Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Jahresbericht 2008 zur EU-Finanzmarktintegration

Commission Européenne - IP/09/68   19/01/2009

Autres langues disponibles: FR EN

IP/09/68

Brüssel, den 19. Januar 2008

Jahresbericht 2008 zur EU-Finanzmarktintegration

Die Europäische Kommission hat ihren Jahresbericht zur EU-Integration der Finanzmärkte vorgestellt - eine jährliche Analyse der Integration im EU-Finanzsektor und ihrer Auswirkungen auf Wettbewerb, Effizienz, Finanzstabilität und Wettbewerbsfähigkeit. Der Jahresbericht beinhaltet auch eine Darstellung der 2008 erzielten Fortschritte in der EU-Finanzdienstleistungspolitik.

Dazu Binnenmarkt- und Dienstleistungskommissar Charlie McCreevy: „2008 war ein Jahr, das den EU-Finanzsektor vor enorm große Herausforderungen stellte. Es ist zwar noch schwierig, die strukturellen Auswirkungen der Finanzkrise lückenlos zu bewerten, doch ein Fazit lässt sich bereits daraus ziehen: Die Integration der Finanzmärkte muss mit einer gemeinschafts- und weltweit größeren Finanzstabilität Hand in Hand gehen.

Integration

Die EU-Märkte sind bislang in unterschiedlichem Maße integriert: Während die Integration der Geld- und Anleihemärkte, insbesondere im Euroraum, weit fortgeschritten ist, ist das Dienstleistungsangebot für Privatkunden noch örtlich beschränkt und weist große Preisunterschiede und ein niedriges Niveau grenzübergreifender Transaktionen auf. Besonders in den neuen Mitgliedstaaten besteht offenbar noch viel Spielraum, damit Verbraucher und Unternehmen stärker von einer weiteren Integration profitieren können. Die Finanzintegration ist 2008 jedoch weiter fortgeschritten und dürfte zusätzliche Impulse von der Umsetzung der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID), vom Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) und von der Einführung des Euro durch weitere EU-2-Länder erhalten.

Marktstrukturen und Wettbewerb

In einigen Segmenten des EU-Finanzsystems haben jüngste Initiativen dazu beigetragen, den Wettbewerb zu stärken. Der Nachhandels-Verhaltenskodex für Wertpapiere hat durch Erhöhung der Preistransparenz und durch Verringerung der Nachhandelsgebühren neuen Schwung in den Markt gebracht. Diese Entwicklung wurde durch die Umsetzung der MiFID-Richtlinie noch gestärkt. Letztere bewirkte erhebliche strukturelle Veränderungen, insbesondere für einige Handelsplätze und die Aufteilung der Marktanteile. In einigen neuen Mitgliedstaaten wird angesichts höherer Gewinnspannen und ganz allgemein der Kosten und Rentabilität von Finanzdienstleistungen jedoch deutlich, dass die Kunden von einem Umfeld mit mehr Wettbewerb profitieren könnten.

Effizienz

In den letzten Jahren waren die größten Banken des Euroraums rentabler, aber weniger effizient als die größten US-Banken. Es ist anzunehmen, dass dieses höhere Maß an Effizienz auf die Fähigkeit der US-Banken zurückzuführen ist, angesichts der Größe, des Umfangs und dem Integrationsgrad ihres Binnenmarkts in stärkerem Umfang Größenvorteile zu nutzen. Infolge der Finanzkrise haben Effizienz und Rentabilität der großen Banken des Euroraums gelitten.

Stabilität der Finanzmärkte

2008 war für den EU-Finanzsektor ein außergewöhnliches Jahr, geprägt von der Finanzkrise, die ihren Ursprung im US-Sub-Prime-Markt hatte. Neben dem durch eine laxe Geldpolitik angefachten Immobilien- und Kreditboom führte eine Kombination verschiedener Faktoren zur Verstärkung der Krise, wie etwa Mängel im Risikomanagement, gesetzliche Schlupflöcher, schwache Überwachung, unausgewogene Anreize und psychologische Faktoren. Die Krise machte deutlich, welch wichtige Aufgabe den Marktteilnehmern und Gesetzgebern zukommt, geeignete Regeln und Anreize sicherzustellen, um die Widerstandskraft des Finanzsystems zu erhöhen. Worauf es jetzt besonders ankommt, ist eine bessere Lokalisierung und Minderung der Risiken, die von grenzübergreifend tätigen Instituten ausgehen.

Die externe Dimension

In den letzten Jahren haben sich die EU- und US-Finanzsektoren hinsichtlich der weltweiten Finanzmarktanteile angeglichen. Jetzt zeichnen sich neue strukturelle Umbrüche ab. China, Indien und der Nahe Osten entwickeln sich zunehmend zu globalen Finanzzentren und melden auch größeren Bedarf an globalen Finanzdienstleistungen an. Diese Veränderungen machen deutlich, wie wichtig es ist, die internationale Dimension der EU-Finanzdienstleistungspolitik auszubauen – um die neuen Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen und um die Widerstandsfähigkeit der Finanzmärkte zu stärken. Daraus ergibt sich eindeutig, dass die internationale Zusammenarbeit gestärkt werden muss, um die Stabilität der globalen Finanzmärkte zu gewährleisten und um gesetzliche Schlupflöcher zu vermeiden.

Der Bericht ist abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/internal_market/finances/fim/index_en.htm


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site