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Kommission befasst sich mit zentralen Fragen der Nuklearmedizin, Radiologie und Strahlentherapie

Commission Européenne - IP/10/1034   06/08/2010

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IP/10/1034

Brüssel, den 6. August 2010

Kommission befasst sich mit zentralen Fragen der Nuklearmedizin, Radiologie und Strahlentherapie

Die Kommission hat heute eine Mitteilung an das Europäische Parlament und den Rat über medizinische Anwendungen ionisierender Strahlung1 verabschiedet. Sie enthält Vorschläge, wie das dringliche Problem der Versorgungsknappheit bei Radioisotopen für die Nuklearmedizin gelöst werden kann. Außerdem werden in der Mitteilung zentrale Aspekte behandelt, die den Strahlenschutz von Patienten und medizinischem Personal verbessern, einen Anstieg der Strahlenbelastung der Bevölkerung im Zusammenhang mit den technischen Fortschritten der Computertomographie (CT) und eine Zunahme der unfallbedingten oder unbeabsichtigten Exposition in der Strahlentherapie vermeiden sollen. Die Mitteilung wurde von dem für Energie zuständigen Kommissar Günther Oettinger und von John Dalli, dem für Gesundheit und Verbraucherpolitik verantwortlichen Kommissar, gemeinsam vorgelegt.

Energiekommissar Günther Oettinger erklärte: „Die Nuklearmedizin ist für die Diagnose und Behandlung schwerer Krankheiten wie Krebs, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Hirns von grundlegender Bedeutung. Gleichzeitig ist die Gesamtexposition der Bevölkerung gegenüber ionisierender Strahlung aufgrund medizinischer Verfahren größer als jede andere vom Menschen verursachte Exposition.“

John Dalli, Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, ergänzte: „Die Vermeidung eines Mangels an Radioisotopen für medizinische Verfahren und die Verbesserung des Schutzes von Patienten und Fachkräften des Gesundheitswesens vor einer unfallbedingten oder unbeabsichtigten Exposition in der Strahlentherapie sind wichtige Ziele der Politik im Bereich der öffentlichen Gesundheit.“

Weltweit werden etwa 4 Milliarden Röntgenuntersuchungen jährlich durchgeführt. In Europa werden jedes Jahr ca. 9 Millionen Menschen mit Radioisotopen behandelt. Es obliegt der Kommission, dazu beizutragen, dass diese Technologie im Interesse der Gesundheit der Menschen weiter zur Verfügung steht. Derzeit ist die Versorgung mit Technetium-99m, dem am häufigsten zu Diagnosezwecken verwendeten Radioisotop, knapp, weil sie von einer zu geringen Zahl von Reaktoren, in dem das Ausgangsmaterial produziert wird, abhängt. Im Rahmen der allgemeinen Nuklearenergiepolitik der Europäischen Kommission müssen unbedingt Anreize gesetzt werden für weitere Forschungsreaktoren, die zu der Produktion des Materials beitragen, und langfristig für neue, für diesen Zweck gebaute Reaktoren.

Mit der Mitteilung wird eine langfristige Perspektive für die medizinische Anwendung ionisierender Strahlung in der Union vorgeschlagen, um die Diskussion über die erforderlichen Maßnahmen, Ressourcen und Verteilung der Zuständigkeiten anzuregen.

Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:

  • Stärkung des bestehenden Rechtsrahmens: Die derzeitigen Rechtsvorschriften (Richtlinie 97/43/Euratom) werden neu gefasst, um die Regulierungsaufsicht dahingehend zu verbessern, dass die Einhaltung der rechtlichen Anforderungen gewährleistet wird. Dies wird 2011 im Rahmen einer allgemeinen Konsolidierung der Rechtsvorschriften im Bereich des Strahlenschutzes erfolgen.

  • Aufklärung und Sicherheitskultur: Die Angehörigen medizinischer Berufe müssen eine angemessene Unterweisung erhalten und regelmäßig über die aktuelle gute Praxis informiert werden; vor allem müssen sie aber für ihre Verantwortung sensibilisiert werden, sowohl eine gute medizinische Versorgung als auch einen angemessenen Strahlenschutz zu gewährleisten. Patienten und die allgemeine Bevölkerung müssen ebenfalls sensibilisiert werden.

  • Förderung des Strahlenschutzes und einer nachhaltigen Versorgung mit und Nutzung von Radioisotopen durch die Forschung: Maßnahmen im Zuge des Euratom- und des EU-Rahmenprogramms sowie im Rahmen der Technologieplattform für nachhaltige Kernenergie (SNETP) sollten zur Verbesserung des Strahlenschutzes und zur Entwicklung der Forschungsinfrastruktur und der Kompetenz beitragen.

  • Finanzierungsmechanismen für eine nachhaltige Versorgung mit Radioisotopen: Die Kommission bewertet verschiedene Finanzierungsmechanismen, um eine nachhaltige Radioisotopenversorgung im Interesse der öffentlichen Gesundheit zu gewährleisten.

  • Integration der Politikbereiche: Im Interesse der medizinischen Anwendung ionisierender Strahlung müssen Maßnahmen in verschiedenen Politikbereichen (Gesundheitswesen, Forschung, Handel und Industrie, Strahlenschutz) sinnvoll integriert werden.

  • Internationale Zusammenarbeit: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist in diesem Bereich sehr aktiv, und die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) hat wichtige Programme und Informationsinstrumente geschaffen. Die Kommission wird alle Initiativen, die koordinierte Bemühungen zum Ziel haben, unterstützen.

Die folgenden Unterlagen

  • Mitteilung über medizinische Anwendungen ionisierender Strahlung und die Sicherheit der Versorgung mit Radioisotopen für die Nuklearmedizin

  • Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen mit Anhängen zu dieser Mitteilung

können unter dieser Internet-Seite abgerufen werden:

http://ec.europa.eu/energy/nuclear/radiation_protection/radiation_protection_en.htm

1 :

Ionisierende Strahlung umfasst Partikel und hochenergetische elektromagnetische Strahlen, die die Struktur von Atomen oder Molekülen zerstören und die Struktur lebender Zellen verändern können.


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