IP/09/740
Brüssel, den 12. Mai 2009
Die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige Kommissarin Viviane Reding äußerte sich hierzu wie folgt: „Als vielversprechende Technologie für die Zukunft können RFID-Chips das Leben in vielerlei Hinsicht vereinfachen. Es geht dabei um Gegenstände des Alltags, die durch Verbindung mit einem Netzwerk und Datenübertragung plötzlich intelligent werden. Denken Sie an intelligente Kühlschränke, die Ihnen mitteilen, dass das Haltbarkeitsdatum der Milch überschritten ist, oder an intelligente Lebensmittelverpackungen, die Eltern vor möglichen Allergien warnen. Die Verwendung intelligenter Mikrochips für den Datenaustausch zwischen Gegenständen ist wirtschaftlich durchaus vielversprechend. Die Europäer müssen über die Anwendung der neuen Technologie allerdings stets unterrichtet sein. Deshalb hat die Kommission heute eindringliche Empfehlungen an die Wirtschaft gerichtet. Wenn es um personenbezogene Daten geht, müssen die europäischen Verbraucher die Gewissheit haben, dass ihre Privatsphäre auch in einem sich verändernden technischen Umfeld geschützt bleibt. Nach dem Willen der Kommission soll die RFID-Technik den Verbrauchern die Möglichkeit geben, die Sicherheit ihrer Daten zu kontrollieren, weil so der wirtschaftliche Erfolg der Technik am besten gewährleistet werden kann. Immerhin wird in den kommenden acht Jahren der Anteil Europas am globalen RFID-Chipmarkt auf 35 % ansteigen."
RFID-Chips, auch als Funketiketten bezeichnet, beeinflussen bereits in erheblichem Maße kommerzielle Tätigkeiten, öffentliche Dienste und Verbraucherprodukte. So führen sie beispielsweise zu mehr Effizienz beim Recycling und im Gesundheitswesen oder zu kürzeren Wartezeiten an Mautstellen und bei der Gepäckrückgabe am Flughafen. Um Europa auf diese Veränderungen vorzubereiten und sicherzustellen, dass bei der Verwendung dieser Chips der Schutz der Privatsphäre und der Datenschutz gewahrt bleiben, hat die Kommission heute die folgenden Grundsätze aufgestellt:
Von den RFID-Chips, wie sie an Mautstellen oder zur Kennzeichnung von Schiffscontainern eingesetzt werden, wurden 2008 weltweit 2,2 Milliarden Stück verkauft, rund ein Drittel davon in Europa. Ihr globaler Marktwert betrug 2008 schätzungsweise 4 Mrd. EUR und wird bis 2018 voraussichtlich auf 20 Mrd. EUR steigen.
Hintergrund:
Die Europäische Kommission hatte 2006 eine öffentliche Konsultation über die Entwicklung und den Einsatz von RFID-Tags (Funkfrequenzkennzeichnung) gestartet (IP/06/289). Darauf aufbauend verabschiedete sie im März 2007 eine Mitteilung (IP/07/332), in der sie darlegte, dass die Bürger zusätzliche Maßnahmen zur Gewährleistung des Datenschutzes und zur Wahrung der Privatsphäre erwarteten. Diesen Erwartungen wird mit der heutigen Empfehlung entsprochen. Bei ihrer Ausarbeitung sind sämtliche Beteiligten – Hersteller und Anwender, Normungsorganisationen, Verbraucherverbände, zivilgesellschaftliche Gruppen und Gewerkschaften – konsultiert worden. Ziel der Empfehlung ist es, gleiche Ausgangsbedingungen für die europäische Wirtschaft zu schaffen und zugleich die Privatsphäre des Einzelnen zu schützen.
Die Mitgliedstaaten haben nun zwei Jahre Zeit, die Kommission über ihre geplanten Maßnahmen zur Verwirklichung der mit der Empfehlung verfolgten Ziele zu unterrichten. Die Kommission wird innerhalb von drei Jahren einen Bericht über die Umsetzung der Empfehlung erstellen, in dem auch die Folgen untersucht werden, die sich für die Unternehmen und Behörden, die RFID-Chips verwenden, und für die Bürger ergeben haben.
Die Empfehlung der Kommission finden Sie unter:
http://ec.europa.eu/information_society/policy/rfid/index_en.htm