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IKT-Forschung: EU-geförderter Brandwunden­monitor erkennt Bakterien und beschleunigt die Heilung

European Commission - IP/10/1050   12/08/2010

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ip/10/1050

Brüssel, den 12. August 2010

IKT-Forschung: EU-geförderter Brandwunden­monitor erkennt Bakterien und beschleunigt die Heilung

Mehr als 4000 Menschen sterben jährlich in der EU bei Brandunfällen und viele Tausende werden mit Brandverletzungen in Krankenhäuser eingeliefert. Dank EU-geförderter Forschungsarbeiten werden Fachärzte künftig schneller feststellen können, welche schädlichen Bakterien oder Pilze möglicherweise in Brandwunden vorhanden sind und Infektionen auslösen können, was Diagnose und Behandlung um Tage beschleunigt. Bislang mussten die Ärzte das erst nach mehreren Tagen vorliegende Ergebnis mikrobiologischer Unter­suchungen abwarten, um herauszufinden, von welchen Bakterien die Wundinfektion verursacht wurde. Wissenschaftler aus Deutschland, Italien, Litauen und dem Vereinigten Königreich haben jetzt ein kompaktes elektronisches Gerät entwickelt, mit dem die Bakteriengattung in nur wenigen Minuten ermittelt werden kann. Dazu wird das von den Bakterien in winzigen Mengen erzeugte Gas untersucht. Je früher Infektionen diagnostiziert werden, desto eher können Patienten behandelt werden, was den Krankenhaus­aufenthalt verkürzt und dadurch Kosten spart. Die EU hat 1,67 Millionen EUR an IKT-Fördermitteln in das Projekt WOUNDMONITOR investiert, bei dem ein erster Geräteprototyp mit Erfolg entwickelt wurde.

Hierzu erklärte die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Neelie Kroes: „Jeden Sommer sehen wir Bilder von Verletzten mit schlimmen Brandwunden, die sie daheim oder zum Beispiel bei Waldbränden erlitten haben. Dank der mit EU-Förderung im Projekt WOUNDMONITOR entwickelten Technologie können die Ärzte die Diagnose rascher stellen und die richtige Behandlung viel schneller einleiten.“

Die meisten Brandverletzungen in der EU ereignen sich zu Hause oder auf der Arbeit und treffen vornehmlich besonders anfällige Personengruppen wie ältere Menschen und kleine Kinder. Eine rasche Diagnose und Behandlung von Infektionen ist bei Patienten mit Brandverletzungen entscheidend. Trotz der Fortschritte der modernen Medizin kann es noch immer bis zu drei Tage dauern, bis durch mikrobiologische Untersuchungen geklärt werden kann, welche Bakterien die Wunde befallen haben. Erst dann können die behandelnden Ärzte mit der geeigneten Therapie beginnen.

Angehende Ärzte haben schon immer während ihrer Ausbildung gelernt, verschiedene Bakterieninfektionen anhand ihres charakteristischen Geruchs zu unterscheiden. Die am Projekt WOUNDMONITOR beteiligten Klinikärzte und Wissenschaftler aus Deutschland, Italien, Litauen und dem Vereinigten Königreich haben sich diesen Ansatz zunutze gemacht und sich dabei der modernsten Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bedient.

Die Forscher haben ein Instrument entwickelt, das den Bakterientyp anhand der geringen Mengen flüchtiger Gase, die von den Bakterien erzeugt werden und einen bestimmten Geruch haben, erkennen kann. Die Fachleute haben zuerst die drei Hauptgattungen von Bakterien, nämlich Staphylokokken, Streptokokken und Pseudomonaden, ermittelt, auf die 80 Prozent aller bakteriellen Brandwunden­infektionen entfallen. Anschließend haben sie untersucht, welche flüchtigen Stoffe diese Bakterien bei der Vermehrung abgeben. Auf der Grundlage dieser Informationen hat das Team ein Gerät mit acht Gassensoren konstruiert, das etwa so groß wie ein DIN-A4-Ordner ist. Die Sensoren sprechen auf die jeweiligen flüchtigen Stoffe an, was die Identifizierung der Bakterien ermöglicht.

Das komplexe aber recht kompakte Gerät wurde in einem Krankenhaus in Manchester (Vereinigtes Königreich) und in einem Universitätskrankenhaus in Kaunas (Litauen) getestet. Die Erprobung verlief sehr zufrieden stellend und auch die Risiken des Geräts wurden von den Forschern positiv bewertet. Mehrere kommerzielle Unternehmen haben bereits Interesse am WOUNDMONITOR bekundet und Verhandlungen über die Qualifizierung des Geräts für den kommerziellen Gebrauch sind im Gange.

Die EU hat das Projekt mit 1,67 Millionen EUR aus dem Sechsten Forschungsrahmenprogramm gefördert.

Näheres zum Projekt WOUNDMONITOR unter

http://www.woundmonitor.manchester.ac.uk/index.html

Weitere von der EU geförderte Forschungserfolge im IKT-Bereich werden auf der „ICT 2010“, Europas größter IKT-Forschungsveranstaltung, präsentiert, die vom 27.‑29. September 2010 in Brüssel stattfinden wird. Journalisten können sich zur Teilnahme registrieren unter

http://ec.europa.eu/information_society/events/ict/2010/index_en.htm


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