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Lebensmittelsicherheit nach wie vor Priorität in der EU und darüber hinaus

European Commission - IP/10/1108   10/09/2010

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IP/10/1108

Brüssel, 10. September 2010

Lebensmittelsicherheit nach wie vor Priorität in der EU und darüber hinaus

Insgesamt wurden im Jahr 2009 fast 8000 Meldungen im Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) verzeichnet; dies entspricht einem Zuwachs von 12 % gegenüber 2008 und stellt einen neuen Höchstwert dar. Diese Rekordzahl ist darauf zurückzuführen, dass RASFF-Mitglieder verstärkt Nachfolgemeldungen versandten, auch für weniger dringende Probleme. Es gab 557 Warnmeldungen, mit denen auf ernsthafte Gefahren, die von bereits auf dem Markt befindlichen Produkten ausgehen, aufmerksam gemacht wird, was im Vergleich zu 2008 einen geringfügigen Zuwachs bedeutet.

John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucher, erklärte: „Obwohl 2009 das erste Jahr seit langem ist, in dem keine ernsthaften Vorfälle über das RASFF gemeldet wurden, dürfen wir uns, was Lebensmittelsicherheit betrifft, nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Die große Zahl der RASFF–Meldungen zeigt deutlich, das die Mitgliedstaaten bereit sind, über ihre Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten, um das hohe Niveau an Lebensmittelsicherheit in der EU weiterhin zu gewährleisten. Aus den Zahlen kann man außerdem ablesen, dass die Mitgliedstaaten verstärkt Nachfolgemeldungen übermitteln und damit andere Länder, einschließlich Drittländer, in die Lage versetzen, zum Schutz ihrer Verbraucher schnellstmöglich tätig zu werden.“

Über das RASFF-System können Mitgliedstaaten und Kommission schnell und wirksam Informationen austauschen, wenn in der Lebens- und Futtermittelkette eine Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung festgestellt wird. Alle RASFF-Mitglieder (EU-27, Europäische Kommission, EFSA, ESA sowie Norwegen, Liechtenstein, Island und die Schweiz) gewährleisten rund um die Uhr, dass dringende Meldungen unverzüglich verschickt, empfangen und umgesetzt werden können. Dank des Warnsystems konnten viele Lebensmittelrisiken abgewendet werden, bevor den Verbraucherinnen und Verbrauchern Schaden entstand.

Jahresbericht 2009:

Im Jahr 2009 konnte das RASFF als vierunddreißigstes Mitglied die Schweiz begrüßen (Mitgliedschaft zunächst nur für tierische Erzeugnisse). In ihrer Eigenschaft als Mitglied des RASFF übermittelte die Schweizerische Eidgenossenschaft fünf Meldungen; weitere 15 Meldungen wurden von der Kommission für die Schweiz weitergeleitet. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des RASFF veranstaltete die Kommission eine internationale Tagung, bei der Vertreter aus mehr als 90 Ländern die Zukunft des Systems erörterten. Auch ein neues Web-Portal (ec.europa.eu/rasff) ging online, in dem sich die Öffentlichkeit darüber informieren kann, wie das RASFF-System funktioniert.

Bessere Kommunikation mit Drittländern

Im Jahr 2009 haben über 60 Länder, die nicht Mitglied des RASFF sind, das RASFF-Window genutzt, eine neue Online-Plattform, auf der die Länder RASFF-Meldungen herunterladen können. Aber das ist erst der Anfang: Im Rahmen des Programms „Bessere Schulung für sicherere Lebensmittel“ setzt die Kommission ihre Bemühungen fort, diese Länder beim Aufbau eigener Warnsysteme zu unterstützen. Zwei Seminare für asiatische Länder fanden in Vietnam und Macao statt, ein weiteres für die Länder Afrikas in Südafrika. In Indonesien fand die erste einer Reihe nachhaltiger Schulungsmissionen statt, bei denen EU-Sachverständige die Behörden vor Ort beim Aufbau ihres Warnsystems unterstützen.

Verbesserung der Sicherheit von Einfuhren

Mehr als vier von zehn Meldungen im Jahr 2009 betrafen Erzeugnisse, die an der Grenze der EU abgewiesen wurden, da sie ein Risiko für die Lebensmittelsicherheit darstellten. Wird ein solches Erzeugnis entdeckt, so wird das betreffende Drittland über das RASFF – meist über das neue RASFF-Window – davon informiert, damit sich das Problem nicht wiederholt. Bei schwerwiegenden und anhaltenden Problemen fordert die Kommission die Behörden des betreffenden Drittlandes schriftlich auf, Abhilfemaßnahmen zu ergreifen, beispielsweise Unternehmen von der Liste zugelassener Betriebe zu streichen, Ausfuhren zu unterbinden oder Kontrollen zu verschärfen.

Warnungen, Informationsmeldungen und Zurückweisungen an der Grenze

Laut RASFF-Bericht gingen 2009 insgesamt 557 Warnmeldungen und 1191 Informationsmeldungen ein, und es kam zu 1456 Zurückweisungen an der Grenze. Warnmeldungen werden gesendet, wenn die Lebens- bzw. Futtermittel, von denen eine Gefahr ausgeht, bereits auf dem Markt sind und Sofortmaßnahmen erforderlich sind.

Im Jahr 2009 betrafen zwei Drittel der Warnmeldungen Erzeugnisse mit Ursprung in der EU, und die meisten Probleme wurden bei Kontrollen auf dem Markt festgestellt. Die häufigsten Gefahren waren krankheitserregende Mikroorganismen, Allergene, Schwermetalle und Mykotoxine.

Informationsmeldungen werden versandt, wenn eine Gefährdung festgestellt wurde, jedoch kein sofortiges Handeln der anderen Mitgliedstaaten notwendig ist, entweder weil das Erzeugnis noch nicht oder nicht mehr auf ihrem Markt ist oder weil es lediglich eine geringfügige Gefahr darstellt. Die meisten dieser Informationsmeldungen (61 %) betrafen Erzeugnisse aus Drittländern. Die am häufigsten in dieser Kategorie gemeldeten Risiken waren krankheitserregende Mikroorganismen, nicht zugelassene gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel, Schwermetalle und Pestizidrückstände.

Meldungen über Zurückweisungen an der Grenze betreffen Erzeugnisse, die nicht in die EU eingeführt werden durften und stattdessen weitergeleitet oder zerstört wurden. In 38 % dieser Fälle wurde die Einfuhr der Erzeugnisse wegen zu hoher Mykotoxinkonzentration verweigert.

Nähere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/rasff

und Memo/10/399


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