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Brüssel, 30. April 2009

Verbraucherschutz: EU verbietet Dimethylfumarat (DMF) in Konsumgütern wie Sofas, Schuhen und Plüschspielzeug

Das Biozid Dimethylfumarat (DMF) hat bei Hunderten von Verbrauchern in der EU schwere allergische Reaktionen, etwa Juckreiz, Hautirritationen und -rötungen, Verbrennungen sowie in einigen Fällen akute Atembeschwerden hervorgerufen, weil es bei gängigen importierten Konsumgütern wie Sofas und Schuhen zum Einsatz kommt. In einem Fall war sogar ein Plüschspielzeug für Kleinkinder betroffen. Am 1. Mai trat eine Entscheidung der Europäischen Kommission in Kraft, mit der sichergestellt wird, dass in der EU keine Konsumgüter auf den Markt kommen, die das stark sensibilisierende DMF enthalten. Produkte, die bereits auf dem Markt sind, müssen unverzüglich zurückgerufen und vom Markt genommen, die Verbraucher müssen über die schweren Risiken informiert werden. Die Entscheidung der Kommission ist eine EU-weite Sofortmaßnahme, die bis zur Verabschiedung einer längerfristigen rechtlichen Regelung gelten wird.

Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva erklärte: „Ich bin sehr froh, feststellen zu können, dass das RAPEX-System gut funktioniert und sicherstellt, dass gefährliche DMF-haltige Produkte rasch vom Markt genommen werden. Es besteht aber zusätzlicher Handlungsbedarf von EU-Seite, damit wir das Problem an der Quelle bekämpfen können“.

Gefährdung durch DMF

Dimethylfumarat (DMF) wird von den Herstellern als Biozid verwendet, um Schimmelpilzbefall zu verhindern, der während der Lagerung oder des Transports von Möbeln oder Schuhen in feuchtem Klima auftreten kann. Der Wirkstoff wird, abgepackt in Säckchen, in den Möbeln befestigt oder den Schuhkartons beigelegt. Das DMF verdunstet und imprägniert das Produkt und verhindert so Schimmelbildung. Es verursachte jedoch auch Nebenwirkungen bei Verbrauchern, die mit den Produkten in Kontakt kamen. Das DMF gelangte durch die Kleidung auf die Haut der Verbraucher[1], wo es eine schmerzhafte Kontaktdermatitis verursachte. Verschlimmert wird das Problem noch dadurch, dass in schweren Fällen die Dermatitis besonders schwierig zu behandeln ist. Das Vorhandensein von DMF ist daher als ernsthaftes Risiko anzusehen.

Auf die gefährliche Chemikalie wurde man aufmerksam, als sie von den Behörden mehrerer Mitgliedstaaten über das Schnellwarnsystem der EU für gefährliche Non-Food-Produkte (RAPEX) gemeldet wurde. Dabei ging es um importierte Sofas, Lehnstühle und Schuhe. Klinische Tests bestätigten später, dass die Dermatitis, unter der Verbraucher nach Kontakt mit den Produkten litten, vom DMF verursacht war[2]. Frankreich, Belgien und Spanien führten auf nationaler Ebene Verbote ein, allerdings mit unterschiedlichem Geltungsbereich. Die neue Entscheidung der Kommission gilt für alle Mitgliedstaaten und sorgt für ein EU-weites Verbot von DMF in allen Konsumgütern (zulässiger Höchstgehalt: 0,1 mg/kg).

Bereits geltende Bestimmungen

DMF steht in der EU für die Herstellung von Waren legal nicht zur Verfügung, da DMF-haltige Biozid-Produkte gemäß Biozid-Richtlinie (98/8/EG) verboten sind. Hersteller außerhalb der EU können aber diese unzulässigen Biozide einsetzen und dann ihre Produkte in die EU exportieren.

Durch die Entscheidung werden also Verbraucher in der EU vor den Gefahren durch DMF in importierten Produkten genauso geschützt, wie dies bei in der EU hergestellten Waren der Fall ist.

Hintergrund – RAPEX

RAPEX ist das Schnellwarnsystem der EU für gefährliche Konsumgüter (mit Ausnahme von Nahrungs- und Arzneimitteln sowie medizinischen Geräten), das den raschen Informationsaustausch zwischen Mitgliedstaaten und Kommission ermöglicht, um zu verhindern, dass Produkte, die die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher ernsthaft gefährden, auf den Markt kommen oder verwendet werden.

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/consumers/safety/rapex/index_en.htm


[1] Williams JDL, et al (2008), An outbreak of furniture dermatitis in the U.K., British Journal of Dermatology 159: 233-234.

[2] Rantanen T (2008), The cause of the Chinese sofa/chair dermatitis epidemic is likely to be contact allergy to dimethylfumarate, a novel potent contact sensitizer. Concise communication. British Journal of Dermatology 159: 218-221.


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