Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

IP/10/1073

Brüssel, 27. August 2010

EU forciert Beziehungen zum ASEAN bei Wirtschaftsministertreffen

EU-Handelskommissar Karel De Gucht beendete heute seinen dreitägigen Besuch in Da Nang (Vietnam), wo er zum 42. Treffen der ASEAN-Wirtschaftsminister eingeladen war. Es war das erste Mal seit drei Jahren, dass ein Vertreter der EU an einem solchen Treffen teilnahm. Der Besuch erschloss neue Möglichkeiten, die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit dem Verband Südostasiatischer Staaten (ASEAN) zu intensivieren, nachdem die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem ASEAN 2009 ausgesetzt worden waren. Darüber hinaus führte Kommissar De Gucht eine Reihe nützlicher bilateraler Gespräche mit den Handelsministern verschiedener asiatischer Länder.

„Ich bin hierher gekommen, um den Wunsch Europas nach stärkeren wirtschaftlichen und politischen Beziehungen mit dem ASEAN zu unterstreichen,“ so De Gucht. „Die ASEAN-Region ist auf dem Weg, eine der dynamischsten Regionen der Welt zu werden. Wenn wir es schaffen, in den kommenden Jahren unsere Handelsbeziehungen auszubauen, wird das den Menschen in der EU und in den Ländern Südostasiens gleichermaßen zugutekommen.“

Um den erneuten Bemühungen Nachdruck zu verleihen, verständigten sich die Kommission und die ASEAN-Minister auf regelmäßige Kontakte bei den jährlichen Treffen der ASEAN-Wirtschaftsminister. Für 2011 kündigten sie darüber hinaus den ersten ASEAN-EU-Wirtschaftsgipfel an. Dieser Gipfel soll das Bewusstsein für Geschäfts- und Investitionsmöglichkeiten in der EU und dem ASEAN stärken.

Hintergrund

Der Verband Südostasiatischer Staaten (Association of Southeast Asian Nations – ASEAN) umfasst zehn Länder: Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand, die Philippinen, Vietnam, Brunei, Kambodscha, Laos und Myanmar. Die Region ist der fünftgrößte Handelspartner der EU. Im Mai 2007 nahmen die EU und der ASEAN Verhandlungen über ein regionales Freihandelsabkommen mit allen Ländern der ASEAN-Gruppe außer Kambodscha, Laos und Myanmar auf. Es wurden zwar sieben Verhandlungsrunden abgehalten, aber man kam langsamer voran als erwartet. Im März 2009 vereinbarten beide Seiten schließlich eine vorübergehende Aussetzung der Verhandlungen. Die EU sondiert nun die Möglichkeit, mit einigen ASEAN-Ländern bilaterale Freihandelsabkommen zu schließen. Gespräche mit Singapur wurden bereits aufgenommen; darüber hinaus fanden auch schon vielversprechende Unterredungen mit Vietnam, Thailand, Malaysia, Indonesien und den Philippinen statt. Die bilateralen Freihandelsabkommen sollen letztendlich als Ausgangsbasis für ein künftiges Abkommen auf regionaler Ebene dienen.

Bereits jetzt ist der Handel zwischen der EU und dem ASEAN beachtlich. Im Jahr 2009 belief sich der bilaterale Warenhandel auf 118 Mrd. EUR, was einem Anteil von über 5 % des gesamten EU-Handels entspricht. Die EU – nach China der zweitgrößte Handelspartner des ASEAN – ist mit 24,5 % der Gesamtinvestitionen vor Japan (15 %) und den USA (8 %) mit Abstand der größte Investor in der Region.

Der ASEAN hat die aktuelle Krise bemerkenswert gut bewältigt. Inzwischen weisen alle ASEAN-Länder wieder hohe Wachstumsraten auf, die annähernd das Vorkrisenniveau erreichen. 2010 dürfte im ASEAN ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 4,9 % bis 5,6 % verzeichnet werden.

Die EU finanziert verschiedene Projekte handelsbezogener technischer Hilfe, um die regionale Integration im ASEAN zu fördern. Diese Projekte befassen sich beispielsweise mit den Rechten des geistigen Eigentums (ECAP II), mit dem Aufbau statistischer Kompetenzen sowie demnächst mit der Unterstützung bei den Verhandlungen über Freihandelsabkommen und beim Aufbau der ASEAN-Wirtschaftsgemeinschaft.

Weiterführende Informationen über den Handel zwischen EU und ASEAN:

http://ec.europa.eu/trade/creating-opportunities/bilateral-relations/regions/asean/


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website