Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Autres langues disponibles: FR EN

IP/10/1026

Brüssel, 3. August 2010

Fusionskontrolle: Kommission gibt unter Auflagen grünes Licht für geplante Übernahme von Ratiopharm durch Teva

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des deutschen Generikaherstellers Ratiopharm durch das israelische Unternehmen Teva nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die Freigabe ist an die Bedingung geknüpft, dass die Geschäfte mit fünfzehn Arzneimitteln in den Niederlanden und einem Medikament in Ungarn veräußert werden. Die Kommission befürchtete Wettbewerbsprobleme auf den betreffenden Märkten, weil das zusammengeschlossene Unternehmen dort hohe Marktanteile erreicht und in den Niederlanden insgesamt eine starke Marktposition innegehabt hätte. In Anbetracht der daraufhin von den Zusammenschlussparteien angebotenen Verpflichtungszusagen kam die Kommission jedoch letztlich zu dem SchIuss, dass die Übernahme den wirksamen Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bzw. einem wesentlichen Teil desselben nicht erheblich behindern wird.

Teva ist ein internationales Unternehmen mit Sitz in Israel, das in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Generika, Markenarzneimitteln, Biopharmazeutika und pharmazeutischen Wirkstoffen sowie im geringen Umfang im Pharmagroßhandel tätig ist. Das ebenfalls international tätige Unternehmen Ratiopharm entwickelt, produziert und vermarktet Generika und sogenannte Biosimilars und verfügt in mehreren EU-Mitgliedstaaten über eine starke Marktposition.

Die Untersuchung ergab, dass der Zusammenschluss auf den weitaus meisten betroffenen Arzneimittelmärkten wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist, da konkurrierende Generikahersteller weiterhin genügend Wettbewerbsdruck auf das zusammengeschlossene Unternehmen ausüben werden.

Da das zusammengeschlossene Unternehmen in den Niederlanden bei mehreren Produkten sehr hohe Marktanteile erreicht und insgesamt eine starke Position innegehabt hätte, wäre es eindeutig zum Marktführer geworden. Die Kommission stellte fest, dass der Zusammenschluss zwar nicht auf dem niederländischen Generikamarkt insgesamt, wohl aber hinsichtlich mehrerer pharmazeutischer Fertigerzeugnisse wettbewerbsrechtlich bedenklich gewesen wäre. Es handelt sich dabei um Arzneimittel zur Behandlung von Blutarmut, Bluthochdruck, Asthma, Gicht, Entzündungen und Schmerzen.

Wettbewerbsrechtlich bedenklich erschienen der Kommission auch die sehr hohen Marktanteile, die das zusammengeschlossene Unternehmen in Ungarn für das Schmerzmittel Tramadol erreicht hätte, zumal Teva dort ein stark nachgefragtes Markenpharmazeutikum vertreibt.

Wettbewerbsprobleme infolge vertikaler Beziehungen auf dem vorgelagerten Markt für pharmazeutische Wirkstoffe und auf dem nachgelagerten Großhandelsmarkt in Ungarn konnten ausgeschlossen werden, weil das zusammengeschlossene Unternehmen auf dem Markt nicht stark genug vertreten sein wird, um solche Beziehungen zu missbrauchen und so den Wettbewerb zu verfälschen. Unproblematisch erschienen auch die horizontalen Beziehungen im Bereich der Biopharmazeutika und der in der Entwicklung befindlichen Produkte, da die Einzelfallanalyse ergeben hatte, dass bei den betreffenden Produkten auch nach dem Zusammenschluss ausreichender Wettbewerb herrschen wird.

Um die Bedenken der Kommission auszuräumen, bot Teva an, die betroffenen Erzeugnisse von Ratiopharm und das gesamte Vertriebsgeschäft von Ratiopharm in den Niederlanden zu veräußern. So soll sichergestellt werden, dass neue Marktteilnehmer in der Lage sind, bei diesen Erzeugnissen genauso viel Wettbewerbsdruck auszuüben wie Ratiopharm vor dem Zusammenschluss.

Aufgrund dieser Verpflichtungszusagen kam die Kommission nach dem Markttest, d. h. nach Befragung der übrigen betroffenen Marktteilnehmer, zu dem Schluss, dass die Übernahme in der geänderten Form wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist.

Die Übernahme wurde am 14. Juni 2010 bei der Kommission angemeldet. Weitere Informationen dazu unter:

http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=2_M_5865


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site