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IP/09/896

Montreal, den 10. Juni 2009

Die EU und Kanada nehmen Verhandlungen über ein Wirtschafts- und Handelsabkommen auf

Die EU-Handelskommissarin Catherine Ashton und Stockwell Day, der kanadische Minister für Außenhandel mit besonderer Zuständigkeit für die Beziehungen mit dem asiatisch-pazifischen Raum, leiteten heute Verhandlungen über ein umfassendes Wirtschafts- und Handelsabkommen (CETA) ein, das beiden Volkswirtschaften einen zusätzlichen Schub von bis zu 20 Milliarden Euro jährlich bringen könnte. Kommissarin Ashton und Minister Day trafen sich am Rande der „Conference de Montreal“, wo sie auf einer Plenarsitzung zur Wirtschaftskrise und zum internationalen Handel als Redner auftraten. Sie vereinbarten, dass die erste förmliche CETA-Verhandlungsrunde im Oktober auf der Ebene hoher Beamten stattfinden soll.

Kommissarin Ashton äußerte sich dazu wie folgt: „Die EU und Kanada sind Handelspartner mit engen historischen Beziehungen, die sich in diesem Abkommen gebührend niederschlagen sollten. Wir sind bereit, am Verhandlungstisch über alle Themen zu sprechen, die einer der beiden Seiten wichtig sind. Darunter werden sich auch schwierige Themen befinden, doch sind wir überzeugt, dass sich unsere Bemühungen im Endergebnis lohnen werden, da wir auf beiden Seiten des Atlantiks daran interessiert sind, den Wirtschaftsabschwung durch Handel zu überwinden.“

Minister Day erklärte: „Dieses erste Treffen ist ein bedeutsamer Schritt auf dem Weg zu einem historischen Wirtschaftsabkommen zwischen Kanada und Europa. Die Verhandlungen genießen bei unserer Regierung Vorrang. Kanadische Beamte haben sich mit ihren europäischen Amtskollegen bereits mehrmals getroffen und unterhalten regelmäßige Kontakte mit ihnen. Schwerpunkt der Verhandlungen ist angesichts des globalen Wirtschaftsabschwungs der Handel. Daher wollen unsere Regierungen zum Abbau der Handelsbarrieren beitragen und den Unternehmen Türen offnen.“

Durch das Abkommen sollen möglichst viele neue Möglichkeiten für das Wirtschaftswachstum in Europa und Kanada geschaffen werden. Nach einer gemeinsamen Vorstudie dürften beide Seiten von einem umfassenden Abkommen in den Bereichen: Waren- und Dienstleistungsverkehr, Investitionen, öffentliches Auftragswesen, Schutz und Durchsetzung der Rechte an geistigem Eigentum sowie Verpflichtungen im Rahmen der sozialen und ökologischen Aspekte des Handels und einer nachhaltigen Entwicklung profitieren. Die Mitgliedstaaten der EU unterstützen uneingeschränkt den Abschluss eines ehrgeizigen bilateralen Abkommens mit Kanada und auf der Ebene der EU wird die Unterstützung des Verhandlungsprozesses durch die kanadischen Provinzregierungen begrüßt.

Hintergrund

Der Handel mit Waren- und Dienstleistungen zwischen der EU und Kanada beläuft sich gegenwärtig auf rund 70 Milliarden Euro jährlich. Kanada führt in die EU u. a. chemische Erzeugnisse, Transportausrüstung, Metalle, Mineralien, Maschinen, Papiererzeugnisse und Lebensmittel aus. Die EU exportiert hauptsächlich Maschinen und Anlagen, chemische Erzeugnisse, Fahrzeuge und Fahrzeugteile, Transportausrüstung, Erdöl, Getränke und verarbeitete Lebensmittel nach Kanada. Zu den wichtigsten Kategorien des Dienstleistungsverkehrs zwischen der EU und Kanada gehören Transportdienstleistungen, Reiseverkehrsdienste und Unternehmensdienstleistungen.

Die EU ist Kanadas zweitwichtigste Quelle für Auslandsinvestitionen. 2007 lagen die Direktinvestitionen der EU in Kanada bei 160 Milliarden Euro, kanadische Investitionen beliefen sich hingegen auf 108 Milliarden Euro. Damit ist Kanada der viertgrößte ausländische Investor in der EU.

Der gemeinsame Bericht über die EU-Kanada-Vorstudie kann von der folgenden Internet-Seite heruntergeladen werden:

http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2009/march/tradoc_142470.pdf

Näheres zur EU-Handelspolitik finden Sie unter http://ec.europa.eu/trade/


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