität von über 200 000 PCs in mehr als 30 europäischen Ländern erhalten. Die Kommission unterstützt das Projekt EGI-InSPIRE über einen Zeitraum von vier Jahren mit einem Beitrag von 25 Mio. EUR. Dabei geht es darum, die Rechenkapazitäten von ansonsten ungenutzten PCs zu koppeln, um Forschern die erforderliche Rechenleistung für die Lösung komplexer Probleme in den Bereichen Umwelt, Energie und Gesundheit zur Verfügung zu stellen. Die EGI ist die größte bisher für die e-Wissenschaft geschaffene kooperative Gridinfrastruktur und wird es Forscherteams an verschiedenen Standorten ermöglichen, gemeinsam an einem Problem zu arbeiten, als befänden sie sich im gleichen Labor. Der Ausbau von Forschungsinfrastrukturen wie der EGI ist Teil der Digitalen Agenda für Europa, der Strategie der Kommission für eine möglichst umfassende Erschließung des sozialen und wirtschaftlichen Potenzials der Informations- und Kommunikationstechnologien (siehe IP/10/581, MEMO/10/199 und MEMO/10/200).

Hierzu erklärte die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Neelie Kroes: „Wenn die europäischen Forscher Zugang zu größeren Rechenkapazitäten haben, können sie umfangreiche Forschungsaufgaben in Bereichen wie Klimawandel und Gesundheitswesen leichter in Angriff nehmen. Die Europäische Gridinfrastruktur wird dazu beitragen, die Position Europas in der Forschung zu stärken und unseren Wissenschaftlern die nötige Unterstützung zu geben, wobei gleichzeitig Energie gespart und Kosten gesenkt werden können.“

Die gewaltigen Rechenkapazitäten, die für Forschungsarbeiten in Bereichen wie Klimawandel und Gesundheit benötigt werden, können entweder von großen „Supercomputern“ kommen, wie sie von der PRACE-Initiative (Partnership for Advanced Computing in Europe, siehe IP/10/706) bereitgestellt werden, oder durch Vernetzung anderweitig ungenutzter PCs entstehen, die über Hochgeschwindigkeits-Kommunikationsnetze miteinander verbunden sind.

Im Durchschnitt bleibt ein PC ca. 60-85 % der Zeit ungenutzt. Netze wie die Europäische Gridinfrastruktur verteilen Rechenaufgaben, bei denen große Datenmengen anfallen, auf die Rechenkapazitäten vieler Tausend einzelner PCs und sorgen so für die produktive Ausnutzung ihrer Prozessoren. Durch EGI-InSPIRE werden europäische Forscher Zugang zur geballten Rechenleistung von 200 000 PCs in über 300 Zentren weltweit erhalten. Die Kommission unterstützt das Projekt, dessen Budget 73 Mio. EUR beträgt, über einen Zeitraum von vier Jahren mit einem Beitrag von 25 Mio. EUR. Weitere Mittel kommen aus nationalen Quellen wie den Nationalen Gridinitiativen (NGI).

Für den Vorläufer der EGI, das Enabling Grid for eScience, wurden über einen Zeitraum von 8 Jahren über 100 Mio. EUR bereitgestellt. Das Netz wird heute von 13 000 Forschern genutzt, z. B. von Physikern am Large Hadron Collider in der Schweiz zur Untersuchung der kleinsten bekannten Partikel und von Biologen und Wissenschaftlern anderer Bereiche zur Entwicklung neuer Medikamente für Krankheiten wie Vogelgrippe und Malaria.

Die Möglichkeit, dass unterschiedliche Forschergemeinschaften die Rechenkapazität vorhandener Computer nutzen, dürfte auch zu spürbaren Kosten- und Energieeinsparungen führen. Es wird damit gerechnet, dass Europa in den kommenden Jahren über 2 Mrd. EUR in neue IKT-Forschungsinfrastrukturen für die Bereiche Naturwissenschaften und Technik, Energie, Umwelt, Biologie und Medizin, Sozial- und Geisteswissenschaften sowie Werkstoffe und Analyseeinrichtungen investieren wird. Beträchtliche Kosteneinsparungen sind möglich, wenn die beteiligten Forscher die über die EGI verfügbaren Rechenkapazitäten nutzen, anstatt eigene Netze oder Supercomputer zu entwickeln. Die EGI kann auch eingesetzt werden, um verschiedene Cloud-Technologien und ‑Dienste zu testen.

Hintergrund

Die Europäische Gridinfrastruktur (EGI) wird von der in Amsterdam ansässigen Organisation EGI.eu koordiniert, die im Februar 2010 für die Verwaltung und den Betrieb der gesamteuropäischen Gridinfrastruktur gegründet wurde. EGI.eu und Vertreter Nationaler Gridinitiativen werden die EGI-Infrastruktur gemeinsam betreiben und weiterentwickeln, um deren langfristige Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten.

Weitere Informationen zur EGI unter:

www.egi.eu

Weitere Informationen zu e-Infrastrukturen unter:

http://cordis.europa.eu/fp7/ict/e-infrastructure/home_en.html


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