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IP/09/747

Brüssel, den 12. Mai 2009

Kommission eröffnet Diskussion über Fangmöglichkeiten für 2010

Die Europäische Kommission legte heute ihren Standpunkt zur Festsetzung der Fangmöglichkeiten in den EU-Gewässern im Jahr 2010 vor. Sie erläutert in einem Konsultationspapier, wie sie bei der Festsetzung der zulässigen Gesamtfangmengen (TAC) und den Beschränkungen des Fischereiaufwands für das kommende Jahr vorgehen will. Die Kommission weist darauf hin, dass in Bezug auf die Bestandserhaltung seit der Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik von 2002 nur wenig Fortschritte erzielt wurden. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Fangmöglichkeiten immer wieder höher angesetzt wurden, als die Fischbestände verkraften können. Das Ergebnis ist, dass nun mehr als 80 % aller EU-Bestände überfischt sind gegenüber durchschnittlich 28 % weltweit. Andererseits sind dank der erfolgreichen Umsetzung mehrerer langfristiger Pläne Anzeichen für die Erholung von Beständen zu erkennen. Die Kommission spricht sich dafür aus, die TAC von Jahr zu Jahr flexibler ändern zu können, damit die Bestandserholungsmaßnahmen für überfischte Bestände wirklich greifen. Die Mitgliedstaaten und die Interessenvertreter haben nun Gelegenheit, bis zum 31. Juli zum Konzept der Kommission Stellung zu nehmen. Die Kommission wird dann im Herbst formelle Vorschläge vorlegen, die der Rat bis Ende des Jahres verabschieden sollte.

Joe Borg, EU-Kommissar für Fischerei und maritime Angelegenheiten, erklärte hierzu: „Die Überfischung hat schwerwiegende Folgen, aber die mehrjährigen Bewirtschaftungspläne funktionieren, und bei einigen Beständen sind bereits Anzeichen für eine Erholung zu erkennen. Das bedeutet, dass wir langfristig planen müssen und dass gute Bewirtschaftung sich immer auszahlt. Ich setze mich für ein tragfähiges Konzept für die Fischerei ein, das auf langfristiger Planung, wissenschaftlichen Gutachten und dem Dialog mit dem Sektor basiert. Mit dieser Strategie können wir die Produktivität unserer Meere und Ozeane wieder herstellen.“

Die Mitteilung enthält eine Bewertung der derzeitigen Bestandslage und die Feststellung, dass die Bestände in den europäischen Gewässern sehr viel stärker überfischt sind als in den meisten anderen Regionen. Dies hat zur Folge, dass der Fischereisektor in der EU aktuell deutlich weniger zur Wirtschaftsleistung und zur Versorgung mit Lebensmitteln beiträgt als in der Vergangenheit. Noch besorgniserregender ist, dass den Wissenschaftlern die Bestandslage bei etwa 59 % der Bestände nicht bekannt ist, was vor allem auf die ungenauen Fangmeldungen zurückzuführen ist.

Jetzt muss gehandelt werden. Erstens müssen die Fangmöglichkeiten auf ein Niveau festgesetzt werden, das einer fischereilichen Sterblichkeit entspricht, die langfristig den höchstmöglichen Dauerertrag gewährleistet. Bei stark überfischten Beständen führt eine Begrenzung der jährlichen Änderungen der TAC zu Ergebnissen, die den längerfristigen Interessen des Sektors zuwiderlaufen. Die Kommission schlägt deshalb für diese Bestände einen flexibleren Ansatz für die Änderungen der TAC vor, der sich auf die Gutachten des Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschusses für Fischerei (STECF) stützen sollte. Für Bestände, bei denen sich die Biomasse auf niedrigem Niveau befindet, sollten die TAC um jährlich bis zu 20 % gesenkt werden, solange die fischereiliche Sterblichkeit nicht zunimmt. Bei den Beständen, die sich über das den höchstmöglichen Dauerertrag gewährleistende Niveau hinaus erholt haben, könnten die TAC um jährlich bis zu 25 % angehoben werden. Empfiehlt der STECF dagegen die Fangmenge Null, sollten die TAC um wenigstens 25 % reduziert werden. Bei Beständen, für die keine analytische Bewertung vorliegt, wird der Ansatz unter Berücksichtigung neuer wissenschaftlicher Gutachten und in Konsultation mit den Interessenvertretern überarbeitet.

Die Kommission bekräftigt in dem Papier auch ihre Absicht, Rückwürfe nach und nach abzuschaffen. 2009 werden bereits wichtige Schritte in diese Richtung unternommen: „Highgrading“ (d. h. die Praxis des Rückwurfs von Fischen zugunsten größerer/teurerer Fische) ist in der Nordsee und im Skagerrak nun verboten, der Fischereiaufwand wurde im Rahmen der Mehrjahrespläne weiter gesenkt, und in Pilotstudien werden weitere Möglichkeiten zur Verringerung der Rückwürfe untersucht. Für 2010 werden Follow-up-Maßnahmen vorgeschlagen.

Bei den TAC und Quoten müssen außerdem die internationalen Verpflichtungen der EU und die Bestimmungen in den langfristigen Bewirtschaftungsplänen berücksichtigt werden. Mit der heute vorgelegten Mitteilung will die Kommission eine sachlich fundierte Debatte mit den Interessenvertretern über die Grundsätze einleiten, auf denen die Kommissionsvorschläge für die Fangmöglichkeiten im kommenden Jahr basieren sollten.

Die TAC werden jährlich für die Ostsee, das Schwarze Meer und den Nordostatlantik einschließlich der Nordsee festgesetzt. Für die Fischereien auf Tiefseearten werden die TAC alle zwei Jahre festgesetzt, für das Mittelmeer gibt es derzeit nur eine TAC für Roten Thun.

Weitere Informationen

http://ec.europa.eu/fisheries/press_corner/press_releases/2009/com09_28_en.htm


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