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IKT-Forschung hilft, Europas digitale Daten für künftige Generationen zu bewahren

European Commission - IP/10/1094   07/09/2010

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IP/10/1094

Brüssel, den 7. September 2010

IKT-Forschung hilft, Europas digitale Daten für künftige Generationen zu bewahren

Instrumente, die unter Verwendung von Fördermitteln der EU entwickelt wurden, um zu gewährleisten, dass digital gespeicherte Daten auf unbestimmte Zeit bewahrt, gelesen und verstanden werden können, stehen nun in Form frei zugänglicher („open source“) Software zur Verfügung. Am EU-Forschungsprogramm CASPAR zur Bewahrung, Bereitstellung und Auffindung von Wissen im kulturellen, künstlerischen und wissenschaftlichen Bereich waren Forscher aus der Tschechischen Republik, Frankreich, Griechenland, Israel, Italien und dem Vereinigten Königreich beteiligt. Durch diese Arbeit werden Initiativen wie die europäische digitale Bibliothek Europeana ergänzt (siehe dazu MEMO/10/166). Zur Deckung der Gesamtkosten in Höhe von 15 Mio. EUR hat die EU 8,8 Mio. EUR aus Fördermitteln des Forschungsrahmenprogramms der Kommission (Sechstes Rahmenprogramm 2001–2006) beigetragen. Bislang waren große Mengen elektronischer Daten wie amtliche Aufzeichnungen, Museumsarchive und wissenschaftliche Ergebnisse entweder nicht zugänglich oder verlustgefährdet, weil sie mit neueren Technologien nicht gelesen oder von heutigen Nutzern nicht verstanden werden konnten. Die praktische Anwendung der IKT-Forschung zum Nutzen der europäischen Bürger und Unternehmen ist ein zentrales Element der im Mai 2010 von der Kommission angenommenen Digitalen Agenda für Europa (s. IP/10/581, MEMO/10/199 und MEMO/10/200).

Hierzu erklärte die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Neelie Kroes: „Digitale Informationen sind ebenso wertvoll wie störungsanfällig. Wer schon einmal den Zugriff auf Familienfotos oder alte Dokumente verloren hat, kennt die beim Umgang mit inkompatiblen Technologien aufkommende Frustration. Ich finde es faszinierend, welches Potenzial die im Rahmen von CASPAR bereitgestellten Instrumente und Techniken für die Gewährleistung anhaltender Qualität wertvoller Daten und des künftigen Zugangs dazu bieten.“

Die Digitaltechnik hat unseren Umgang mit Wissen und Information revolutioniert, insbesondere in wissenschaftlichen Bereichen wie Astronomie oder Klimatologie, die auf der quantitativen Analyse großer Datenreihen über lange Zeiträume beruhen. So werden beispielsweise nun bereits seit mehreren Jahrzehnten Belege für den Einfluss menschlicher Tätigkeiten auf die globale Erwärmung aufgezeichnet. Trotz der Entwicklung von Datenaufzeichnungstechnologien wie Lochkarten und Magnetbändern zum sogenannten Cloud-Computing auf riesigen Servern bleibt die Fähigkeit zum Zugriff auf Informationen und zu deren Verständnis in einem Umfeld sich entwickelnder Technologien auch künftig von entscheidender Bedeutung für den wissenschaftlichen Fortschritt.

Gigantische Mengen höchst unterschiedlicher Informationen werden digital codiert. Manche Arten von Daten sind wie Dokumente; so werden beispielsweise in Bibliotheken Druckwerke auf Regalen aufbewahrt, und die Nutzer, die sie künftig aus dem Regal nehmen, werden sie lesen können. Die digitale Analogie hierzu wäre die Fähigkeit, in der Zukunft die entsprechende Textdatei öffnen und ausdrucken zu können. Der Rest der digitalen Welt ist in dieser Hinsicht jedoch anders. So reicht es beispielsweise nicht, die von Erdbeobachtungssatelliten ausgegebenen Zahlen ausdrucken zu können – diese wären für Menschen zwar lesbar, aber nicht verständlich.

Das Projekt CASPAR befasst sich mit einem breiten Spektrum von Themen im Bereich der Bewahrung sämtlicher Arten digital codierter Informationen und ihren künftigen Nutzungsmöglichkeiten. Es ermöglicht eine hinreichend genaue Beschreibung der Daten, um die Zahlen auch künftig extrahieren zu können, was der Möglichkeit zum Ausdrucken gleichkommt. CASPAR gewährleistet aber auch, dass Zahlen und deren Beziehungen von Wissenschaftlern der Zukunft verstanden und mit deren Software für ihre Forschungszwecke leicht genutzt werden können.

Die betreffenden Methoden wurden mit unterschiedlichen Arten von Daten aus dem Bereich der Wissenschaften, des kulturellen Erbes und der zeitgenössischen darstellenden Kunst erfolgreich erprobt.

Die quelloffene CASPAR-Software kann kostenlos heruntergeladen und für gewerbliche Anwendungen weiterentwickelt werden.

Näheres zum Projekt CASPAR unter

http://www.casparpreserves.eu/

CASPAR steht unter folgender Adresse zum Download bereit:

http://sourceforge.net/projects/digitalpreserve/files/

Weitere von der EU geförderte Forschungserfolge werden auf der „ICT 2010“, Europas größter IKT-Forschungsveranstaltung, präsentiert, die vom 27.–29. September 2010 in Brüssel stattfinden wird. Journalisten können sich unter folgender Adresse kostenlos registrieren lassen:

http://ec.europa.eu/information_society/events/ict/2010/index_en.htm


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